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Aus: Ausgabe vom 21.07.2022, Seite 16 / Sport
Sportökonomie

So groß wie Holland

Der Springer-Konzern macht mit dem Sportmanager Christian Seifert nun auch in Streaming
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Schau mal einer an – für Tischtennis gibt’s auch Übertragungsrechte

Als Geschäftsführer der Deutschen Fußballiga (DFL) machte Manager Christian Seifert den Profifußball zu einem omnipräsenten Produkt. Nun will er ihm Aufmerksamkeit abringen. Dafür macht er gemeinsame Sache mit dem Axel-Springer-Konzern: Der neue Streamingdienst »S Nation Media« ist ein Joint Venture, für das man sich die Übertragungsrechte der Bundesligen im Tischtennis (TTBL), Volleyball (VBL), Basketball (BBL) und zuletzt Handball (HBL) gesichert hat, nur die Deutsche Eishockeyliga (DEL) lehnte ab. Die ARD ist als zusätzlicher Medienpartner dabei.

Sein Konzept, sagte der ehemalige Fußballverkäufer Seifert dem Magazin Sponsors, gehe »weit über den reinen Medienvertrag hinaus«, das heißt: »Wir wollen mit unseren Partnern ein neues Niveau der Präsenz und Wahrnehmung erreichen.« Diese Partner machen sich große Hoffnungen: Der Basketball »will raus aus der Blase« sagte etwa BBL-Geschäftsführer Stefan Holz dem Sportinformationsdienst (sid). Holz’ Traum: »Mit der Szene des Wochenendes auf dem Schulhof ein Thema sein.«

Die BBL war bislang bei Magenta Sport, dem Angebot der Telekom. Die HBL, die ihren Wechsel noch nicht offiziell verkündet hat, läuft noch bei Sky, ab der Saison 2023/24 dann für fünf Jahre bei »S Nation« – sie ist fraglos Seiferts größter Coup. Die HBL soll mit zwölf Millionen Euro pro Jahr geködert worden sein. Das Ziel aber ist vor allem, »Sichtbarkeit und Reichweite zu steigern und neue Zielgruppen sowie Erlöse zu erschließen«, so VBL-Geschäftsführer Daniel Sattler gegenüber dem sid. Mehr Aufmerksamkeit soll zu mehr Einnahmen führen. Für eine Liga wie die TTBL ist die ebenfalls zunächst auf fünf Jahre angelegte Zusammenarbeit ab 2023 »die Chance auf einen Quantensprung«, meinte Geschäftsführer Nico Stehle. Das Konzept, »die Reichweiten, die mediale Kraft mit Springer, das eröffnet uns ganz neue Leistungswerte«.

Mitspielen müssen aber auch die potentiellen Kunden – sie brauchen nun ein weiteres Abo, wenn sie nicht nur Fußball sehen wollen. Es soll 15 Euro im Monat kosten. »Das gemeinsame Potential der Sportarten, über die wir reden, ist etwa so groß wie Holland – nämlich ungefähr 17 Millionen Menschen. Wir wollen möglichst viele von ihnen für diese Sportarten begeistern und gewinnen«, sagte Seifert. (sid/jW)

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