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Mehr Wagner wagen

Von Pierre Deason-Tomory
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»Nun sei bedankt, mein lieber Schwan! / Zieh durch die weite Flut zurück / dahin, woher mich trug dein Kahn« (Richard Wagner, »Lohengrin«)

Ein Vierteljahrhundert nach der Abschaltung des letzten deutschen Stadtfunks in Leipzig ist in Berlin ein stationäres Radioprogramm gestartet worden – im Untergrund. Versuchsweise werden die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ein halbes Jahr lang vier U-Bahnhöfe mit »dezenter Musik« beschallen, die den Passagieren das Warten auf den Zug verhübschen soll. Gespielt werden Klassik oder Lounge, zusammengestellt hat die Programme das private Klassik Radio. Im Gegensatz zum Stadtfunk vergangener Tage soll die Musik nicht durch redaktionelle Beiträge, sondern nur für die Zugeinfahrten und die charmanten Ansagen des BVG-Personals unterbrochen werden. Also etwa alle zwei Minuten. Wo? In den U-Bahnhöfen Strausberger Platz, Südstern, Moritzplatz und Unter den Linden.

Kino im Radio: Das freie Radio Helsinki in Graz begleitet auch heuer wieder die »Diagonale«, die österreichische Jahresfilmschau. Vom 5. bis 10. April senden die Grazer jeden Morgen von 9 bis 10 Uhr im »Diagonale-Frühstücksradio« Rezensionen und Interviews (Wiederholung 19 Uhr), das »Diagonale-Resümee« läuft am Sonntag um 17 Uhr.

Weitere Vorschläge für die nächsten sieben Tage vor dem Empfänger:

An den jüngst verstorbenen deutsch-amerikanischen Stadtplaner Peter Marcuse erinnert der Wiener Sender ­Orange 94,0 an diesem Dienstag nachmittag in der Reihe ­»Dérive – Radio für Stadtforschung«. Es gibt die Wiederholung von »Eine Frage der Gerechtigkeit. Peter Marcuse im Gespräch« aus dem Jahr 2014 (17.30 Uhr). Den Dreiteiler  »Die Roma in Europa – Wie Sinti, Roma und Gitanes heute leben« sendet der Südwestrundfunk in »SWR-2-Wissen« morgen und an den nächsten beiden Tagen (Mi., 8.30 Uhr). Über das  »Amerika der Träume« und das reale in unserer Zeit hat Thomas David mit Paul Auster in dessen Wohnung in Brooklyn gesprochen. Das Ergebnis im »SWR- 3-­­Kulturfeature« (Sa., 12.04 Uhr und So., 15.04 Uhr). Johanna Tirnthal und Richard Pfützenreuter haben mit »Der kommunistische Autor Ronald M. Schernikau − Die Schönheit« ein Porträt vorgelegt, in dem auch Wegbegleiter und Schernikaus Mutter zu Wort kommen (»Feature«, WDR/ORF 2021, Sa., 18.05 Uhr, DLF Kultur). Das »ARD-Radiofeature« behandelt in dieser Woche in  »Frachtgut Tier« das Elend von Tiertransporten über Ländergrenzen hinweg (Fr., 15.05 Uhr, SWR 2/Sa., 9.05 Uhr, SR 2/Sa., 18 Uhr und Mo., 21 Uhr, Bremen 2/So., 13.04 Uhr und 20.04 Uhr, WDR 5/So., 18.04 Uhr, HR 2 Kultur). Hörspielklassiker auf Bayern 2: Gerhard Polt, Gisela Schneeberger und andere begnadete Grattler brillieren in Polts »Kinderdämmerung« (HR/BR/text & ton 1996, So., 15.05 Uhr und Mo., 20.05 Uhr). Die »SR-2-Hörspielzeit« beginnt am Sonntag nachmittag mit der Serie  »Das Geld« nach der Romanvorlage von Émile Zola (RB/D Kultur/NDR/SR 2013, 17.04 Uhr). Die Deutsche Oper Berlin hat nach 35 Jahren den Ring wieder auf die Bühne gebracht, gewohnt zuverlässig gleich alle vier Teile der Tetralogie. RBB Kultur sendet ab Sonntag mit dem »Rheingold« und an den darauffolgenden Abenden in den »Radiokonzerten« den gesamten Ring; am Pult: der Norweger Stefan Herheim (ab So., 20 Uhr). Wer noch mehr Wagner wagen will: Der »Opernabend« auf Ö 1 überträgt zeitversetzt aus dem Großen Festspielhaus die  »Lohengrin«-Aufführung der Osterfestspiele Salzburg (Sa., 19.30 Uhr). Sonst könnten wir uns noch »Alis im Wunderland – Vom Gastarbeiter zum Gangsta-Rap« anhören (»Freistil«, DLF 2018, So., 20.05 Uhr) oder den ersten von zwei Teilen »Leutnant Yorck von Wartenburg« von Stefan Hermlin, eingesprochen von Wolf-Dietrich Sprenger (»Am Morgen vorgelesen«, Mo., 8.30 Uhr, NDR Kultur).

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