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Aus: Ausgabe vom 24.10.2022, Seite 12 / Thema
Deutscher Imperialismus

»Wer Kiew hat, kann Russland zwingen!«

Die Zarenherrschaft nach Osten abdrängen: Die Ukraine und die deutschen Kriegsziele im Ersten Weltkrieg (Teil 1)
Von Reiner Zilkenat
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Deutsche Truppen besetzen Kiew, 3. März 1918

Unterhalb des wohlfeilen Geredes vom Kampf der Freiheit gegen die Autokratie lässt sich finden, dass Außenpolitik klaren Interessen dient, ökonomischen wie geostrategischen, die im Zweifel mit militärischen Mitteln verfolgt werden. Das ist spätestens so, seit die Menschheit das Zeitalter des Imperialismus betreten hat. Dies berücksichtigt, lassen sich Parallelen zwischen gestern und heute entdecken. Im ersten imperalistischen Weltkrieg verfolgte das Deutsche Kaiserreich eine gegen Russland ausformulierte Ukraine-Politik. Im folgenden, in zwei Teilen erscheinenden Beitrag skizziert der Berliner Historiker Reiner Zilkenat die Grundzüge dieser auf Raub und Erpressung zielenden Politik. Einer kleiner Auszug dieses Artikels erschien bereits in einer Beilage von junge Welt am 7. Mai 2014. Reiner Zilkenat stand für einige Jahre dem »Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung« vor. Für diese Zeitung schrieb er etliche Artikel zur Geschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert. Er verstarb am 26. Februar 2020 im Alter von 69 Jahren. (jW)

Als das Deutsche Kaiserreich im August 1914 daran ging, seinen »Platz an der Sonne« mit Waffengewalt einzufordern, so wie es am 6. Dezember 1897 der damalige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Bernhard von Bülow, im Reichstag postuliert hatte¹, spielte die Frage nach den Kriegszielen naturgemäß eine herausragende Rolle. Am 9. September 1914 brachte Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg in einer geheimen Denkschrift zu Papier, für welche Ziele die Millionen deutscher Soldaten an den Fronten zu leiden und zu sterben hatten. Wir lesen hier u. a.: »Sicherung des Deutschen Reiches nach West und Ost auf erdenkliche Zeit. Zu diesem Zweck muss Frankreich geschwächt werden, dass es als Großmacht nicht neu erstehen kann, Russland von der deutschen Grenze nach Möglichkeit abgedrängt und seine Herrschaft über die nichtrussischen Vasallenvölker gebrochen werden.«² Bereits einen Monat zuvor hatte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Gottlieb von Jagow, folgende bemerkenswerte Sätze in einem Erlass für den deutschen Botschafter in Wien formuliert: »Insurgierung nicht nur Polens, sondern auch der Ukraine erscheint uns sehr wichtig; 1. als Kampfmittel gegen Russland; 2. weil im Falle glücklichen Kriegsausganges die Bildung mehrerer Pufferstaaten zwischen Russland und Deutschland bzw. Österreich-Ungarn zweckmäßig würde, um den Druck des russischen Kolosses auf Westeuropa zu erleichtern und Russland möglichst nach Osten abzudrängen.«³

»Dem Russen Blut abzapfen«

Zum Teil noch radikaler formuliert waren die Kriegszieldenkschriften des Alldeutschen Verbandes⁴ und von Organisationen und Repräsentanten der deutschen Industrie, darunter von August Thyssen, Walther Rathenau, Alfred Hugenberg und Gustav Stresemann.⁵ Im Laufe der Jahre gerieten die Zielsetzungen für den Osten Europas immer maßloser und bildeten eines der bevorzugten Themen in den Debatten über die anzustrebenden Kriegsziele. Die Kernfrage lautete: Was bedeutete es konkret, Russlands Herrschaft »über die Vasallenvölker« zu brechen? Die territoriale Einverleibung eines Teils des Zarenreiches, z. B. des Baltikums und der Ukraine, in das Deutsche Kaiserreich bzw. die mit ihm verbündete Habsburgermonarchie? Die Schaffung eines selbständigen, aber von den Mittelmächten politisch und wirtschaftlich abhängigen Polens? Wie sollten sich derartige direkte Annexionen bzw. die Schaffung von »Einflusszonen« (Informal empire) in das Konzept zur Herstellung eines von Deutschland dominierten »Mitteleuropa«⁶ einordnen? Im Zentrum derartiger Überlegungen stand bald die Ukraine, sowohl aus ökonomischen als auch aus politisch-militärstrategischen Gründen.

Bereits am 10. Dezember 1887 hatte ein junger Diplomat, kein anderer als der damals in St. Petersburg als Botschaftsrat amtierende spätere Staatssekretär und Reichskanzler Bernhard von Bülow, in einem Bericht an das Auswärtige Amt folgende Gedanken formuliert: »Wir müssen eventuell dem Russen soviel Blut abzapfen, dass derselbe sich nicht erleichtert fühlt, sondern 25 Jahre außerstande ist, auf den Beinen zu stehen. Wir müssten die wirtschaftlichen Hilfsquellen Russlands für lange hinaus durch Verwüstung seiner Schwarzerd-Gouvernements, Bombardierung seiner Küstenstädte, möglichste Zerstörung seiner Industrie und seines Handels zuschütten. Wir müssten endlich Russland von jenen beiden Meeren, der Ostsee und dem Schwarzen Meer, abdrängen, auf denen seine Weltstellung beruht.«⁷ Und 1897 schrieb Paul Rohrbach, einer der führenden außenpolitischen Publizisten seiner Zeit, in seinem Artikel »Durch die Ukraine« leitmotivisch: »Wenn der Tag kommt, wo Russland das Schicksal herausfordert, und dann zufällig dort, wo bei uns die Entscheidungen getroffen werden, jemand soviel Kenntnis von den Dingen und soviel Entschlossenheit hat, dass er die ukrainische Bewegung richtig loszubinden weiß – dann, ja dann könnte Russland zertrümmert werden. Wer Kiew hat, kann Russland zwingen!«⁸ Zwanzig Jahre später, während des Ersten Weltkriegs, waren derartige Anschauungen weitgehend Konsensus innerhalb der politischen und militärischen Führung des Kaiserreiches, allerdings mit einer erheblichen Einschränkung: Die Zerstörung der Industrie und des Handels wurde nicht mehr in dieser Radikalität gefordert, weil das Zentrum der Industrie, der Agrarwirtschaft und des Handels, gelegen in der Ukraine, sowohl für die deutsche und österreichische Kriegswirtschaft als auch für die strategischen Planungen für die Zeit nach dem Krieg eine herausragende Bedeutung gewonnen hatte.

Vor dem Ersten Weltkrieg waren durch das deutsche Großkapital für die Förderung der Rohstoffe und den industriellen Aufbau der Ukraine bedeutende Kapitalien investiert worden.⁹ Dabei handelte es sich u. a. um die Gelsenkirchener Bergwerks AG, das größte deutsche Bergwerksunternehmen, die Oberschlesischen Eisen- und Kohlewerke AG, die Borsig-Werke, Orenstein und Koppel, die Duisburg AG Wetter an der Ruhr, die Donnersmarckhütte sowie die Oberschlesische Eisenbahnbedarfs AG. Für das nötige Kapital sorgten vor allem die Deutsche Bank, die Disconto-Gesellschaft und die Berliner Handels-Gesellschaft, die dabei mit russischen Banken eng kooperierten. Zum Teil wurden Minderheitsbeteiligungen bei Unternehmen plaziert, die sich mehrheitlich in der Hand französischer oder belgischer Konzerne befanden. Das stärkste Engagement, besonders durch den Thyssen-Konzern, gab es bei der Förderung der Manganerze. Drei Viertel seines Bedarfs deckte Deutschland mit Hilfe des Imports aus der Ukrai­ne, wo sich die bedeutendsten Manganerzlagerstätten der Welt befanden. Auch die Einfuhr von Eisenerzen befand sich auf einem hohen Niveau: Knapp zwei Drittel der ukrainischen Eisenerzexporte hatten das Deutsche Reich als Ziel. 1913 waren dies etwa 900.000 Tonnen, wobei die Erze der Lagerstätten um Kriwoi Rog mit einem Eisengehalt von fast 70 Prozent eine herausragende Qualität besaßen. Insgesamt wurden in der Region Kriwoi Rog etwa 6,8 Milliarden Tonnen abbaubare Vorräte an Eisenerz vermutet, das entsprach etwa der vierfachen Mengen entsprechender Lagerstätten in Deutschland.¹⁰

Kapitale Investitionen

Insgesamt rund 20 Prozent der ausländischen Kapitalbeteiligungen im Zarenreich entfielen auf deutsche Unternehmen, wovon ein großer Teil in der Ukraine investiert worden war. Eine führende Stellung nahm deutsches und österreichisches Kapital in der ukrainischen eisenverarbeitenden und Maschinenbauindustrie ein. Knapp die Hälfte des hier investierten ausländischen Kapitals hatte seinen Ursprung in diesen beiden Ländern. Deshalb intervenierten in den Jahren 1917/18 führende Repräsentanten und Interessenverbände des deutschen Großkapitals (u. a. der Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, der Thyssen-Konzern und der Deutsche Handelstag) bei der Reichsregierung und der Dritten Obersten Heeresleitung, um nicht nur jetzt, in der Endphase des Kriegs, sondern auch für die Zeit danach einen exklusiven Zugriff auf das Wirtschafts- und Rohstoffpotential sowie die Verkehrsinfrastruktur (Eisenbahnlinien und Häfen) der Ukraine, Georgiens und des Kaukasus zu erhalten. Der Großindustrielle Hermann Röchling hob beispielsweise auf einer Sitzung des Hauptausschusses des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller am 8. Dezember 1917 – drei Monate vor dem Diktatfrieden von Brest-Litowsk – im Berliner Hotel »Adlon« unwidersprochen hervor, dass die deutsche Schwerindustrie »ein gewaltiges Interesse« an der Ausbeutung der Manganerze habe und deshalb deren Kontrolle zu den »russischen Kriegszielen«¹¹ des Deutschen Kaiserreiches gerechnet werden müsse.

Vor allem waren Deutschland und die Habsburgermonarchie daran interessiert, neben mineralischen Rohstoffen auch Getreide, Nahrungsmittel und Vieh aus der Ukraine nach Deutschland und Österreich zu verbringen, um die sich im Verlaufe des Weltkriegs immer mehr zuspitzende Versorgungskrise der Bevölkerung in der Heimat zu entspannen.¹² Im Januar 1918 ging der Erste Generalquartiermeister des deutschen Heeres, General der Infanterie Erich Ludendorff, davon aus, dass bis zum Juni Getreidelieferungen in der Größenordnung von einer Million Waggons möglich seien.¹³ Die Ukraine war schließlich traditionell die »Kornkammer« des Zarenreiches. Sie erzielte am Vorabend des Ersten Weltkriegs mit 250 Millionen Tonnen nicht weniger als zehn Prozent der Weltgetreideernte und war mit einem Anteil von über 20 Prozent der weltweit größte Getreideexporteur.

Anmerkungen

1 Siehe Wilhelm v. Massow (Hg.): Fürst Bülows Reden. 1. Band. Leipzig o. J., S. 36.

2 Zitiert nach: Reinhard Opitz (Hg.): Europastrategien des deutschen Kapitals 1900–1945. Köln 1977, S. 216. Der Autor dieser überaus bedeutsamen Denkschrift war wohl eigentlich Kurt Riezler, der engste Vertraute und Mitarbeiter Bethmann Hollwegs.

3 Zitiert nach: Peter Borowsky: Deutsche Ukrainepolitik 1918 unter besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftsfragen. Lübeck und Hamburg 1970, S. 34. Der Erlass wurde auf den 14.8.1914 datiert.

4 Siehe hierzu Bundesarchiv Berlin (im folgenden: BArch), R 8048/629, wo sich vor allem eine Sammlung von Artikeln aus den Alldeutschen Blättern findet, die der damaligen Kriegszieldiskussion gewidmet waren.

5 Siehe Dieter Fricke (Hg.): Dokumente zur deutschen Geschichte 1914–1917. Bearbeitet von Willibald Gutsche. Berlin (DDR) 1975, S. 37 f.; 41 f.; 42 ff.; 46 f.; 51 f.; 60; 61 f.; 66 f. u. 117 f. und bes. Europastrategien des deutschen Kapitals 1900–1945, S. 211 ff.

6 Siehe zu dieser Thematik die bedeutsame Programmschrift von Friedrich Naumann: Mitteleuropa. Berlin 1916. Seine Sicht auf die »Mitteleuropa-Problematik« schildert in seinem Tagebuch der engste Vertraute Bethmann Hollwegs, Kurt Riezler, folgendermaßen: »Gestern lange mit dem Kanzler zusammengesessen, um ihm mein neues Europa, d. h. die europäische Verbrämung unseres Machtwillens, auseinanderzusetzen. Das mitteleuropäische Reich Deutscher Nation. Das bei Aktiengesellschaften übliche Schachtelsystem, das deutsche Reich eine AG mit preußischer Aktienmajorität, jede Hinzunahme neuer Aktionäre würde diese Mehrheit, auf der, als auf der preußischen Hegemonie das Reich steht, zerstören. Daher um das deutsche Reich herum ein Staatenbund, in dem das Reich ebenso die Majorität hat wie Preußen im Reich – daher dann Preußen auch in diesem Staatenbund die tatsächliche Leitung hat. Die belgische Frage so lösen, dass sie dieser zukünftigen Entwicklung nicht im Wege steht, sondern sie im Gegenteil selbst heraufführen hilft. Dann Österreich so behandeln, dass es von selbst hineinwächst. Das wird es und muss es. Dann den europäischen Gedanken in Skandinavien und Holland stärken. Man braucht gar nicht von Anschluss an die Centralmacht zu reden. Der europäische Gedanke, wenn er sich weiter denkt, führt ganz alleine zu solcher Konsequenz. Dito die Ermüdung und der nach dem Kriege zu erwartende Pazifismus. Man muss der Welt den ewigen Frieden versprechen. (…) Dies Mitteleuropa ist wirtschaftlich und politisch die welthistorische Aufgabe.« Kurt Riezler: Tagebücher, Aufsätze, Dokumente. Eingeleitet und herausgegeben von Karl Dietrich Erdmann. Göttingen 1972, S. 268 f. (18. April 1915). Friedrich Naumann, der eifrigste Propagandist des »Mitteleuropa-Konzeptes«, hatte im übrigen engen Kontakt zu Theobald von Bethmann Hollweg; beide konsultierten sich zur Frage der anzustrebenden Kriegsziele offenbar mehrfach. Siehe Bernd F. Schulte: Die Verfälschung der Riezler-Tagebücher. Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der 50er und 60er Jahre. Frankfurt am Main 1985, Anhang, Nr. 6, S. 171 (Aufzeichnung von Prof. Dr. Rheindorf über ein Gespräch mit Kurt Riezler, 5./6.8.1930): »Die Naumannschen Mitteleuropa-Pläne seien entsprechend den Bethmannschen Ansichten über den künftigen Frieden unterstützt worden. Naumann habe öfter mit Bethmann konferiert.«

7 Zitiert nach Peter Borowsky: Deutsche Ukrainepolitik 1918, S. 30. Adressat des Bülowschen Berichtes war Friedrich von Holstein, der Leiter der Politischen Abteilung im Auswärtigen Amt. Er galt als ein unversöhnlicher Gegner Russlands.

8 Paul Rohrbach: Weltpolitisches Wanderbuch 1897–1915, Königstein u. Leipzig 1916, S. 51. Ebenda, S. 49 und 52, heißt es: »Ohne die Ukraine ist Russland nicht Russland, hat es kein Eisen, keine Kohle, kein Korn, keine Häfen! Wenn einer Russland niederwerfen will, wohin muss er marschieren? (…) Wer Kiew hat, der hat auch die Küsten und die Häfen am Schwarzen Meer. Ohne die Kohle der Ukraine können die Eisenbahnen nicht fahren, ohne ihr Eisenerz können keine Pflugscharen geschmiedet, keine Kanonen gegossen werden, und ohne ihr Getreide hat das übrige Russland nicht genug Nahrung. (…) Zwischen dem Kaukasus und dem moskowitischen Russland liegt die Ukraine. Wird eines Tages dem ukrainischen Volk das Wort zugerufen, auf das es sich erhebt, so bleibt auch der Kaukasus nicht bei Moskau, sondern er fällt an das ukrainische Russland.« Zur Biographie von Paul Rohrbach und zu seiner herausragenden Bedeutung für die Propagierung der deutschen »Weltpolitik« siehe Walter Mogk: Paul Rohrbach und das »Größere Deutschland«. Ethischer Imperialismus im Wilhelminischen Zeitalter. Ein Beitrag zur Geschichte des Kulturprotestantismus. München 1972; Peter Borowsky: Paul Rohrbach und die Ukraine. Ein Beitrag zum Kontinuitätsproblem. In: Imanuel Geiss/Bernd-Jürgen Wendt (Hg.): Deutschland in der Weltpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts. Fritz Fischer zum 65. Geburtstag. Düsseldorf 1973, S. 437 ff.; Reinhard Opitz: Der deutsche Sozialliberalismus 1917–1933. Köln 1973, S. 21 ff. u. 179 ff.

9 Das Folgende nach Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Düsseldorf 1967 (Sonderausgabe), S. 422 ff., und Peter Borowsky: Deutsche Ukrainepolitik 1918, S. 21 ff.

10 Siehe Leo Stern (Hg.): Die Auswirkungen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution auf Deutschland. Berlin (DDR) 1959, Nr. 266, S. 827 ff.

11 BArch, R 13 I/153, Bl. 49.

12 Siehe Jürgen Kocka: Klassengesellschaft im Krieg. Deutsche Sozialgeschichte 1914–1918. Göttingen 1973, S. 33 ff., bes. 40 ff.; Manfried Rauchensteiner: Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie 1914–1918. Wien u. a. 2013, S. 683 ff.

13 Siehe Manfred Nebelin: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. München 2010, S. 368

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  • Leserbrief von Emmo Frey aus Dachau (26. Oktober 2022 um 11:56 Uhr)
    Wieder ein sehr guter, informativer Bericht zur Zeitgeschichte, danke dafür. Nur mit großen Zahlen hat die jW zuweilen ein Problem. Die Ukraine erzielte am Vorabend des Ersten Weltkrieges sicher nicht 250 Millionen Tonnen Getreide, das ist vermutlich eine Null zuviel. Laut Fischer Weltalmanach hatte die Ukraine im Jahr 2016 etwa 65 Millionen Tonnen Getreide, davon etwa 26 Millionen Tonnen Weizen. Gut hundert Jahre früher müssen es weit weniger gewesen sein, weil die Erträge überall auf der Welt zu dieser Zeit noch klein waren im Vergleich zu heute.
    Vor über zehn Jahren ließ die jW in einem Bericht mal 200 Millionen Tonnen Napalm im Vietnamkrieg aufs Land niedergehen. Ich schaute nach, es waren dann etwa 200.000 Tonnen, also um den Faktor tausend zu viel. Wurde trotz meines Einwandes damals nicht korrigiert. Das nur zur Information: »Glaube wenig, hinterfrage alles usw.« (Albrecht Müller)

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