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Aus: Ausgabe vom 07.11.2022, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Selbst denken

Gabriele Krone-Schmalz | Youtube
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Hat ihren eigenen Kopf und lässt sich nicht unterkriegen: Die frühere Russland-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz (o. D.)

Wir haben etwas vergessen – nämlich auf einen ganz hervorragenden Vortrag hinzuweisen, den Gabriele Krone-Schmalz Mitte Oktober in der Volkshochschule Reutlingen über »Russland und die Ukrai­ne« hielt. Der wurde in der Zwischenzeit auf Youtube schon fast eine Million Mal geklickt. Die Reaktion spricht Bände. Im Interview mit der Webseite T-online zum Beispiel beanstandet der »Osteuropaforscher« Klaus Gestwa, die langjährige ARD-Korrespondentin in Moskau verbreite die »politisch bedenkliche Mär«, dass der Westen »Putins ausgestreckte Hand« stets zurückgewiesen und Russland »nicht auf Augenhöhe behandelt« habe. Trifft das nicht bis jetzt zu? Auch hält Gestwa nichts von dem Vorschlag, dem russischen Präsidenten einen »gesichtswahrenden Ausweg« aus dem Konflikt zu weisen. Dabei argumentiert Krone-Schmalz differenziert und kritisch gegenüber Russland. Den Krieg bezeichnet sie als schweren Fehler. Aber man bilde sich selbst ein Urteil – was anscheinend nicht erwünscht ist. (jt)

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum ( 8. November 2022 um 12:37 Uhr)
    Was Krone-Schmalz an Daten und Fakten in ihrem einstündigen Vortrag anführt, ist schon beeindruckend. Allerdings muss man sehr genau aufpassen, müde sollte man nicht sein beim Zuhören. Für besonders wichtig halte ich einige Richtigstellungen zu Georgien und Syrien im Zusammenhang mit dem Vorgehen Russlands. In »Zeitgeschehen im Fokus« kann man ein sehr informatives Interview mit Jacques Baud über historische, politische und wirtschaftliche Hintergründe des Ukraine-Kriegs (https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-4-vom-15-maerz-2022.html#article_1306) nachlesen, besonders das Kapitel »Der Unabhängigkeitskampf der Krim«: »Man vergisst, dass sich die Krim für unabhängig erklärt hat, bevor die Ukraine unabhängig wurde. Im Januar 1991, also noch während der Zeit der Sowjetunion, hat die Krim ein Referendum durchgeführt, um zu Moskau zu gehören und nicht mehr zu Kiew.«
  • Leserbrief von Reinhard Hopp aus Berlin ( 7. November 2022 um 17:20 Uhr)
    Eigenständiges Denken war in Deutschland schon immer und immer wieder äußerst gefährlich. Erst verbrannte man Bücher und dann schon bald auch die Autoren und Autorinnen derselben. Heutzutage erfolgen die Vernichtungen und Hinrichtungen in den opportunistischen Staatsmedien und auf den virtuellen Marktplätzen.
  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart ( 7. November 2022 um 10:07 Uhr)
    Die Berichterstattungen in den Leitmedien gleichen sich auffällig, dass es immer nur eine richtige Sichtweise gibt. Die politischen Entscheidungen sollten prinzipiell von den Medien hinterfragt werden. Heutzutage scheint es nicht mehr der Fall zu sein. Nicht gewählte Journalisten bilden sich ein, sie sollen die Politik machen. Sie leben nicht in der Realität, sondern sie erzeugen diese, und zwar so, dass das zugleich zur Realität der Masse wird. Der Einfluss der Medien auf die Politik ist in den letzten drei Jahrzehnten nachweislich enorm gestiegen. Das Mediensystem kolonialisiert, treibt und nötigenfalls zerreißt die Politik. Dieser selbst erhöhte Rang der Medien verändert nicht nur ihre Macht, sondern wertet sogar die Politik ab. Die Folgen sind spürbare Vertrauensverluste der Bürger sowohl in die veröffentlichte Meinung als auch in die Politik.

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