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Theaterwesen

Fall eines Vorhangs

Das Berliner Ensemble mahnt mit einer besonderen Geste zum Frieden: Das Theater zeigt wieder einen Vorhang aus den Zeiten Bertolt Brechts (1898–1956). Als Brecht in den 1950ern mit dem Berliner Ensemble das Theater am Schiffbauerdamm bezog, habe er als Mahnung gegen den Krieg einen Theatervorhang mit einer Friedenstaube Pablo Picassos aufhängen lassen, teilte die Bühne mit. Frieden sei »das A und O aller menschenfreundlichen Tätigkeit, aller Produktion, aller Künste, einschließlich der Kunst zu leben«, habe Brecht einst geschrieben. »Nun herrscht Krieg in Europa. Wir sind erschüttert und fassungslos über die aktuellen Ereignisse in der Ukraine«, teilte Intendant Oliver Reese mit. »Als Zeichen unserer Solidarität mit der ­Ukraine hängt der Originalvorhang ab sofort wieder im großen Haus.« Zudem soll das Haus blau-gelb angestrahlt werden. Das Theater will nach den Vorstellungen Spenden sammeln. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.03.2022, Seite 10, Feuilleton

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  • Onlineabonnent*in Thomas S. aus W. 5. März 2022 um 17:18 Uhr
    Brecht dreht sich im Grabe um, wenn er wüsste, dass sein Theater nationalistisch missbraucht wird.
    Thomas S., Wenden