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Aus: Ausgabe vom 11.04.2022, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Kommt nach Treptow!

Zu jW vom 8.4.: »Angriff auf Ehrenmal«

Als DDR-Bürgerin hat mich diese Meldung mit Zorn erfüllt: Faschisten besudelten das Ehrenmal für die gefallenen Soldaten der ruhmreichen Roten Armee. 27 Millionen Sowjetbürger ließen ihr Leben, um den deutschen Faschismus in seine Schranken zu weisen – aber leider haben sie ihn nicht endgültig besiegt, wie man an dieser Tat sieht. In der DDR war man sich der großen Schuld, die das deutsche Kapital über die Welt gebracht hatte, bewusst. (…) Die sowjetische Besatzungszeit wurde zunehmend zu einer Freundschaftszeit. Besonders unsere Kinder knüpften Freundschaften mit den Sowjetsoldaten. Mein Sohn liebte es, in einem russischen Geländefahrzeug zu sitzen und mit den vor der sowjetischen Kommandantur wartenden Fahrern herumzualbern und ihre Mützen zu tragen. Im Winter brachte er ihnen Tee hinaus. Studentische Ernteeinsätze mit den Soldaten waren ein Vergnügen. Durch gegenseitige Besuche erfuhr man viel über die Kultur. Legendär die »Russendiskos« … Verständnis und Internationalismus – das war Staatsdoktrin in der DDR.

Es sollte niemals vergessen werden, wem wir diese friedvollen 40 Jahre zu verdanken hatten. Den DDR-Bürgern war es ein Bedürfnis, am 8./9. Mai jedes Jahr der sowjetischen Gefallenen zu gedenken. (…) Als Zeichen rufe ich euch auf: Dankt am 8./9. Mai den Befreiern vom Faschismus! Kommt alle nach Treptow! Bringt Fahnen und Blumen mit! Wir zeigen unsere Verbundenheit mit den Völkern der ehemaligen Sowjetunion. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Christine Melcher, per E-Mail

Entnazifizierung gescheitert

Zu jW vom 2.4.: »Deutsche Härte«

Antisemitismus, Antikommunismus und Russenhass waren nie weg in der Bonner und sind es nicht in der Berliner Republik, weil es nie eine wirkliche Entnazifizierung gegeben hat. Man hat nach der Zerschlagung des Faschismus mehr als 13.000 Nazibeamte an ihre alten Wirkungsstätten zurückgeholt. Nazirichter, Wehrmachtsoffiziere, Geheimdienstler, Wehrwirtschaftsführer konnten wieder ihren alten Tätigkeiten nachgehen, natürlich unter US-amerikanischer Hege und Pflege. Denn es galt, den »wirklichen Feind« im Osten zu bekämpfen, und dafür brauchte man »Fachpersonal«. (…)

Sicher, die Alliierten haben ihren Anteil (an der Befreiung vom Faschismus, jW) geleistet. Die Briten, um ihr Empire zu retten, die USA, um ihr Empire auszudehnen – und beide, um die Sowjetunion in Schach zu halten. Richard Nixon hat den US-amerikanischen Politikansatz mal folgendermaßen zusammengefasst: »Fickt die Wichser!«

Hartmut Bethge, Göllheim

Bürgerlicher Antifaschismus

Zu jW vom 5.4.: »Was geschah in Butscha?«

Wie man sieht, ist Antifaschismus nicht gleich Antiimperialismus. Antifaschismus in der BRD ist gegenwärtig ein Gemenge aus bürgerlichen Moralvorstellungen, selbstgebastelten Ideen und Überzeugungen. Antifaschismus ohne Marxismus und Antiimperialismus ist bürgerlicher Antifaschismus. Dieser bürgerliche Antifaschismus kann sich sehr leicht in Faschismus wandeln.

Manfred Guerth, Hamburg

Teure Rechnung

Zu jW vom 7.4.: »Mehr Waffen für Kiew«

»Waffen, Waffen, Waffen«, das liegt so ganz im Interesse der Vorstände und Aktionäre der US-amerikanischen, britischen und deutschen Rüstungsindustrien. Ob diese Herrschaften auch dazu bereit sind, die Millionen ukrainischer Kriegsflüchtlinge in ihren Villen und sonstigen Immobilien aufzunehmen und aus ihren gut gefüllten privaten Schatullen auskömmlich zu versorgen? (…) Auch diese sozialen Kosten werden von der jeweiligen Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere von den unteren sozialen Schichten, getragen und mit ihrer Arbeitsleistung und unbezahlten Mehrarbeit umfänglich alleine bezahlt. (…) Auch die gutsituierten Parlamentarier und hohen Beamten in den USA, Großbritannien und Deutschland werden sich daran nicht beteiligen! (…)

Reinhold Schramm, Berlin

Cui bono?

Zu jW vom 6.4.: »USA legen nach«

Nach wie vor verwundert mich, dass diese Toten (in Butscha, jW) offenbar namenlos bleiben. Hatten sie keine Angehörigen, keine Freunde oder Arbeitskollegen? Wenn dieses Massaker tatsächlich von russischen Truppen begangen wurde, müsste es doch für die westlichen Medien ein Fest sein, die Mütter, Väter oder Frauen der Opfer Bild-gerecht vor Kameras zu zerren, um deren Schmerz auszuschlachten. Aber nichts dergleichen passiert. Angesichts des Hasses, den die westliche Politik und ihre Medien um jeden Preis schüren wollen, finde ich das sehr seltsam. Entscheidend bleibt für mich immer noch die Frage: »Cui bono?« Wenn man sich alle am Krieg beteiligten Mächte ansieht (…), dann ist Russland die einzige von ihnen, die absolut kein Interesse und auch keinen Grund hat, ein Verbrechen wie in Butscha zu begehen. Die anderen aber berauschen sich schon jetzt daran und haben es mit ihrer hocherfreuten Empörung über das Schicksal der Ermordeten wieder einmal geschafft, die Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts (…) zu sabotieren. Aber das ist sicher nur ein Zufall!

Ulrich Guhl, Strausberg

Berufung verweigert

Zu jW vom 6.4.: »Diplomatie war einmal«

Vielleicht präzisieren Sie, was völkerrechtlich ein Wirtschaftskrieg ist. Meiner (…) Ansicht nach hat die frischgebackene deutsche Außenministerin Annalena Baerbock genau einen solchen Russland erklärt, als sie im Bundestag mitteilte, Russland »wirtschaftlich ruinieren« zu wollen. In derselben Rede übrigens erklärte sie, es gebe überhaupt »nur eine Seite«, und die heiße Putin. Selbstverständlich weiß sie, dass zu einem Konflikt immer mindestens zwei Seiten gehören, was gleichzeitig die Voraussetzung für Diplomatie ist. Die Außenministerin hat also ihren Willen artikuliert, ihren soeben erlangten Beruf jedenfalls in bezug auf den Ukraine-Krieg nicht ausüben zu wollen, vielmehr Diplomatie zu beenden. Und genau das passiert, wenn Botschaftspersonal die Akkreditierung entzogen wird. (…)

Johannes Feldner, Gießen

Wir zeigen unsere Verbundenheit mit den Völkern der ehemaligen Sowjetunion. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

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