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Aus: Ausgabe vom 23.11.2022, Seite 4 / Inland
Ukrainischer Nationalismus

Hass aufs Russische

Berlin: Politisch motivierter Angriff auf Linke
Von Nick Brauns
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Russische Fahne

Weil einige Worte in russischer Sprache gefallen waren, sind zwei Berliner brutal zusammengeschlagen worden. Das Hassverbrechen ereignete sich bereits in der Nacht auf Sonnabend im Stadtteil Friedrichshain. Die beiden Antifaschisten warteten gegen halb vier nachts vor einer Gaststätte auf ein Taxi, als ihnen aus der Rigaer Straße eine fünfköpfige Gruppe mit einer an einer Stange getragenen zwei mal ein Meter großen blau-gelben Fahne der Ukraine entgegenkam.

Nachdem der russischstämmige Mann etwas in seiner Muttersprache gesagt habe, hätten die ukrainischen Nationalisten unvermittelt die beiden Wartenden angegriffen, berichtete die 32jährige Frau am Dienstag gegenüber junge Welt. Ohne dass sie sich in irgendeiner Form politisch geäußert hätten oder es zu einer Diskussion gekommen wäre, hätten ihnen die Ukrainer unterstellt, Unterstützer Russlands zu seien. Sie seien mit Schlägen und einer abgebrochenen Bierflasche attackiert worden. Noch am Boden liegend, sei ihr aus einem Meter Entfernung ­Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden, berichtete die Frau, die sich verletzt in eine Gaststätte retten konnte.

Der polizeiliche Staatsschutz ermittle »ergebnisoffen in alle Richtungen«, bestätigte ein Polizeisprecher am Dienstag auf Nachfrage von jW den Angriff auf die ihren eigenen Aussagen nach für eine Russin gehaltene Frau, die aufgrund von Verletzungen am Kopf und an der Hand in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Tatverdächtige seien bislang keine ausgemacht worden.

Womöglich handelte es sich bei der Attacke um keinen Einzelfall. Am Tatort eingetroffene Polizisten hätten ihr berichtet, dass es in den Wochen davor mehrfach zu ähnlichen Übergriffen auf Linke oder russischsprachige Menschen im Kiez durch ukrainische Nationalisten gekommen sei, so die 32jährige.

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