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Aus: Ausgabe vom 16.07.2022, Seite 13 / Geschichte
Geschichte

Anno …29. Woche

1937, 19. Juli: In München wird die Wanderausstellung »Entartete Kunst« eröffnet. Von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels zusammengestellt, zeigt sie Bilder und Skulpturen moderner Kunst u. a. von Paul Klee, Max Ernst und Ernst Barlach. Die ausgestellten Werke werden als »artfremd« und »ungesund« diffamiert. Die Schau tourt bis zum April 1941 durch zahlreiche Großstädte. Später organisieren die Nazis den Verkauf der Kunstwerke.

1952, 19. Juli: Der Bundestag verabschiedet das Betriebsverfassungsgesetz, das die betriebliche Mitbestimmung von Arbeitern und Angestellten durch einen von der Belegschaft gewählten Betriebsrat regelt. Das Gesetz, das eine »vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung vorsieht, knüpft an das Betriebsrätegesetz der Weimarer Republik von 1920 an.

1952, 23. Juli: Mit dem »Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der Deutschen Demokratischen Republik« wird die politische Gliederung des ostdeutschen Staates in Bezirke und Kreise beschlossen. Die Maßnahme steht im Kontext des zuvor von der SED beschlossenen Aufbaus des Sozialismus. Die Länder Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden aufgelöst. An ihre Stelle treten 14 Bezirke mit 217 Kreisen. Ostberlin, das dem Viermächtestatus von Groß-Berlin unterliegt, bildet keinen eigenen Bezirk, erhält aber nach dem Bau der Mauer im September 1961 die Funktion eines Bezirks.

1957, 23.–26. Juli: In Ostberlin beginnt vor dem Obersten Gerichtshof der Schauprozess gegen vier Mitglieder der »Harich-Gruppe«: den Verleger des Aufbau-Verlags Walter Janka, den Chefredakteur der Kulturbund-Zeitung Sonntag Heinz Zöger und seinen Stellvertreter Gustav Just sowie den Journalisten Richard Wolf. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sie hätten das Ziel verfolgt, die sozialistischen Errungenschaften der DDR zu beseitigen und die »Staatsmacht der DDR zu liquidieren«. Wolfgang Harich, der bereits am 9. März zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden war, tritt als Kronzeuge der Anklage gegen sie auf. Die Angeklagten werden zu zweieinhalb bis fünf Jahren Haft verurteilt.

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