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Gegründet 1947 Donnerstag, 29. September 2022, Nr. 227
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Aus: Ausgabe vom 16.07.2022, Seite 6 (Beilage) / Wochenendbeilage

Zwiebel-Rosmarin-Focaccia

Unterzeile
Von Maxi Wunder

»›Gartenparty. Jeder, der möchte, kann etwas mitbringen‹ … Wenn ich das schon lese: ›Jeder, der möchte‹ … Ich zum Beispiel möchte nicht. Darf ich dann trotzdem hin und mich sattessen?« fragt Roswitha, aber nur in der Absicht, sich die Frage sogleich selbst zu beantworten. »Ich will es dir sagen, Maxi: ja und nein!«

Na toll. Ihre Alltagsdialektik nervt manchmal, denn sie zeigt, dass ihr der moralische Verhaltenskompass fehlt. Außerdem kann man ja wohl kaum sowohl hingehen zur Party als auch zu Hause bleiben. »Rossi, hör mal, das gehört sich nicht, nichts mitzubringen …« – »Nein, Maxi, da steht klipp und klar …« – »Ja, da steht: ›wer möchte‹. Aber nicht alles, was erlaubt ist oder nicht verboten, ist auch angebracht.« Schnöselige Diplomatenlogik verfängt bei meiner Freundin nicht: »Komm mir bloß nicht mit guter Erziehung. Ich will dir mal folgendes sagen: Egal, welche Gartenparty ich in meinem Leben besucht habe, nach jeder waren Berge von Essen übrig. Man ist ein guter Mensch, wenn man es ihnen abnimmt, damit sie nichts wegschmeißen müssen. So sieht’s nämlich aus! Nudelsalate stehen rum bis zum Morgengrauen, genau wie Zaziki und Grüner-Tee-Muffins.« – »Du meinst Matscha-Kekse?« – »Oder so.« – »Ja, und Ziegenkäse mit Kümmel« – »Stimmt, Ziegenkäse bleibt immer übrig.« – »Aber niemals Mousse au Chocolat!« – »Nein, Mousse au Chocolat nie, den Gefallen tun sie einem nicht. Sie geben einem nach der Party Tupperdosen mit Bohnensalat, stinkendem Ziegenkäse und flüssigem Knoblauchquark mit nach Hause, der in der Tasche ausläuft, aber kein Mousse au Chocolat.« – »O nein!« – »Und das Tiramisu ist immer schon als erstes alle.« – »O ja …« Andächtiges Schweigen. »Auch das mit Erdbeeren und Pistazien.« – »Hm.« – »Sag mal, wann war diese Gartenparty, Rossi?« – »Heute.« Sie schaut auf die Uhr. »In einer halben Stunde!« – Es tut mir wahnsinnig leid, ich muss hier abbrechen – gewisse soziale Verpflichtungen …

Also, wen partout das schlechte Gewissen plagt, wenn er zur Gartenparty nichts mitbringt, dem sei als bequemer Büfettbeitrag eine Flasche Wein aus der Vorratskammer empfohlen. Der ist sehr wahrscheinlich überlagert, deshalb nennt man ihn bei der Übergabe vollmundig einen »alten Wein«. Für die längerfristige Teilnahmeplanung empfehle ich ein ungarisch-österreichisches Fingerfood, das leicht zu transportieren ist:

Zwiebel-Rosmarin-Focaccia

375 g Dinkelmehl Typ 1050 mit einem TL Meersalz mischen. 30 g Hefe in 250 ml lauwarmem Wasser auflösen und zusammen mit sechs EL Olivenöl in das Mehl geben, dann alles zu einem Teig kneten. Den Teig zugedeckt 30 Minuten ziehen lassen. Ein bis zwei mittelgroße Zwiebeln fein hobeln und in Olivenöl andünsten. Hefeteig nochmals durchkneten und die Zwiebeln, 25 g gehackte Kürbiskerne und 100 g Ziegenfrischkäse (!) mit hineinkneten. Backofen auf 250 °C vorheizen. Blech mit Backpapier auslegen und den Teig darauf ausrollen. Mit schwarzen Oliven, gehackten Rosmarinnadeln und grobem Meersalz bestreuen. Zwiebel-Rosmarin-Focaccia zehn bis zwölf Minuten backen. Abkühlen lassen und in handliche Stücke schneiden.

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