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Der Mann vom Mars

Von Pierre Deason-Tomory
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Jung verstorbene Legende: Gitarrist Jimi Hendrix (27.11.1942–18.9.1970)

Am kommenden Sonntag wäre Jimi Hendrix 80 Jahre alt geworden, wenn ihm nicht zwischendurch etwas zugestoßen wäre. Das in Würde ergrauende erste Programm des Österreichischen Rundfunks, das auch immer befürchten muss, dass ihm etwas zustößt, widmet dem früh Verstorbenen am Wochenende gleich zwei längere Sendungen. Das Feature »Hey Joe – Auf den Spuren des James Marshall Hendrix« sieht nach dem jungen James in Seattle, erzählt Jimis raketenhaften Aufstieg ab 1966 in London und besucht sein Konzert 1969 in Wien. Schließlich stellt Peter Waldenberger unlösbare Fragen wie die, ob aus Hendrix noch ein Jazzer hätte werden können, wenn er sich nicht 1970 so böse verschluckt hätte (Sa. 17.05 Uhr, Ö 1). In der Spezialausgabe der »Spielräume« am Sonntag werden nicht so viele Worte gemacht, in »Der Mann vom Mars« wird die Zeit gebraucht für zehn seiner besten Tracks, darunter die vergöttlichte, zwölf Minuten lange, live aufgenommene »Machine Gun« (So., 17.10 Uhr, Ö 1).

Alle Kinder, die »Machine Gun« auf der Gitarre nachspielen können, dürfen am Freitag bis in die Puppen aufbleiben und Radio hören. Alle anderen auch, verfügte der Bundesrundfunkminister. Mehrere der ARD-Kulturradios bringen ab 20 Uhr »Frisch verhext! Die märchenhafte ARD-Kinderradionacht«, fünf Stunden Geschichten, Reportagen, Blödsinn und ein Hörspiel, bei dem mitgemacht werden kann. Das ganze Programm findet Kind auf kinderradionacht.de (Fr., 20 Uhr, Bayern 2, HR 2 Kultur, WDR 5, RBB Kultur und SWR 2).

Sonst gibt es in dieser Woche: »Gegen die Müßiggänger«, Texte des unglückseligen, 1918 in Wien verstorbenen Dichters und Kaffeehausschnorrers Otfried Krzyzanowski, der in Werken von Kafka, Polgar und Werfel immer weiterleben darf. Gelesen vom Grazer Großschauspieler Wolfram Berger (Di., 11.05 Uhr, Ö 1). In »Erlebte Geschichten« ein Portrait von Ingrid Lenders, die Ende der 80er Jahre mit der Fraueninitiative Rheinhausen die Streiks der Kruppianer unterstützte (Di., 20.04 Uhr, und So., 14.30 Uhr, WDR 5). Im Hörspiel »Hummer & Durst« von Leon Engler geht es um Verrückte, die sich darin messen, wer in Überlebensgröße die höchste Mount-Everest-Kopie errichtet (DLF Kultur 2020, Mi., 22.03 Uhr). In der Reihe »Doppelkopf« sitzt Karin Röder »Am Tisch mit Jan-Philipp Reemtsma«, der am Sonnabend 70 Jahre alt wird (HR 2 ­Kultur 2019, Fr., 12.05 Uhr). Das Feature »Wer den Wind sät« ist eine lokale Recherche von Tobias Barth über die Klimaerhitzung bei ihm zu Hause in der Gegend um Schkeuditz (Ursendung, Sa., 9 Uhr, MDR Kultur). Das Opernprogramm: DLF Kultur schließt mit der »­Götterdämmerung« vom 15. Oktober den Ring der Dresdner Philharmonie ab (Sa., 19.05 Uhr), und HR 2 Kultur überträgt Benjamin Brittens Kammeroper »The Turn of the Screw«, aufgeführt vom Budapest Festival Orchestra am 9. November im Müpa, dem 100-Milliarden-Forint-Klotz, mit dem Orban einst die Taschen des Baulöwen Sandor Demjan vollgeschaufelt hat (Sa., 20.04 Uhr). Der gebürtige Israeli Noam Brusilovsky soll seine vorangeschrittene Integration in Deutschland nachweisen durch die Inszenierung von ­Goethes »Faust« für den Rundfunk. Sein Problem wird schon im Titel des SWR-2-Hörspiels deutlich: »Faust (hab’ ich nie gelesen)«. Es spielen ­Bibiana Beglau, Itay Tiran, Walter Kreye und andere, Autor und Regisseur ist ebendieser Noam Brusilovsky (SWR/DLF 2022, Ursendung, So., 18.20 Uhr). Ab Montag schließlich beginnt die 24teilige Lesung aus »Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«, wir hören wieder Wolfram Berger (MDR 2016, Mo., 15 Uhr, MDR Kultur).

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