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Aus: Ausgabe vom 13.05.2022, Seite 15 / Feminismus
Demokratische Frauenföderation

Für Frieden und Frauenrechte

17. IDFF-Kongress in Caracas vor Hintergrund von Pandemie und Kriegen. Feministinnen betonen Notwendigkeit internationaler Organisation
Von Julieta Daza, Caracas
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Gut gewählter Versammlungsort: Demonstration zum internationalen Frauenkampftag in Caracas (8.3.2022)

Mehr als 90 Delegierte aus 27 Ländern haben Ende April in Caracas am 17. Kongress der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF) teilgenommen. Das Treffen in der venezolanischen Hauptstadt stand unter dem Motto »Frauen der Welt vereinigt gegen Ungleichheit und Gewalt, für Frieden und Gesundheit auf der Erde«.

Bei der Abschlussveranstaltung des Treffens, das am 25. April begonnen hatte, betonte Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro am 28. April die Bedeutung der IDFF. Diese habe während ihrer bald 77jährigen Existenz »hart gekämpft« und spiele auch heute noch »eine entscheidende Rolle für die Anerkennung der Rechte von Frauen auf der ganzen Welt«. »Ihr könnt Venezuela als euer Zuhause betrachten, denn wir sind Feministinnen und Feministen«, fügte er hinzu.

Thematisch gliederte sich die Konferenz in sechs Arbeitsgruppen, in denen die anwesenden Aktivistinnen debattierten und künftige Initiativen vorschlugen: die IDFF im aktuellen Kampf für Gleichstellung; die Auswirkungen der Coronapandemie und der imperialistischen Offensive auf das Leben von Frauen; die Lage junger Frauen; die Menschenrechte indigener, älterer und von Frauen mit Behinderung sowie von LGBTIQ-Personen sowie der Kampf gegen die Ungleichbehandlung von Frauen am Arbeitsplatz und im Gesundheitswesen – und somit »gegen den Kapitalismus, der diese verursacht«. Auch über die Lage von weiblichen politischen Gefangenen auf der ganzen Welt tauschten sich die Aktivistinnen aus.

Wie die IDFF-Vorsitzende Lorena Peña erklärte, fand der Kongress vor dem Hintergrund »einer kritischen Situation auf globaler Ebene statt, die durch die Pandemie und das Wiederaufflammen von Kriegen gekennzeichnet ist«. Die Debatten des Treffens seien davon geprägt gewesen, dass sich die Teilnehmerinnen als »linke Feministinnen« verstanden. Dementsprechend sei es darum gegangen zu erörtern, »wie wir auf diese Weltlage reagieren und gleichzeitig die Interessen von uns Frauen wahren können«, so Peña.

In der Abschlusserklärung verurteilten die Teilnehmerinnen unter anderem die stetige Aufrüstung und benannten den Ukraine-Krieg als verheerende Folge des US- und NATO-Expansionismus. Am letzten Tag der Konferenz wurde die aus El Salvador stammende Peña, die das Amt seit 2016 innehat, als IDFF-Vorsitzende bestätigt. Auch regionale Vertreterinnen und Sprecherinnen wurden von den Delegierten gewählt.

Elena Linarez, Vorsitzende des Frauenverbands »Clara Zetkin«, eine der fünf venezolanischen IDFF-Mitgliedsorganisationen, erklärte im Gespräch mit junge Welt, die Föderation kämpfe auch heute für Frieden in der Welt, für die Rechte der Frauen aller Völker sowie die der Arbeiterinnen, gegen Imperialismus und Kapitalismus sowie gegen patriarchalische Unterdrückung. Die Themen seien bereits 1945, als die IDFF in Paris von 850 Frauen aus Europa, Asien, Afrika, Australien und aus Nord- und Südamerika gegründet worden war, zentral gewesen.

Der Frauenverband »Clara Zetkin« war seit 2019 an der Vorbereitung des 17. IDFF-Kongresses beteiligt gewesen, wobei er die Kommission für Kommunikation und Medien leitete. Die aktive Beteiligung der fünf der Föderation angehörigen venezolanischen Organisationen an der Erarbeitung von Dokumenten und Vorschlägen sowie an den Debatten sei wichtig für den Feminismus in dem südamerikanischen Land gewesen, betonte Linarez. So sei erreicht worden, dass die IDFF auch ihre Solidarität mit dem venezolanischen Volk angesichts der Wirtschaftssanktionen des europäischen und US-Imperialismus gegen das Land ausgesprochen habe.

In den kommenden vier Jahren will die IDFF nun mehrere Aktionen durchführen, wie auf dem Kongress beschlossen worden sei, so Linarez. Darunter solche unter dem Motto »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« sowie Kampagnen zum Schutz von Frauen und Kindern im Krieg oder während ihrer Migration. Hinzu komme ein weiteres wichtiges Thema: »Die Fahne des Kampfes gegen den Faschismus müssen wir auf der ganzen Welt von neuem hochhalten.«

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