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Aus: Ausgabe vom 13.06.2022, Seite 15 / Politisches Buch
Marxistische Debatte

Weltordnungskrieg und Arbeitswert

Neues Heft der Zeitschrift Marxistische Erneuerung
Von Holger Czitrich-Stahl
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Irgendwo hier entsteht der Wert: Arbeit in einer Fabrik für Elektroautos, Illinois

Seit dem Heft 125 vom März 2021 wird in der Zeitschrift Marxistische Erneuerung eine angeregte Debatte über die werttheoretischen Auffassungen von Michael Heinrich und der sogenannten Neuen Marx-Lektüre geführt. Heinrich hatte in Heft 129 dem an ihn gerichteten Vorwurf widersprochen, die Bildung von Wert und abstrakt menschlicher Arbeit auf den Austausch von Waren zu reduzieren und die Produktion zu ignorieren.

Zur Fortsetzung der Debatte gehört auch die Darstellung und Bewertung der in der DDR um 1960 geführten Diskussion über die Messbarkeit des Arbeitswerts, die Paula Rauhala (Tampere/Finnland) vornimmt. Zu Unrecht werde, so ein Ergebnis, dem »traditionellen Marxismus« attestiert, seine Wertauffassung sei vornehmlich naturalistisch oder substantialistisch. Barbara Lietz und Winfried Schwarz widersprechen Heinrich insofern, als sie feststellen, dass sich Wert und abstrakt menschliche Arbeit nicht erst aus dem Austausch von Waren ergeben, sondern aus der Produktion und dem Austausch »im Sinne der Einheit von Wert in der Produktion und Wertform im Austausch«. Die Beiträge in diesem Heft und in den vergangenen Heften zeigen, dass etwa »Das Kapital« keinesfalls ein abgeschlossenes Werk darstellt, sondern den Ausgangspunkt für Debatten zum Kapitalismus der Gegenwart und zum Sozialismus der Zukunft bildet.

Im Februar 2022 begann der russische Angriff auf die Ukraine. Dieser Krieg kann, legen Beiträge etwa von Erhard Crome und Gerhard Weiß nahe, als »Weltordnungskrieg« interpretiert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in vielen Teilen der Welt die Vorherrschaft der USA abgelehnt wird, auch in Russland. Die jüngere Geschichte und die Niedergangserfahrungen Russlands haben den dortigen politischen und militärischen Eliten den Versuch attraktiv gemacht, zu den (militärischen) Mitteln zu greifen, die die USA immer wieder zur Durchsetzung ihrer Interessen anwandten. Dass die USA, und in ihrem Gefolge »der Westen«, auf eine geopolitische und ökonomische Schwächung Russlands drängen, ist unübersehbar geworden. Im Hintergrund droht der große Hegemonialkonflikt mit der Volksrepublik China. Eine große Herausforderung für die Friedensbewegung, stellt die Redaktion völlig zu Recht fest.

Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Nr. 130 (Juni 2022), Jg. 33, 216 Seiten, Einzelheft: 10 Euro, Bezug: Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Postfach 70 03 46, 60553 Frankfurt am Main, E-Mail: redaktion@zme-net.de

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