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Aus: Ausgabe vom 09.07.2022, Seite 2 / Ausland
Bündnis der Schwellenländer

China öffnet Argentinien das Tor

Beijing unterstützt formell Mitgliedschaft von Buenos Aires in BRICS-Gruppe
Von Frederic Schnatterer
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Besondere Annäherung: Die Außenminister Santiago Cafiero (l.) und Wang Yi am Donnerstag am Rande des G20-Treffens auf Bali

China unterstützt nun auch formell eine Mitgliedschaft Argentiniens in der Gruppe der BRICS-Staaten. Das meldete am Freitag die argentinische Tageszeitung Página 12, die sich auf eine offizielle Mitteilung des argentinischen Außenministeriums bezog. Demnach hatte der chinesische Außenminister Wang Yi die Zusage tags zuvor bei einem Treffen mit seinem argentinischen Amtskollegen Santiago Cafiero gegeben. Die Zusammenkunft fand am Rande des G20-Außenministertreffens auf Bali statt.

Bislang gehören zu den BRICS-Staaten die sogenannten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Gemeinsam repräsentieren sie 42 Prozent der Weltbevölkerung und 24 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Bereits im Juni nahm der argentinische Präsident Alberto Fernández auf Einladung ­Chinas an einem virtuell durchgeführten BRICS-Gipfel teil. Bei seiner Intervention betonte Fernández, die südamerikanische Nation strebe danach, »so schnell wie möglich« ein vollwertiges Mitglied zu werden. Auch der Iran erklärte Ende Juni, beitreten zu wollen. Beide Ankündigungen können als Indiz dafür gelesen werden, dass sich der BRICS-Staatenbund für Länder des globalen Südens mehr und mehr zu einer Alternative zu westlich dominierten Bündnissen entwickelt.

Per Twitter erklärte Cafiero, eine »Priorität in der Außenpolitik« der argentinischen Regierung sei es, den Multilateralismus zu vertiefen: »Das erlaubt es uns, Abkommen abzuschließen, die dem Land und der Region nutzen.« Da China in diesem Jahr den Vorsitz der BRICS-Gruppe innehat, seien »die Unterstützung und das Engagement« der Volksrepublik für eine Mitgliedschaft Argentiniens »fundamental«, so Cafiero gegenüber der argentinischen Nachrichtenagentur Télam.

Eine besonders Bedeutung sieht Cafiero dabei bei der »Neuen Entwicklungsbank« der BRICS-Staaten. So erklärte der Außenminister, diese spiele »eine Schlüsselrolle bei der internationalen Finanzkooperation sowie der Unterstützung von Agenden aus dem globalen Süden«. Zudem erinnerte er daran, dass drei der vier wichtigsten Handelspartner Argentiniens BRICS-Staaten sind. China belegt dabei den zweiten Platz und ist auch das zweitgrößte Zielland für argentinische Exporte.

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