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Aus: Ausgabe vom 23.04.2022, Seite 1 / Ausland
Energiewende

China stoppt Kohlekraft im Ausland

Beijing verzichtet wegen Klimaschutzes auf Bau neuer Meiler und hält an CO2-Neutralität bis 2060 fest
Von Raphaël Schmeller
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Im eigenen Land will China vorerst weiter auf Kohlekraft setzen, um die Ziele beim Wirtschaftswachstum zu erreichen (Kohlekraftwerk in Beijing)

Chinas Präsident Xi Jinping hatte es versprochen, nun ist der erste Schritt in die Richtung erfolgt: Beijing hat einer Studie zufolge wie angekündigt auf den Bau von Kohlekraftwerken im Ausland verzichtet. Das Forschungszentrum für Energie und saubere Luft (CREA) in Helsinki erklärte am Freitag, 15 solcher Projekte seien in den vergangenen Monaten gestrichen worden. Xi hatte im vergangenen September bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung angekündigt, im Kampf gegen die Erderwärmung keine Kohlekraftwerke mehr im Ausland zu bauen.

Die 15 Kraftwerke, die nun nicht gebaut werden, hätten 12,8 Gigawatt Strom produziert, soviel wie die Produktion von ganz Singapur, erklärten die CREA-Forscher. In den Ländern, in denen sie errichtet werden sollten, sollen nun teilweise umweltfreundlichere Kraftwerke entstehen. Vietnam und Bangladesch etwa hatten mit China in den vergangenen Monaten über den Bau von Gas- statt Kohlekraftwerken verhandelt.

Die chinesische Planungs- und Entwicklungskommission hatte im März Richtlinien für die angestrebten Baustopps veröffentlicht. Demnach könnten 32 Projekte noch gestoppt und weitere 36, bei denen der Bau bereits begonnen hat, »überdacht« werden, heißt es in der CREA-Studie. 18 Projekte seien allerdings bereits voll finanziert und genehmigt, »sie könnten verwirklicht werden«, so die Forscher weiter. Die meisten dieser Projekte sind in Indonesien und stehen in Verbindung mit dem Abbau von Nickel und anderen Rohstoffen, die für Elektroautos nötig sind, ein Bereich, in den China Milliarden investiert.

Einem Aktionsplan zufolge will die Volksrepublik den Anteil des nichtfossilen Energieverbrauchs bis 2030 auf rund 25 Prozent erhöhen und die CO2-Emissionen pro BIP-Einheit bis 2030 um mehr als 65 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 senken, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Beijing plant so, die CO2-Emissionen noch vor 2030 drastisch zu reduzieren und bis 2060 CO2-neutral zu werden.

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