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Aus: Ausgabe vom 22.04.2022, Seite 12 / Thema
Imperialismus

Verzerrte Spiegelung

Globale Rivalitäten. 30 Jahre führten die USA und ihre Verbündeten Kriege für ihre Weltordnung. Jetzt spielt Russland mit seinem Krieg gegen die Ukraine dem Westen dessen eigene Melodie vor
Von Erhard Crome
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In Elite und Öffentlichkeit Russlands ist die NATO schon in den 1990er Jahren als Bedrohung wahrgenommen worden (Anti-NATO-Proteste in Moskau, April 2008)

Der folgende Aufsatz von Erhard Crome erscheint im Juniheft von Z – Zeitschrift Marxistische Erneuerung. Autor und Redaktion waren so freundlich, uns bereits jetzt die Veröffentlichung des Artikels zu ermöglichen. (jW)

Eine aktuelle Weltbeschreibung liest sich so: »Drei Jahrzehnte lang hielt die Illusion an. Die Illusion einer Welt, die nach dem Niederreißen des Eisernen Vorhangs gleichsam zu einem Ort des ewigen Friedens geworden war. Zwar wurde dieser Glaube wiederholt auf harte Proben gestellt, sei es im Irak, auf dem Westbalkan, in Afghanistan oder im Nahen Osten. Doch die genannten Konflikte, so die Perspektive im Westen, schienen lokal eng begrenzt. Sie konnten das Geborgenheitsgefühl im heimischen Kokon nie ernsthaft stören.« So lautet die Meinung des schweizerischen Journalisten Thomas Fuster in der Neuen Zürcher Zeitung vom 13. April. Das ist zunächst Ausfluss der Illusion des US-amerikanischen Politologen Francis Fukuyama: Nach dem Kalten Krieg sei die Welt zu sich selbst gekommen, das »Ende der Geschichte« sei erreicht und der sogenannte Westen Hüter dieser Beendigung. Darüber hinaus gebe es Weltordnungskriege, die der Westen führt, um jene Fukuyama-Welt zu gewährleisten; deshalb darf er das, und andere, etwa Russland oder China, dürfen es nicht.

Kriege in Jemen und Äthiopien sind derweil kaum eine fünfzeilige Meldung in der Zeitung wert, auch wenn dort nicht weniger Menschen sterben als in der Ukraine – während im Fernsehen zum Thema Ukraine eine Sondersendung die andere jagt.

Geopolitische Wandlungen

In diesen Zeiten kann ich es mir nicht versagen, meine alten Texte nochmals hervorzuholen. Im letzten Heft der Berliner IPW-Berichte 1991 war ein Artikel über den Golfkrieg von 1990/91 zu lesen. Dieser Krieg wurde in der Geschichtsschreibung später als »erster Irak-Krieg« der USA und ihrer Kriegswilligen eingeordnet. Meine Überschrift war in eine Frage gekleidet: »Menetekel neuer Weltenauseinandersetzungen?« Ja, es war ein Menetekel.¹ US-Präsident George Bush senior hatte seine »neue Weltordnung« nicht nur verkündet, sondern mit diesem Krieg vorgeführt, dass die USA fest entschlossen sind, sie mittels militärischer Gewalt zu erzwingen. Den Casus belli hatte die US-amerikanische Botschafterin geschaffen, als sie dem irakischen Staatschef Saddam Hussein erklärte, die USA sähen bei einer Annexion Kuweits ihre Interessen nicht tangiert – was dieser als Einladung zum Krieg verstand. Die US-Botschafterin wurde dann durch ihre Regierung desavouiert, Bagdad hatte ein souveränes Land überfallen, und der UN-Sicherheitsrat gab grünes Licht für den Krieg gegen den Irak. Die in Agonie befindliche Sowjetunion unter Michail Gorbatschow konnte und wollte das nicht anhalten. Dies war zugleich der erste und letzte der Weltordnungskriege seit 1990, der formal völkerrechtlich abgesegnet war. Dass die Kriege des Westens im Irak, in Libyen und Afghanistan lediglich zu »Failed States«, nicht aber zu einer stabilen inneren Ordnung geführt haben, steht auf einem anderen Blatt.

Der Jugoslawien-Krieg der NATO 1999 wiederum hatte fünf Dimensionen: Es war 1. ein weiterer Krieg in der Folge der postjugoslawischen Sezessionskriege seit Anfang der 1990er Jahre; 2. ein Krieg der NATO gegen Restjugoslawien, um es in die Peripherie des Westens einzufügen; 3. ein Krieg der USA, um EU-Europa weiter ihrer Botmäßigkeit zu unterwerfen; 4. »ein Krieg, dessen Fernwirkung auch auf das weitere Zurechtstutzen Russlands zielte« und 5. ein Krieg zur Demonstration von »Überlegenheit der NATO bzw. der USA gegenüber China«.² Die »neue deutsche Außenpolitik«, verkündet von der damals frisch angetretenen Bundesregierung unter Gerhard Schröder (SPD) und Joseph Fischer (Grüne), mündete in die Beteiligung an einem völkerrechtswidrigen Krieg des Westens und in die erste deutsche Kriegsbeteiligung seit 1945. Auch jetzt rufen die Grünen wieder besonders laut nach Militärhilfe für die Ukraine.

Es war der Westen, der unmittelbar nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation Krieg wieder zu einem »normalen Mittel« der internationalen Politik gemacht hat. Russland folgt dem nun mit mehr als zwanzigjährigem Abstand. Das geltende Völkerrecht seit dem Kriegsächtungspakt von 1928 verlangt jedoch, Krieg »als Mittel für die Lösung internationaler Streitfälle« zu verurteilen und »auf ihn als Werkzeug nationaler Politik« zu verzichten. Die Sowjetunion war der Übereinkunft damals sofort beigetreten. Die UN-Charta wiederum fixiert das Friedensgebot als zentral für die Staatenbeziehungen. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine kann nur als offener Bruch des Völkerrechts qualifiziert werden, als Versuch, Krieg »als Werkzeug nationaler Politik« zu benutzen. Es gibt jedoch kein »Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht«. Die Lügen und Verbrechen der USA rechtfertigen diejenigen Russlands in keiner Weise.

Der belgische Geopolitiker David Criekemans spricht von einer »ungelösten russischen Frage«; vielleicht könnten künftige Historiker den ukrainischen Krieg Russlands so betrachten. Jede Epoche habe ihre Eigenheiten, die von Zeitgenossen oft nicht verstanden werden.³ Das aus den Napoleonischen Kriegen und dem Wiener Kongress 1815 hervorgegangene »Konzert der Mächte« stellte ein System konservativer Regimes wieder her, in dem sich die europäischen Großmächte (Großbritannien, Frankreich, Preußen, Österreich und Russland) gegenseitig im Gleichgewicht hielten. Im Krimkrieg (1853–1856) stellte Russland dieses System in Frage, indem es das Osmanische Reich weiter schwächen und die Meerengen vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer kontrollieren wollte. Ein »begrenzter europäischer Krieg« war wieder möglich. Russland – obwohl dem Osmanischen Reich allein überlegen – unterlag jedoch, weil Großbritannien, Frankreich und das Königreich Piemont (der Vorläufer des sich einigenden Italiens) die Hohe Pforte unterstützten. Das »Konzert« von 1815 zerbrach dann mit der nationalen Einigung Italiens und Deutschlands.⁴ Die Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 führte zu einem »französischen Revanchismus« und mündete in den Ersten Weltkrieg (1914–1918). Die Niederlage und die Demütigung Deutschlands mit dem Vertrag von Versailles 1919 hatten dann den »deutschen Revanchismus« zur Folge, der von den Nazis politisch genutzt wurde und zum Zweiten Weltkrieg (1939–1945) führte. Im 20. Jahrhundert wurde die internationale Ordnung dreimal »neu geordnet«: mit dem Versailler System von Friedensverträgen und der Schaffung des Völkerbundes 1920, mit dem Potsdamer Abkommen und den Vereinten Nationen 1945 sowie nach dem Ende des Kalten Krieges mit der »Charta von Paris« 1990 und der Schaffung der OSZE.

Criekemans stellt die Frage nach einem »russischen Revanchismus« nach dem Ausgang des Kalten Krieges und meint: »In den 1990er Jahren verpasste die Welt eine einzigartige dritte Chance (…). Nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Entstehen unabhängiger Nachfolgestaaten wie Russland und der Ukraine konnten diese Länder in eine Weltgemeinschaft und eine gestärkte internationale Rechtsordnung auf der Grundlage der Demokratie integriert werden.«⁵ Diese Möglichkeit wurde nicht genutzt. Einen Grund sieht er in den Folgen der US-amerikanischen neoliberalen Schocktherapie Anfang der 1990er Jahre für Russland, den anderen in den unterschiedlichen sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und politischen Sichtweisen. So wurde diese historische geopolitische Chance bereits Ende der 1990er Jahre verpasst. »West« und »Ost« hatten keine gemeinsame Vision der Realität, eine gemeinsame Zukunft rückte in weite Ferne.

Die Gründe für diese westliche Politik liegen wieder im Fukuyama-Syndrom: Der Verlierer des Kalten Krieges sollte endlich klein beigeben und sich in seine Rolle als »Regionalmacht« fügen. Es stehe ihm kein anderer Platz zu als der des Juniorpartners des Westens. Man hoffte zugleich auf eine kommende Generation der Moskauer Elite, die lieber Junior der US-Amerikaner als Junior der Chinesen sein wollte.

Russische Umwege

Ungeachtet dessen, ob man die Oktoberrevolution – in der offiziellen sowjetischen Interpretation vor 1989 der große Wendepunkt der Menschheitsgeschichte – nun zu einem Putsch der Bolschewiki uminterpretiert oder nicht, sie stand für den unbedingten Willen, das Morden des Ersten Weltkrieges zu beenden. Die Revolution von 1905 hatte die zaristische Selbstherrschaft zwar erschüttert, aber nicht gestürzt. Mit brutalen Mitteln war die Macht gesichert und das Land wieder unter Kontrolle gebracht worden. 1914 fühlten sich der Zar und seine Regierung wieder stark genug, sich an dem Großen Krieg der Mächte beteiligen zu können. Mit den riesigen Verlusten an der Front nahm die Unzufriedenheit im Lande schließlich systemsprengende Formen an.

Lenin charakterisierte »Imperialismus« nicht einfach als kapitalistisches Weltsystem, das auf kolonialer Ausbeutung großer Teile der Welt durch die Bourgeoisie einiger entwickelter Länder vor allem Europas beruht, sondern als »höchstes Stadium des Kapitalismus«, als »sterbenden Kapitalismus«.⁶ Verstärkt durch den Ruin, den der Krieg hervorgerufen hatte, diagnostizierte er eine »weltweite revolutionäre Krise«, die nicht anders enden könne »als mit der proletarischen Revolution und deren Sieg«.⁷ Er folgerte, »dass der Sieg des Sozialismus zunächst in wenigen kapitalistischen Ländern oder sogar in einem einzeln genommenen Land möglich ist«.⁸ Die Russische Revolution von 1917 war als Beginn der proletarischen Weltrevolution proklamiert.

Die Frage, ob Russland dafür reif war, wurde ausgeklammert, obwohl Lenin sie in seinen Texten auch problematisiert hatte. Der Zusammenbruch des Kapitalismus war aus dem Weltzustand, wie er im Weltkrieg zum Ausdruck kam, und nicht aus einer Hochentwicklung kapitalistischer Verhältnisse in Russland abgeleitet. Eine rein russische Revolution – historisch eingeordnet: als nachholende der Französischen von 1789 – hätte nicht eine solche weltweite Wirkung erreicht, wie sie die Oktoberrevolution hatte. Insofern ist die Frage, ob die von Lenin geführte Revolution die im Sinne der Marxschen Lehre »richtige« war, völlig verfehlt. Ihre Charakterisierung als Beginn der Weltrevolution war eine wirkungsvolle Verkleidung für die tatsächlich 1917 gemachte. Unter dieser Voraussetzung wurde die Sowjetunion jahrzehntelang in aller Welt als Gegenmacht zum Imperialismus unterstützt.

Die Rücknahme der Revolution in ein kapitalistisches Russland nach dem Ende der Sowjetunion, das einige Attribute des westlichen Parlamentarismus und die Wahl des Präsidenten – statt eines Zaren, der sein Amt qua Geburt ausübt – übernommen hat, machen deutlich, dass Russland von 1917 bis 1991, aus heutiger Perspektive betrachtet, den längstmöglichen Umweg des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus zurückgelegt hat. In Anlehnung an Lenin ist zugleich zu resümieren: Nach dem Ende der Sowjetunion und des Realsozialismus im Osten Europas befinden wir uns wieder in einer Epoche des Imperialismus, in einem weltweiten imperialistischen System. Russland ist ein »normales« kapitalistisches Land in der nun wieder »normalen« imperialistischen Welt.

Lenin schrieb 1916, die Kapitalisten könnten nicht anders als Krieg führen, »wenn sie den Kapitalismus erhalten wollen, denn ohne eine gewaltsame Neuverteilung der Kolonien können die neuen imperialistischen Länder nicht die Privilegien erlangen, die die älteren (…) imperialistischen Mächte genießen«.⁹ In diesem Sinne führt der »Oligarchenkapitalismus« Russlands heute Krieg gegen den »Oligarchenkapitalismus« der Ukraine, um diesen nicht den alten imperialistischen Mächten des Westens zu überlassen. Zugleich ist es ein Krieg um die Umverteilung der geopolitischen und wirtschaftlichen Macht auf dem Gebiet der einstigen Sowjetunion, unter Aufkündigung der mit der Nomenklatura 1991 gemachten Kompromisse.

Traum von Vergeltung

Die Quellen des »russischen Revisionismus» untersuchten Ivan Krastev und Stephen Holmes in ihrem Buch »Das Licht, das erlosch« und bestätigten die völlig gegensätzlichen Sichten auf die Realitäten im Westen und in Russland. Ironisch formulierten sie: Niemand, »der heute das Ende des Kalten Krieges als einen Triumph des höchsten moralischen Strebens der Menschheit beschreibt, wird Russlands aktuellem, eher rachsüchtigem als strategischem Schwenk zu antiwestlicher Kriegslust je einen Sinn abgewinnen«.¹⁰ »Der Regimewechsel« nach dem Ende der Sowjetunion »erwies sich vor allem deshalb als nicht besonders beliebt, weil er mit einem gewaltigen Verlust an Territorium und Bevölkerung verbunden war«. Die »Bombardierung Jugoslawiens durch die NATO trotz der scharfen Kritik Russlands entlarvte den westlichen Schwindel, das Ende des Kalten Krieges sei eigentlich ein gemeinsamer Sieg, auch für das russische Volk«.¹¹ Vor etwa zehn Jahren ging Russland deshalb dazu über, die westliche Außenpolitik selektiv zu spiegeln. »Viele Angehörige der russischen politischen Elite träumten heimlich von Vergeltung, wobei es ihnen völlig egal ist, ob sie damit strategische Gewinne erzielen oder nicht.«¹² Letzteres sollte nicht wörtlich genommen werden. Niemand beginnt einen Krieg in der Absicht, ihn zu verlieren. Doch es lässt offen, worin der strategische Gewinn liegen könnte.

Russlands Krieg in der Ukraine war offenbar gedacht als machtpolitische Demonstration, als »Spiegelung« der Kriege des Westens. Der Jugoslawien-Krieg der NATO dauerte vom 24. März bis 10. Juni 1999. Allerdings bestand er »nur« aus terroristischen Bombardements der NATO-Luftwaffen, ohne Einsatz eigener Bodentruppen, bis Staatschef Slobodan Milosevic schließlich faktisch kapitulierte, weil er die Opfer unter der jugoslawischen Zivilbevölkerung – die angeblich nur »Kollateralschäden« waren – nicht mehr mitansehen konnte und keine effektiven Gegenmittel hatte. Am Boden hätte die NATO wohl ebenfalls große Verluste erlitten, wie heute Russland in der Ukraine. Der Afghanistan-Krieg der USA und ihrer Willigen im engeren Sinne ging vom 7. Oktober 2001 bis zum Fall Kabuls am 13. November 2001, wobei sich die USA zunächst einheimische Bodentruppen der sogenannten Nordallianz gesichert hatten, was ihre unmittelbaren Verluste in engen Grenzen hielt. Die kamen erst später, weil die Besatzungspolitik misslang. Der Irak-Krieg der USA und ihrer Willigen begann am 20. März und endete am 1. Mai 2003. Für diese Zeit meldeten die USA 171 gefallene Soldaten und 2.300 auf der irakischen Seite. Diese Zahlen waren weit untertrieben. Die zivilen Todesopfer gingen – allerdings bis 2011 – in die Millionen.

Der Krieg in der Ukraine zeigt eine schlechte Spiegelung. Ein »Blitzkrieg« wurde nicht daraus. Der Widerstand der ukrainischen Truppen ist größer und nachhaltiger als ursprünglich in Moskau gedacht. Die Verluste an Menschen und Material sind hoch. Die der ukrainischen Zivilbevölkerung lassen sich nur schätzen. 4,5 Millionen Menschen sind bislang geflüchtet. General Erich Vad, früher militärpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, betonte in einer vom Stern und mehreren Tageszeitungen verbreiteten Stellungnahme, die Opfer seien dem Krieg »systemimmanent« und fielen im Vergleich zu Irak, Syrien und Libyen nicht aus dem Rahmen. Das macht die Sache nicht besser, aber die Relationen in der Kriegführung sind zu beachten. Gleichwohl, je länger der Krieg dauert und je mehr Waffen aus verschiedenen NATO-Ländern an die Ukraine geliefert werden, desto mehr handelt es sich in der Tat um einen Krieg zwischen Russland und der NATO.

Das geopolitische Bild hat eine Reihe von Unschärfen. Aus der Sicht des heutigen Westens mit seinen tendenziell schwindenden machtpolitischen Ressourcen ist der Konflikt mit Russland einerseits und der mit China andererseits ein »Zweifrontenkrieg«. In Deutschland weiß man, die gingen stets verloren. In diesem Sinne war der Ukraine-Krieg aus russischer Sicht als Stärkung der eigenen Positionen im Ringen um eine nichtwestliche Weltordnung gedacht, die eher dem einstigen »Konzert der Mächte« gleicht, nur dass dessen Hauptakteure jetzt die USA, China, Indien, die EU und Russland selbst sind.

Je länger der Krieg dauert und je verlustreicher er für Russland wird, desto weniger kann mit einer realen Stärkung der russischen Position in Europa gerechnet werden. Der Westen hat frühere Begrenzungen in bezug auf die Stationierung von Truppen und Waffensystemen im Osten Europas, in den Staaten der »Osterweiterung« der NATO aufgekündigt. Deutschland und andere NATO-Länder wollen ihre militärischen Kapazitäten materiell und finanziell deutlich aufstocken. Finnland und Schweden sind im Begriff, der NATO beizutreten. Dann würde Russlands Position auf der Landkarte ähnlich schlecht aussehen, wie wenn es den NATO-Beitritt der Ukraine akzeptiert hätte. Anders gesagt: Auch wenn es zu einer Verhandlungslösung mit der Ukraine kommt, ist nicht nur das gegenseitige Verhältnis dauerhaft belastet, sondern die geopolitische Lage Russlands eher ungünstiger als vor dem Krieg bzw. als ohne Krieg.

Hinzuzufügen ist: Für die Resolution der UN-Vollversammlung zur Verurteilung der russischen Invasion am 2. März 2022 stimmten 141 Staaten mit Ja, nur fünf, darunter Russland, mit Nein. Geflissentlich übersehen wird dabei, dass es 35 Enthaltungen gab, darunter China, Indien, Bangladesch und Pakistan, die zusammen etwa die Hälfte der Menschheit ausmachen. Michael von der Schulenburg, früher als Spitzendiplomat für die UNO und die OSZE tätig, machte darauf aufmerksam (Berliner Zeitung, 26./27.3.2022), dass die meisten kleinen und mittelgroßen Länder diese Resolution nicht unterstützt haben, weil sie die Position des Westens teilen, sondern weil sie die UN-Charta und das Verbot aller Militäraktionen aus politischen Gründen stärken wollten, nachdem zuvor mit den USA, Großbritannien und Frankreich auch drei andere ständige Mitglieder des Sicherheitsrates das Völkerrecht gebrochen und illegale Kriege geführt hatten. An den Sanktionen gegen Russland beteiligen sich in Asien nur die üblichen Verbündeten des Westens, so Japan, Australien und Singapur, andere Staaten in Asien, Afrika und Lateinamerika nicht. Für die Welt des Südens ist dies wieder ein Krieg der weißen Männer im Norden – wie schon der Erste und Zweite Weltkrieg des 20. Jahrhunderts und der Kalte Krieg.

Chance vertan

Für ein Fazit ist es zu früh. Vor den Kopf gestoßen sind all jene, die in vielen Ländern in den vergangenen Jahren gegen die Verteufelung der Russen und für mehr Verständigung zwischen dem Westen und Russland eintraten. Wer eine multipolare Weltordnung heraufziehen sah, muss nun ein Russland in den Blick nehmen, das sich selbst diskreditiert und durch ukrainischen ­Widerstand sowie westliche Gegenaktionen mindestens mittelfristig geschwächt wird. Die Chance, Russland als große Macht wieder zu profilieren, woran Putin seit zwanzig Jahren gearbeitet hat, ist vertan. Ob es historisch eine weitere gibt, ist fraglich. Gewinner scheinen die USA zu sein. Verlierer nicht nur die Ukraine und Russland, sondern auch die EU und Deutschland, die unter den USA verzwergen. Um das Morden zu beenden, braucht es nicht mehr Waffen, sondern eine kluge Entspannungspolitik.

Anmerkungen

1 Erhard Crome: Menetekel neuer Weltenauseinandersetzungen? Noch einmal über den Golfkrieg, in: IPW-Berichte, Berlin, Heft 11/12 (1991). Es war das letzte Heft, weil die renommierte Zeitschrift, in der seit vielen Jahren Analysen zum aktuellen Kapitalismus und zur westlichen Politik präsentiert worden waren, von der Treuhand verkauft wurde und der Erwerber sich nur die Abonnentendatei aneignen, nicht aber die Zeitschrift weiterführen wollte.

2 Ders.: In tempore belli, in: Welttrends (1999), Nr. 23, S. 138

3 David Criekemans: In eine andere geopolitische Ära? Entstehen von »Eurasien« oder »geopolitische Synthese«? Der Krieg in der Ukraine als geopolitischer Katalysator, http://welttrends.de/res/uploads/Criekemans-Ukraine-und-neue-geoplitische-­Aera. pdf

4 Vgl. Crome: Deutschland auf Machtwegen, Hamburg 2019, S. 56 ff.

5 Criekemans, a. a. O., S. 2

6 W. I. Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, in ders.: Werke (LW), Bd. 22, Berlin 1971, S. 305, 307

7 Ebd., S. 196

8 Ders.: Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa, in: LW, Bd. 21, Berlin 1972, S. 345

9 Ders.: Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus, in: LW, Bd. 23; Berlin 1957, S. 111

10 Ivan Krastev/Stephen Holmes: Das Licht, das erlosch, Berlin 2019, S. 127

11 Ebd., S. 132

12 Ebd., S. 120, 134

Erhard Crome ist Politikwissenschaftler und Gründer und Leiter des Potsdamer Welttrends-Instituts für internationale Politik. In der kommenden Woche erscheint von ihm im Berliner Verlag am Park der Band »Nation, Nationalismus und der Krieg in der Ukraine. Texte zu einem alten Thema«, 230 Seiten, 17 Euro.

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  • Leserbrief von hto aus Holographische Konfusion (26. April 2022 um 18:10 Uhr)
    In der Konfusion des geistigen Stillstandes seit dem ersten und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung des Menschen (»Vertreibung aus dem Paradies«), ist Verzerrung des »ebenbildlichen« Spiegelbildes (Schuld- und Sündenbocksuche) eine normale Funktion der gleichermaßen wettbewerbsbedingt-bewusstseinsschwach-gepflegten Dummheit. Aber eines steht mal fest: Die »anderen« der von wettbewerbsbedingter Symptomatik erpressten/unterdrückten Länder mit Atomwaffen schauen sich den derzeitigen Vorgang sicher sehr genau an, und wenn Russland im Falle einer Niederlage keine Atomwaffen einsetzt, dann werden diese ziemlich sicher ihre Strategie auf Atomwaffen von Anfang der kleinsten Aggression an einstellen. - Aber soweit wird es nicht kommen, glaube ich, denn Russland ist von seiner Führung höchstwahrscheinlich gnadenlos darauf eingestellt, zu siegen oder unterzugehen, egal ob wir dafür oder dagegen sind.
  • Leserbrief von Boris Naujoks (22. April 2022 um 16:25 Uhr)
    (…) Der Krieg war schon vor einem Monat gewonnen bzw. verloren, je nach Perspektive. Die offensichtlichen Fehleinschätzungen des Widerstandes durch die russischen Sicherheitsdienste zu Beginn des Krieges ändern daran nichts. Die ukrainische Armee ist schon seit mindestens einem Monat nicht mehr in der Lage, Operationen oberhalb der Battalionsebene durchzuführen. – Das nennt man wohl einen Krieg verlieren, und zwar ausdrücklich auch gemessen an den militärpolitischen Zielen, die von russischer Seite mehrfach öffentlich formuliert wurden: Einkreisung der Städte, Fixierung und Isolierung der feindlichen Truppen darin. Ein probates Mittel seit Napoleon. Was ist eigentlich daran so schwer zu verstehen? Cromes Fehlanalyse ist tatsächlich die perfekte Spiegelung zu Fukuyama, insofern stimmt die Überschrift. Gibt es niemanden in oder im Umfeld der jungen Welt, der eine realistische militärische Einschätzung vornehmen kann, auf operativer Ebene. So könnte man vermeiden, dass manche Autoren mit ihren Fehleinschätzungen die ansonsten unverzichtbare Arbeit der jungen Welt desavouiert. Und es würde helfen, die »westlichen« Waffenlieferungen als das zu begreifen, was sie sind - ein Verbrechen.
    • Leserbrief von Onlineabonnent/in Gabriel C. (25. April 2022 um 04:07 Uhr)
      Es ist tatsächlich bemerkenswert, wie unbekümmert die Vorstellung einer russischen Armee, deren Operation erheblich stockt, weil ihr Widerstand entgegengebracht wird, der all ihre Pläne durchkreuzen würde, in zurückhaltender bis emphatischer Form im gesamten westlichen Journalismus, von junge Welt (»Russische Truppen kommen nur langsam voran«) bis Bild (»Diese Molotowcocktails sind Putins Albtraum«), perpetuiert wird, ohne sich nennenswert auf die Ebene operativer Analyse einzulassen, welche die proklamierte, kommentierte und dokumentierte empirische Strategie und deren Verlauf betreffen würde.
      Immerhin legt Russland seine militärischen Parameter und damit die Kriterien von Erfolg und Misserfolg seiner Offensive fest, nicht Twitter-User, die bei einer nach vier Kriegstagen immer noch ausbleibenden Eroberung Kiews von absolutem russischen Versagen sprechen. Aber auch nicht Publizisten, die mit Aussagen wie »Um das Morden zu beenden, braucht es …« ihr programmatisches Desinteresse am eigentlichen militärischen Gegenstand protokollieren, aus dem rückwärts die Prätention analytischer Seriosität hergeleitet wird – Russland diskreditiert, geschwächt, nach dem Krieg schon jetzt in schlechterer Ausgangslage als vor dem Krieg. Diese Unart ist – bei Linken und in der bürgerlichen Öffentlichkeit aus jeweils unterschiedlichen Gründen – leider »endemisch«, weswegen man, wenn man als militärstrategischer Laie verlässliche(re) Informationen zum Kriegsverlauf bekommen will, mit diversen westlichen (Ex-)Militärs sowie der aufmerksamen Kenntnisnahme russischer Meldungen und deren Abgleich mit dem zirkulierenden Material »am Boden« geschaffener Fakten besser bedient ist als mit den meisten Veröffentlichungen, die es hier oder in der »Tagesschau« gibt.
  • Leserbrief von Jonas Müller (22. April 2022 um 14:32 Uhr)
    Der Unterschied: Früher hat die Linke gegen den imperialistischen Aggressor demonstriert. Heute erklärt sie der Öffentlichkeit, weshalb man für seine »legitimen Sicherheitsinteressen« Verständnis aufbringen muss.
  • Leserbrief von Peter Tiedke aus Golzow (22. April 2022 um 13:43 Uhr)
    Der Titel des Beitrages trifft ihn selbst: Bei aller Problematik des Themas, geht es doch im Kern um die Schwächung und letztlich Zerschlagung Russlands. Und nicht nur, weil fette Beute winkt, sondern weil (momentan nur) die Russische Föderation der militärischen »Eine-Weltmacht-Strategie« der USA-NATO Paroli bieten könnte! Natürlich kämpft die Russische Föderation auch und gewiss vor allem für sich - wegen der existentiellen Bedrohung, die die USA in den letzten 20 Jahren für sie geschaffen hat. Aber es ist doch klar, dass diese Auseinandersetzung direkte Bedeutung für die weitere friedliche Entwicklung der Volksrepublik China und anderer Länder hat und damit, den USA neben dem militärischen Patt ein ökonomisches hinzufügt. Vom Erfolg der russischen Militäroperation hängt ab, ob die USA und die anderen NATO-Staaten ihre unipolare »wertebasierte« Ordnung für weitere Jahrzehnte durchsetzen können oder nicht. Es geht nicht um »Putins Ego« oder die psychologischen Befindlichkeiten der Russen (für die ich volles Verständnis hätte). Bei aller Kompliziertheit der innenpolitischen Lage in der Russischen Föderation und auch der Volksrepublik China ist es offensichtlich, dass die Befreiung von Staaten vom Diktat, vom Staatsterrorismus der USA und der NATO-Staaten nur mit Unterstützung der Russlands und Chinas geht. Die Ausführungen zum Thema »eigene Melodie« - also gleiche Kriegsführung hie und da - sind leider von den »Qualitätsmedien« abgeschrieben: Niemand kann die Millionen Toten der herbei gelogenen Kriege und Sanktionen zum Beispiel gegen den Irak mit dem Vorgehen der russischen Armee in der Ukraine auch nur in einen Zusammenhang bringen, ohne massiv zu lügen.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Gottfried W. aus Berlin (22. April 2022 um 08:36 Uhr)
    Danke für diesen angenehm unaufgeregten Überblick. Sehr hilfreich fand ich die grobe Skizze der letzten 250 Jahre seit Niedergang der feudalen Systeme. Der Sturz der Zarenherrschaft war meiner Meinung nach die Voraussetzung für eine nachholende Modernisierung, die die Voraussetzung für eine weitere Selbständigkeit wurde. Die zaristische Agonie war nicht mehr in der Lage, die Ressourcen vor dem Zugriff der sich entwickelnden US-Macht zu sichern. Eine ausreichend große Elite war fähig und bereit, die nachholende Entwicklung auch unter der brutalen Vernichtungspraxis des deutschen Nazismus mit großen Opfern unter der Zivilgesellschaft durchzuführen. Nicht viel anders im revolutionären China, das ebenfalls die Umwege gehen musste, um die Strukturen der feudalen Herrschaft zu überwinden. Auch wenn diese Umwege keine Werbebilder für die aufgeschreckten Menschenfreunde im kapitalistischen Westen produzierten, habe sich mittlerweile doch einige Ökonomien auf der Basis marxistischer Analyse so weit aus der kolonialen Umklammerung lösen können, dass die Produktivität der sozialistischen Ökonomien, jener der kapitalistischen Anarchie im Westen und in den Vasallenstaaten davonzulaufen beginnt. Keine Macht außer Russland hat den Kampf für die seit vielen Jahren unter dem Terror der Faschisten leidenden Regionen aufgenommen. So what? Ich habe keinen Grund, ernsthafte Kritik an dem Vorgehen der russischen Truppen zu äußern, solange keine bessere Alternative in Sicht ist. Die westliche Propaganda, die vom Sofa die revolutionären Kämpfe kommentiert, hat hier die Lufthoheit, keine Frage. Oft genug reicht sie bis weit hinein in das sich als klug und aufgeklärt begreifende Milieu. Dieses muss erst verarmen, bevor die Loyalität zur terroristischen Praxis des Westens aufgegeben werden kann. Russland setzt sich zur Wehr, wir können davon profitieren, wenn wir es richtig anstellen. Gefragt ist in dieser Situation die richtige Analyse. Dieser Artikel war ein guter Beginn, wenn auch für mich nicht ganz hinreichend.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Joachim S. aus Berlin (22. April 2022 um 07:43 Uhr)
    Lieber Erhard Crome, verstehe ich Sie richtig, dass die NATO ihr Konzept der Osterweiterung eingemottet hat, das eindeutig darauf ausgerichtet ist, Russland an die Wand zu drücken? Sind all die NATO-Pläne inzwischen Makulatur, die für den Fall zu erwartender Auseinandersetzungen auch den Einsatz taktischer Atomwaffen vorsehen? Sind alle Pläne gestoppt, die eine strategische Enthauptung der russischen Streitkräfte zum Ziel haben? Wie konnte ich nur verschlafen, dass sich das Friedensbündnis NATO längst dazu öffentlich bekannt hat, abzurüsten und fürderhin nur noch deeskalierend tätig zu werden? Wahrscheinlich muss ich mehr Zeitung lesen!
    • Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (22. April 2022 um 13:30 Uhr)
      Wahrscheinlich reicht lesen im Artikel: »Der Westen hat frühere Begrenzungen in bezug auf die Stationierung von Truppen und Waffensystemen im Osten Europas, in den Staaten der ›Osterweiterung‹ der NATO aufgekündigt. Deutschland und andere NATO-Länder wollen ihre militärischen Kapazitäten materiell und finanziell deutlich aufstocken. Finnland und Schweden sind im Begriff, der NATO beizutreten.«
    • Leserbrief von Onlineabonnent/in Jelena F. (22. April 2022 um 12:46 Uhr)
      Auf welche Passagen beziehen Sie sich?
      • Leserbrief von Onlineabonnent/in Joachim S. aus Berlin (22. April 2022 um 19:53 Uhr)
        Liebe Jelena, es geht mir um die Bewertungen im Teilabschnitt »Traum von Vergeltung«. Insbesondere um den Satz: »Russlands Krieg in der Ukraine war offenbar gedacht als machtpolitische Demonstration«. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Volk, das sich noch immer an den Verlust von 27 Millionen Menschenleben erinnern muss, sich auch an die damaligen Worte erinnert, dass es so etwas nie wieder zulassen wird. Der damalige Wortbruch von Ribbentrop und Hitler hat tiefere Spuren und Traumata hinterlassen, als sich das mancher im Westen vorstellen mag. Zudem denke ich, und das wollte ich ausdrücken, dass man der NATO heute nicht unbedingt mehr Glauben schenken sollte, als Hitler damals, wenn sie ihre friedlichen Absichten beschwört.

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