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Unter dem Underdog

Von Pierre Deason-Tomory
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»Ich habe immer revolutionäre Sachen gemacht; Sachen, die die Leute aufrütteln können«, Charles Mingus

Die Kulturradios feiern in dieser Woche mit Hingabe den 100. Geburtstag eines Giganten des Modern Jazz, des Kontrabassisten, Bandleaders und Komponisten Charles Mingus. Mit Originalaufnahmen, Konzertmitschnitten und Geschichten von und über ihn. Mingus schuftete in schlechten Zeiten bei der Post und feierte in den guten an der Seite der Größten Triumphe. Er beschimpfte auch mal das Publikum oder randalierte auf der Bühne. Sein Genie prägte den Jazz, sein Leben prägte ein immerwährender Kampf, gegen Krankheit, gegen den allgegenwärtigen Rassismus, für die Befreiung der Musiker aus den Fesseln der Plattenindustrie. Damit füllt die »Ö 1-Jazznacht zum 100. Geburtstag von Charles Mingus« von Sonnabend zu Sonntag gleich sechs Stunden Programm (So., 0.05 Uhr). Vier Stunden dauert die Sondersendung »Better Git in Your Soul«, die am Geburtstagsfreitagabend zeitgleich auf vier deutschen Wellen läuft und in der Auszüge aus seiner 1971 erschienenen Autobiographie »­Beneath the Underdog« gelesen werden (SWR 2 2022, 20 Uhr, HR 2 Kultur, NDR Kultur, RBB Kultur, SWR 2). Zwei Sender bringen den Mitschnitt eines Konzerts, den man nirgends kaufen oder herunterladen kann: »Charles Mingus Quintet live at Helsinki Festival, Finnland, August 1976« (Fr., 14.05 Uhr, Ö 1 und Sa., 19 Uhr, HR 2 Kultur). Und in den »Milestones« spielt Ö 1 das wunderbare Album »The Black Saint and the Sinner Lady« aus dem Jahr 1963 (So., 20.55 Uhr).

Das gibt es sonst noch in dieser Woche: Im vierten ARD-Radio-Tatort von Madeleine Giese ermitteln Kommissarin Gentner und Polizeianwärter Waller in Saarlouis »Im Dunklen« und fördern Immobilienhaie mit Mafiaverbindungen zutage (Mi., 20.05 Uhr, Bayern 2, Fr., 19 Uhr, RBB Kultur, Fr., 19.04 Uhr, WDR 3, Sa., 17.04 Uhr, WDR 5, Sa., 19 Uhr, NDR Kultur, So., 17.04 Uhr, SR 2, Mo., 21 Uhr, Bremen 2). In der »Sprechstunde« im Deutschlandfunk reden am Dienstag Ärzte, Wissenschaftler und Experten über den »Burnout«, der gemeine Rundfunkteilnehmer darf anrufen (10.08 Uhr). Das »Zeitfragen-Feature« am Mittwoch schildert in  »Neubeginn mit Altlasten« die westdeutsche Kunstszene nach 1945, in der die zuvor von den Nazis verfemten Künstler wieder an den Rand gedrängt wurden (19.30 Uhr, DLF Kultur). Den »neuen« Rainald Grebe, begleitet von der Indieband Fortuna Ehrenfeld, hat der Westdeutsche Rundfunk im August im Tanzbrunnen Köln aufgezeichnet. Zu hören ist der Auftritt in zwei Ausgaben der »Unterhaltung spezial« (Do. und Fr., 22.04 Uhr, WDR 5). »Do Re Mikro – die Musiksendung für Kinder« will die Kleinen für die kommende Walpurgisnacht eingruseln, in den Ausgaben am Sonnabend und Sonntag geht es um  »Hexen« und allerlei absonderliches Brauchtum (Sa. und So., 17.05 Uhr, BR Klassik). Wer am Sonnabend um sechs schon ein paar im Kessel hat, kann mitgrölen bei  »Herr Wirt, uns dürstet all so sehr« in der »WDR 3-Vesper II«. 13 Ensembles geben 13 Trinklieder aus Renaissance und Barock zum Besten (18.04 Uhr, WDR 3). Nüchtern nehmen Markus Metz und Georg Seeßlen in »Dok 5 – Das Feature« die Gesundheitsindustrie auseinander und sehen zwischen Patientenwohl und Ökonomie das  »Krankenhaus unter Druck« (SWR 2021, So., 13.04 Uhr und 20.04 Uhr, WDR 5). Schließlich beginnt Bayern 2 am Wochenende mit der Ausstrahlung der fünfteiligen Hörspieladaption des Romans »Die Geschichte eines neuen Namens« von Elena Ferrante. Es ist der zweite Band der »Neapolitanischen Saga«, die die Geschichte der Freundschaft von Lila und Lenù von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart erzählt (BR 2022, Ursendung So., 15.05 Uhr und Mo., 20.05 Uhr).

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