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Aus: Ausgabe vom 15.08.2022, Seite 5 / Inland
Kostenexplosion

Soziale Not mit Ansage

Energiepreise treffen Rentner und Geringverdiener besonders hart
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Für Rentner und Geringverdiener dürfte eine warme Wohnung im Winter zum Luxusgut werden

Die Explosion der Energiepreise wird aus Expertensicht Rentner und Geringverdiener härter treffen als Erwerbslose und Sozialhilfebezieher. Denn bei letzteren übernimmt der Staat einen Großteil der Kosten, wie die Bundesagentur für Arbeit und der Deutsche Städtetag mitteilten.

»Jeder dritte Haushalt in Deutschland hat kein nennenswertes Erspartes, auf das er in diesen Krisenzeiten zurückgreifen kann, um die höheren Kosten (…) abzudecken«, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in Berlin. »Sie sind es, die in dieser Krise doppelt hart getroffen sind: Sie erfahren persönlich eine drei- bis viermal höhere Inflation als Menschen mit hohen Einkommen, und sie haben keinerlei Absicherung.«

So sieht das auch die Caritas: Höhere Heizkosten träfen Menschen weniger stark, die Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II und XII beziehen, sagte ein Sprecher des bayerischen Landesverbands. Denn diese könnten die erhöhten Kosten beim Jobcenter oder Sozialamt geltend machen. Und diese würden in der Regel in tatsächlicher Höhe übernommen. Allerdings gilt dies nur bis zu zu einer »angemessenen« Obergrenze, deren Anpassung oft den gestiegenen Preisen hinterher hinkt.

Bisher spüren viele Menschen den Anstieg der Energiekosten noch nicht in vollem Ausmaß. Das wird sich in den nächsten Monaten ändern. Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) schätzte im Juli, dass allein der bis dahin eingetretene Anstieg des Gaspreises von sieben auf 13 Cent pro Kilowattstunde für einen durchschnittlichen Haushalt 1.700 Euro Mehrkosten pro Jahr bedeute. Seither ist der Preis laut Portal Verivox noch einmal um etwa fünf Cent gestiegen, eine weitere Verteuerung wird erwartet. Hinzu kommt noch die Gasumlage. Auch Lebensmittel und andere Waren dürften sich weiter verteuern. (dpa/jW)

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  • Leserbrief von Klaus P. Jaworek aus Büchenbach (16. August 2022 um 12:17 Uhr)
    Und der nächste (fatale) Streich, der folgt sogleich! Robert Habeck und die Rentner, der Verschulder und die Leidtragenden in dieser nahen Energiekrise. Wieder einmal soll nur der »kleine« Rentner bzw. Geringverdiener all das ganz brav und devot hinnehmen, was ihm diese »Ampel« aufzwingt. Deutschland im kommenden Herbst, das kann ja wirklich heiter werden. Hoffentlich hat diese stümperhafte Ampel-Murkserei bald ein rasches Ende.
  • Leserbrief von Heino F. aus Schwedt (15. August 2022 um 17:19 Uhr)
    Jetzt reicht es, die deutsche Bevölkerung wird zum wiederholten Mal betrogen, denn es gibt keine Gassorgen, denn die Pipelines Nord Stream 1+2 müssen nur von Deutschland weiter genutzt werden. Verträge mit Russland sind gültig und so kann Deutschland weiter Gas abnehmen, doch die Sanktionen sollen dies verhindern. Warum soll das deutsche Volk die Affäre der Regierung bezahlen, nur sie allein ist für diesen Blödsinn verantwortlich? Die Gasumlage ist ein Produkt der Gasfirmen, um Profit auf Kosten der Bevölkerung zu machen, gleichzeitig wird mehr Geld in die Staatskasse gepumpt, um damit die Bezahlung der Aufrüstung zu gewähren. Wenn die deutsche Regierung diesen Kurs weiter fährt, werden Tausende Bürger das Land verlassen, um woanders Gerechtigkeit zu erhalten. Vielleicht besinnen sich die Verantwortlichen der Regierung noch. Oder?
  • Leserbrief von Roland Winkler aus Aue (15. August 2022 um 13:22 Uhr)
    Wie wichtig unsere Junge Welt ist, spüren wir täglich. Es gelangt nur so viel Wahrheit in die Welt, wie wir und JW verbreiten. Gasumlage ist das Schlagwort, womit wir gerade rund um die Uhr erschlagen werden. Angeblich ist alles die Schuld von Putin und seinem (!) Krieg. Sind unsere BürgerInnen wirklich so dumm und einfältig? Wem nutzt und soll eine Gasumlage dienen? Werden damit wirklich nicht Konzerne gerettet und mehr als saniert, während Millionen Bürger in Angst leben müssen, von Armut bedroht sind? Kriege sind immer den einen bestens bekommen und andere haben bluten und zahlen müssen, was deutsche Herrscher offen ausgesprochen haben. Dämmert es langsam im Volke, das nur keine Zusammenhänge erkennt? Volkes Duldsamkeit hat eben Grenzen, vielleicht sogar Dummheit, obwohl Einstein es eher anders sah. Wissen die Habeck, Barbock und Co nicht seit wann Wirtschaftskrieg gegen Russland geführt wird? Sollte nicht Russland ruiniert und besiegt werden? Wer sich dagegen wehrt, ist Weltverbrecher? Politik dieses Landes ist fern jeder Realität und übt sich in Weltherrschaftswahnsinn. Was kann es anderes sein, wo Baerbock noch Ruinieren und Sieg über Russland nun China als nächstes Ziel hat? Das alles dann wohl auch noch wegen Klima und Umwelt?
  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart (15. August 2022 um 11:24 Uhr)
    Langsam wird es klar, dass der kommende Winter in Deutschland kein »Wintermärchen« wird. Deutschland droht ein kalter Winter, doch das könnte nur der Anfang sein. Was zu tun ist, damit das Land nach dem Krisenwinter im Jahr 2023 gewappnet ist und eine soziale Not keine Realität wird: Angesichts der hohen Energiepreise werden die Rufe nach einer Konzentration staatlicher Entlastungsmaßnahmen auf die wirklich Bedürftigen mit Recht immer lauter. Jedoch kassiert der Staat bis zu 2,6 Milliarden Euro pro Jahr mehr von seinen Bürgerinnen und Bürgern durch die Teuerungsrate. Also genug Geld gibt es in der Staatskasse, nur eine Lösung gibt es noch nicht. Offen bleibt, wie ein gerechtes Entlastungspaket finanziert werden könnte. Die Regierung steht bei ihren verwirrend vielfältigen Versuchsvorschlägen, die Folgen der Energiepreise einzudämmen, ziemlich verlegen aus.