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Aus: Ausgabe vom 04.04.2022, Seite 1 / Titel
Krieg in der Ukraine

Greuelbilder und Strafen

Ukraine wirft Russland Ermordung mehrerer hundert Zivilisten bei Kiew vor. Baerbock kündigt weitere Sanktionen an
Von Reinhard Lauterbach
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Ein ukrainischer Soldat fotografiert einen zerstörten russischen Panzer in Butscha (2. April)

Nach dem Abzug russischer Truppen aus der Stadt ­Butscha bei Kiew hat die ukraini­sche Seite Moskau Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Das Kiewer Verteidigungsministerium sprach in einem Tweet von einem »neuen ­Srebrenica«, das »russische Tiere« dort angerichtet hätten. Der Bürgermeister des Orts sagte, es seien inzwischen 280 Leichen in Massengräbern beerdigt worden. Die US-Organisation Human Rights Watch präsentierte in Warschau Zeugenaussagen, die ebenfalls über Erschießungen dort und an anderen Orten sowie – in einem Fall – über die Vergewaltigung einer Frau berichteten.

Auf die Vorwürfe hin sprach Bundesaußenministerin Annalena Baerbock von »unerträglichen Bildern« und kündigte neue Sanktionen gegen Russland an. Die Verantwortlichen müssten international zur Rechenschaft gezogen werden. EU-Ratsvorsitzender Charles Michel sagte, neue Sanktionen seien »auf dem Weg«; der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba forderte, jetzt müssten die Sanktionen gegen Russland »verheerend« werden. Er verlangte eine sofortige allgemeine Handelssperre gegen Russland und warf dem Land vor, seine Truppen hätten in völkermörderischer Absicht so viele Ukrainer wie möglich getötet. Kuleba beanspruchte, die Täter nicht vor einem internationalen Gericht, sondern in der Ukraine abzuurteilen. Eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe ist allerdings nicht möglich.

Nach den ukrainischen Anschuldigungen gegen Russland ist unklar, ob und wie die Waffenstillstandsverhandlungen weitergehen werden. Zuvor hatte der ukrainische Verhandlungsführer David Arachamija im Fernsehen des Landes erklärt, ein zentrales Dokument zur künftigen Blockfreiheit der Ukraine sei so gut wie unterschriftsreif. Russland habe mündlich auch akzeptiert, dass die ­Ukraine über ein eventuelles Verhandlungsergebnis ein Referendum veranstalten wolle. Der russische Verhandlungsführer Sergej Medinski äußerte sich weniger optimistisch.

Nach einem Artikel des in New York erscheinenden Wall Street Journal vom Samstag hätte der Ukraine-Krieg bis zur letzten Minute vermieden werden können. Ausschlaggebend für die russische Entscheidung zum Angriff sei die Weigerung Wolodimir Selenskijs gewesen, auf die Option eines NATO-Beitritts zu verzichten. Selenskij habe dies fünf Tage vor Kriegsbeginn gegenüber Bundeskanzler Olaf Scholz auf einen entsprechenden Vorschlag von dessen Seite hin erklärt. Danach habe der russische Präsident Wladimir Putin ein im Prinzip schon vereinbartes Gipfeltreffen mit US-Präsident Joseph Biden kurzfristig wieder abgesagt und am selben Tag die »Volksrepubliken« im Donbass diplomatisch anerkannt. Der Beitrag stützt sich auf Aussagen vor allem europäischer Diplomaten.

Russland setzte unterdessen seine Luft- und Raketenangriffe auf strategische Ziele in der Ukraine fort. Am Wochenende wurden unter anderem Raffinerien in Krementschuk und Odessa sowie der Bahnhof von Pawlograd an der Strecke von Dnipro ins Donbass zerstört.

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  • Leserbrief von Doris Prato ( 7. April 2022 um 17:36 Uhr)
    Bücher kann man über die Lügen- und Hetzkampagnen der USA füllen, die sich am von der Hitlerwehrmacht inszenierten Überfall auf den Sender Gleiwitz orientierten, der zum Vorwand des Überfalls auf Polen wurde. Und ihre deutschen Komplizen standen – wie heute – immer an ihrer Seite. Und heute sind sie für den ukrainischen Präsidenten Selenskij, unter dem die Nachfolger der Banderafaschisten am Werk sind, das Vorbild für Verbrechen wie in ­Butscha, in Mariupol bei der Sprengung des Theaters oder vorher schon in Odessa.
    Ein Blick in die Geschichte des verbrecherischen USA-Krieges in Vietnam zeigt, ­Butscha ist Russlands My Lai. Noch heute sträubt sich die Feder, die Verbrechen niederzuschreiben, die sadistische US-Soldaten am 16. März 1968 mit der Ermordung fast aller Einwohner des Dorfes My Lai (in Vietnamesisch Son My) verübten. In ihrem aufrüttelnden Buch »Vietnam. Bilder eines Krieges« (Frankfurt/Main 1999) haben Gian Luigi Nespoli und Giuseppe Zambon geschildert, was sich zutrug: Die Kompanie unter dem Kommando von Leutnant William Calley gehörte zum 1. Bataillon der 11. US-Infanteriebrigade. Der Kompaniechef befahl, »den Feind aufzustöbern und unverzüglich zu erledigen, aber auch die Hütten des Dorfes zu verbrennen, alles, was sich bewegte, zu töten und jede Form von Leben, auch die Lebensmittel, zu vernichten.« In My Lai wurde – wie Berichte und Zeugenaussagen bestätigten – kein einziger Soldat der FNL angetroffen. Offiziellen Angaben zufolge wurden 128 »Feinde« getötet. Nach Untersuchungen der FNL waren es 502 Einwohner – alle Zivilisten, vor allem Alte, Frauen und Kinder. Der Kommandeur des 1. Bataillons, Hauptmann Ernest L. Medina, berichtete jedoch, es seien »69 Vietcong-Soldaten getötet« worden. Im offiziellen Kriegsbulletin, das die New York Times am 17. März 1968 veröffentlichte, hieß es: »Zwei amerikanische Kompanien näherten sich von entgegengesetzten Seiten den feindlichen Stellungen und mit schwerem Sperrfeuer und unter Einsatz von Kampfhubschraubern vernichteten sie die nordvietnamesischen Soldaten.« Zeugenaussagen in den USA riefen eine Welle der Proteste hervor. Seymour Hersh nannte My Lai »ein Verbrechen im Stile der Nazis«. Ein Gericht musste sich schließlich mit dem Verbrechen befassen. Als einziger wurde Leutnant Calley angeklagt und verurteilt, auf Weisung Präsident Nixons jedoch freigelassen. Seine zunächst lebenslange Haftstrafe wurde auf 20, dann auf zehn Jahre herabgesetzt. Im November 1974 wurde er begnadigt. Er hat keinen einzigen Tag im Gefängnis gesessen, sondern bis zur Aufhebung des Urteils nur unter Hausarrest gestanden.
    Wie heute in der Ukraine wurden die Entlarvungen der USA-Verbrechen weiter als Lügen- und Greuelpropaganda Nordvietnams und der »Vietcong« hingestellt und alles geleugnet.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Ulf G. aus Hannover ( 7. April 2022 um 12:47 Uhr)
    Selenskijs Weigerung, auf den von Scholz am 19.2. vorgeschlagenen Deal eines ukrainischen Verzichts auf NATO-Mitgliedschaft einzugehen, kommt allenfalls als nachrangige Kriegsursache in Frage. Schwerer wiegt aus russischer Sicht, dass Selenskij auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 19.2. die unmittelbare nukleare Aufrüstung der Ukraine in den Ring geworfen hatte. Nur vor diesem Hintergrund sind die Worte Putins vom 23.2. zur Legitimation des russischen Eingreifens in den Krieg zwischen der West- und der Ostukraine zu verstehen: »Jetzt beansprucht die Ukraine sogar noch Atomwaffen. Das werden wir nicht zulassen. Russland hat nach dem Zerfall der UdSSR die neuen geopolitischen Realitäten akzeptiert. Wir respektieren die seitdem neu entstanden Staaten.« (jW 25.2.). Das sind Worte, die vom Westen regelmäßig ignoriert oder gar in ihr Gegenteil verkehrt werden. Genauso wird regelmäßig ignoriert, dass die völkerrechtliche Lage zum Recht auf Sezession nach dem IGH-Urteil zur Sezession des Kosovo eine andere ist als vor diesem Urteil. Wenn einem Verbündeten Russlands die Sezession des Kosovo angesichts zweifellos schlimmer Zustände seinerzeit zugemutet werden kann, dann muss auch die Sezession des Donbass angesichts der dort viel schlimmeren Zustände einem Verbündeten des Westens zugemutet werden können. Gleiches Recht für alle! Während sich der Hufeisenplan und andere westliche »Rechtfertigungen« für den Krieg 1999 gegen Serbien als Phantastereien entpuppt hatten, ist dagegen die Drohung Selenskijs mit Atombomben für jedermann verifizierbar. Warum nur soll das ukrainische »Recht« auf Missachtung des völkerrechtlich bindenden Minsker Abkommens bzw. auf völkerrechtswidrige Diskriminierung der russischen Minderheit jetzt auch mit Atombomben »verteidigt« werden?! Das Schweigen des Westens dazu ist sehr beredt.
  • Leserbrief von Vincent Wagner ( 4. April 2022 um 17:40 Uhr)
    Ich bin sowohl vom Artikel als auch von den Leserbriefen hier enttäuscht. Der Artikel erwähnt die Kriegsverbrechen nur kurz in drei Halbsätzen, nur um ausführlich über die Gegenmaßnahmen des »Westens« zu sprechen. Russland ist hier anscheinend das Opfer. Was schon allgemein über diese fürchterlichen Verbrechen bekannt ist, erfährt man nicht. In den Leserbriefen findet man dreierlei Argumentationen: 1. Die anderen machen das doch auch. 2. Putin und die Russen haben nur die besten Absichten, werden aber von der Presse als schlecht dargestellt. 3. Alles Fake, kann gar sein, würde ein Russe nie tun. In jedem Fall ein verzerrtes Bild der Realität und eine ins Bizarre driftende Loyalität zu Russland, wirklich traurig.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Rudi E. aus Langenhagen ( 4. April 2022 um 14:37 Uhr)
    Mich machen die Bilder angeblicher Greueltaten der Russen in der Ukraine fassungslos. Ich kann nicht beurteilen, ob die Fotos echt oder gestellt sind, um den Hass in westlichen Medien gegen Russland noch mehr zu schüren. Zumindest scheint sich die gesamte Medienlandschaft westlich der Ukraine hysterisch auf Russland eingeschossen zu haben. Einhellig sind ja auch die Reaktionen der BRD-Politiker darauf. Eine Entschlossenheit, die mich betroffen macht; sie ist vor allem geprägt durch Scheinheiligkeit, Verlogenheit und doppelbödige Moral. Ich greife mal in die historische Mottenkiste vergleichbarer Vorfälle, bei denen entschlossene Kommentare der BRD-Politiker, vor allem in der Westpresse Mangelware waren. Kommentare waren dünn gesät, wenn es überhaupt welche gab. 19. November 2005: US-Soldaten begehen als Vergeltungsaktion im irakischen Hadith ein Massaker an 24 irakischen Zivilisten, darunter auch Kinder. 2012: Ein US-Soldat tötet bei einem Amoklauf im afghanischen Kandahar 16 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. 2016: Die saudische Kriegskoalition richtet ein beispielloses Massaker bei einer jemenitischen Trauerfeier in Sanaa an. 140 Zivilisten starben. 2019: Die Saudis bombardieren im jemenitischen Dhamar ein Gefängnis. 130 Menschen kommen zu Tode. Sicherlich könnte die Liste fortgeführt werden. Warum die westlichen Medien und Politiker eher verhalten hierauf reagiert haben, hat viele Gründe. Gerade die Zurückhaltung unserer BRD-Politiker bei Bombardierungen der Saudis im Jemen dürfte mit den Interessen unserer Rüstungsindustrie zusammenhängen. Dass im Jemen-Krieg Bomben der Firma Rheinmetall zum Einsatz kommen, dürfte bei einer politischen Erklärung unserer Regierung in der Öffentlichkeit wohl nicht gut ankommen. Deshalb gibt es auch keine Kritik.
  • Leserbrief von Rainer Raddatz aus 14797 Kloster Lehnin OT Göhlsdorf ( 4. April 2022 um 13:39 Uhr)
    Sehr geehrter Herr Lauterbach, bitte sehen Sie sich das Video an: https://youtu.be/ItpCmtDawhw. Es zeigt den ukrainischen Bürgermeister von Butscha nach dem Abzug der russischen Truppen. Leider kann ich seine Worte nicht vollständig übersetzen. Von Leichen am Straßenrand und Greueltaten der Russen beim Abzug habe ich nichts gehört. Vielleicht kann der Wortlaut genauer übersetzt werden? Wenn das Interview eine Fälschung ist, sollte es möglich sein, es schnell zu entlarven. Krieg provoziert immer Gewalt und Verbrechen, auf allen Seiten. Der Imperialismus, auch der russische Imperialismus, nutzt Kriege zur Durchsetzung seiner Machtinteressen. Der Kampf um Frieden unter den Völkern wird erst siegreich sein, wenn der Imperialismus auf unserer Erde »besiegt« ist, doch dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Wieland K. aus Neustadt in Holstein ( 4. April 2022 um 13:03 Uhr)
    Son My (My Lai) lässt grüßen. Wer aus meiner Generation bewusst die Greuel der US-Truppen in Vietnam durch eine damals noch vielseitige und teilweise nicht politisch gesteuerte Presse verfolgen konnte, wird unwillkürlich an das Massaker von Son My oder My Lai, wie es in der vietnamesischen Sprache heißt, erinnert. Der Ort wurde überfallen, die Bewohner bis auf den letzten Mann, die letzte Frau, das letzte Kind hingeschlachtet und die Hütten angebrannt und auf die Trümmer wurden Parolen des »Vietcong« gepinselt. Der eilig hinzugezogenen Presse wurde das alles vorgeführt als Verbrechen der vietnamesischen Befreiungsfront. Den Journalisten wurde erzählt, dass die helfend hinzugekommenen US-Truppen nur noch die Trümmer zu löschen versuchen konnten. Findige Reporter fanden aber heraus, dass »Vietcong«-Losungen auf die nassen Trümmer gepinselt waren. Wer war wann hier vor Ort? Schließlich fanden sich US-Soldaten, die eine Beteiligung an diesem Verbrechen nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten und die Namen der ausführenden Verbrecher Lieutenant Calley und Captain Medina der Weltöffentlichkeit preisgaben. Hinter diesen Verbrechern stehen aber auch solche Namen wie »Friedensnobelpreisträger« Henry Kissinger und US-Präsident Richard Nixon. Es ist zu hoffen, dass es zum Massaker in Butscha auch Soldaten gibt, die von ihrem Gewissen geplagt werden, aber auch gründlich recherchierende Reporter mit einer Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit. Auch hier werden im Hintergrund Männer und Frauen stehen, die nicht nur ukrainische oder amerikanische, sondern auch deutsche Namen tragen.
  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart ( 4. April 2022 um 12:48 Uhr)
    Kriege sind schrecklich und sie sind generell zu verurteilen. Aber auf den Bildern, die uns aus den Kriegsgebieten der Ukraine übermittelt werden, versucht die ansonsten gerade nicht aktive Filmindustrie von Präsident Selenskij, uns die Realität mit Propagandaaufnahmen zu vermitteln. Noch schlimmer ist, dass alle westlichen Medien diese Propagandatricks ungeprüft übernehmen und verbreiten. (...) Damit haben Menschen und Fliegen eines gemeinsam, man kann sie beide mit Zeitungen erschlagen.
  • Leserbrief von Joachim Seider aus Berlin ( 4. April 2022 um 12:17 Uhr)
    An Greuelbildern dürfte in keinem Krieg der Welt Mangel bestehen. Auf dem Titelfoto der Berliner Zeitung sieht man heute einen kleinen Jungen vor den Resten eines ausgebrannten Panzers stehen. Die Metallteile müssen großer Hitze ausgesetzt gewesen sein. Seltsamerweise liegen sie auf völlig unbeschädigtem Asphalt und auch die Bäume daneben weisen keinerlei Feuerspuren auf. Was uns das wohl über das Bildmaterial des ukrainischen Generalstabs sagen mag? Wahrscheinlich nichts, denn unser Bundeskanzler hat solche Bilder schon für echt erklärt und härteste Reaktionen angekündigt. Kriege werden eben nicht nur mit Waffen geführt. Und nicht nur auf dem Schlachtfeld.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Ronald B. aus Kassel ( 4. April 2022 um 10:51 Uhr)
    Aus einer längeren aktuellen Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums, die mir vorliegt und die die mir hier zur Verfügung stehenden 2000 Zeichen überschreitet, möchte ich an dieser Stelle die letzten Absätze wiedergeben: »Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass alle Leichen von Menschen, deren Bilder vom Kiewer Regime veröffentlicht wurden, nach mindestens vier Tagen nicht versteift sind, keine charakteristischen Leichenflecke aufweisen und das Blut in ihren Wunden geronnen ist. All dies bestätigt unwiderlegbar, dass es sich bei den Fotos und Videoaufnahmen aus Butscha um eine weitere Inszenierung des Kiewer Regimes für die westlichen Medien handelt, genauso wie es auch in Mariupol mit dem Geburtsheim und in anderen Städten der Fall war.«
  • Leserbrief von Andreas Kunze aus Wittenberg ( 4. April 2022 um 08:58 Uhr)
    So, so, der Krieg hätte also bis zur letzten Minute vermieden werden können. Nur weil sich der Herr Wolodimir Selenskijs geweigert habe, auf die Option eines NATO-Beitritts zu verzichten, habe der russische Präsident Wladimir Putin ein im Prinzip schon vereinbartes Gipfeltreffen mit US-Präsident Joseph Biden kurzfristig wieder abgesagt und am selben Tag die »Volksrepubliken« im Donbass diplomatisch anerkannt. Und ein paar Tage später kam Herr Putin wohl durch den Einmarsch in die Ukraine dem unmittelbar bevorstehenden Beitritt der Ukraine zur Nato zuvor. Und natürlich wurde dadurch der sofortige Angriff der NATO auf Russland verhindert. Herr Putin ist doch ein wahrer Friedensstifter. Vielleicht könnte man ja Herrn Putin für den Friedensnobelpreis vorschlagen!?
    • Leserbrief von Onlineabonnent/in Thomas K. aus Hannover ( 4. April 2022 um 19:06 Uhr)
      Gar keine schlechte Idee, aber leider ist dieser Preis durch die Verleihung an einen Drohnenmörder und Beifallklatscher bei Lynchjustiz diskreditiert.
  • Leserbrief von Reinhold Schramm aus Berlin ( 4. April 2022 um 07:48 Uhr)
    Zu den wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine für Deutschland und die Europäische Union: Die psychologische Kriegsführung gehört zur Strategie jeder modernen Kriegsführung. Die Inszenierung der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine dient der Zerschlagung der Wirtschaftsbeziehungen der Russischen Föderation zu Westeuropa. Sie dient vor allem auch der wirtschaftlichen Schädigung Deutschlands. Diese liegt auch im Interesse der USA. Die deutsche Wirtschaft ist trotz US-amerikanischer Anteilseigner ein ernstzunehmender Konkurrent auf dem Weltmarkt. Diese wirtschaftliche Stellung Deutschlands und von Teilen der westeuropäischen Staaten in der EU gilt es im Wirtschaftsinteresse der USA zu schwächen. Infolge gilt es für Deutschland ihre bisherigen wirtschaftlichen und finanziellen Verpflichtungen innerhalb der EU neu zu sondieren. Dazu gehören auch die Einschränkung und Aussetzung der finanziellen Stützen und Hilfen für Polen, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und die baltischen Staaten. Aber auch für andere Staaten innerhalb und außerhalb der west- und osteuropäischen EU.
  • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude Russland ( 4. April 2022 um 04:54 Uhr)
    Der Artikel folgt den Massenmedien: Zum einen wird erwähnt, dass keine der Aussagen unabhängig überprüft werden kann. Zum anderen gibt er dann ausschließlich die ukrainische Sicht auf den Fall wieder. Russland hat eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates zu dieser Angelegenheit gefordert. Bevor man hier etwas 1:1 glaubt, sollte man sich daran erinnern, welche Gräuel Russland laut westlicher Propaganda bisher begangen haben soll (nachweisliche Fakes), um den Westen zu einem noch entschiedeneren Eingreifen zu bewegen: Bombardierung von Atomkraftwerken und Geburtskliniken, chemische Angriffe in Syrien, geplante chemische und biologische (sic!) Angriffe in der Ukraine, dann also auf die eigenen Truppen(?). Eine Stadt mit mehreren hunderttausend Einwohnern sei völlig zerstört worden. Nach Angaben des Bürgermeisters gab es dabei 200 Tote. Passt das zusammen? Spätestens hier kapituliert die Logik. Wer profitiert von solchen Filmen oder Fotos aus der Ukraine oder von Giftgasangriffen in Syrien? Würde Russland tatsächlich gefesselte Gefangene auf der Straße erschießen? Das erinnert eher an die Auspeitschungen von an Laternen gefesselten »Kollaborateuren« und »Plünderern«, die uns aus der Ukraine jüngst gemeldet wurden. Öffentliche Hinrichtungen stehen eher in der Tradition der Wehrmacht und der Bandera-Truppen. Selenskij hat allen öffentlich mit dem Tode gedroht, die mit Russland kooperieren, also dann auch Zivilisten. Es ist kein Problem, im Krieg nach einem Kampf anschließend zwanzig Tote in Zivil zu bergen, vor allem nachdem in Kiew 25.000 Waffen an Zivilisten ausgegeben wurden und ein Kampfaufruf zum Volkssturm ertönte, um sie dann anschließend für einen Fototermin auf einer einzigen Straße zu platzieren. Das hatten wir alles in Gleiwitz bereits, dann bei den Fotos, die Goebbels nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ostpreußen veröffentlichte, schließlich ( virtuell) bei der Brutkastenlüge, dem »Massaker« im Kosovo für die Kriegsbegründungen des Westens.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Peter W. aus Jena ( 3. April 2022 um 23:04 Uhr)
    Leider eine sehr schlechte und einseitige Berichterstattung. Die russischen Truppen waren bereits vor drei Tagen zurückgezogen worden. Aufnahmen von NATO-Satelliten können dies sicherlich bestätigen und eine Bestimmung des Todeszeitpunktes ist möglich. Das Verbrechen kann aufgeklärt werden, wenn man denn aufklären will. Aber die Schuldigen stehen ja schon fest. Gleiwitz lässt grüßen.
    • Leserbrief von Vincent Wagner ( 4. April 2022 um 18:07 Uhr)
      Lieber Peter W., woher haben Sie denn diese Informationen, die anscheinend sonst niemand hat?

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