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Aus: Ausgabe vom 25.11.2021, Seite 1 / Ausland
Gewalt hält an

Fünf Jahre Friedensabkommen

Kolumbien feiert Vertrag mit Guerilla FARC-EP. Morde an Exkämpfern gehen weiter
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Kolumbiens Präsident Santos (M. l.) wurde für den Handschlag mit FARC-Chef »Timoschenko« mit dem Nobelpreis geehrt. An ihre Zusagen gehalten hat die Regierung sich nicht (24.11.2016)

Am Mittwoch hat sich in Kolumbien die Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Regierung und der linken Guerilla FARC-EP zum fünften Mal gejährt. Aus diesem Anlass war auch UN-Generalsekretär António Guterres am Montag angereist. An der zentralen Feier in der Hauptstadt Bogotá nahmen neben Guterres der kolumbianische Präsident Iván Duque, ehemalige FARC-Kämpfer, Opfer sowie Vertreter sozialer Organisationen teil, die an den vierjährigen Friedensverhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna mitgewirkt hatten.

Das im November 2016 zwischen der Regierung von Juan Manuel Santos und den FARC unterzeichnete Friedensabkommen führte 2017 zur Demobilisierung von 13.000 Frauen und Männern, darunter rund 7.000 Kämpfer, die in jenem Jahr ihre Waffen an die Vereinten Nationen abgaben. Guterres hatte zuvor am Dienstag mit Duque und dem ehemaligen FARC-Kämpfer und Vorsitzenden der aus der FARC hervorgegangenen Partei Comunes, Rodrigo Londoño (früherer Kampfname Timoleón Jiménez alias »Timoschenko«), das Ausbildungs- und Wiedereingliederungszentrum im Llano Grande besucht. Dort betonte Guterres, »die Aktionen illegaler bewaffneter Akteure« würden »die Hoffnungen der Gemeinschaften untergraben und die Aussichten auf eine nachhaltige Entwicklung gefährden«, wie Telesur meldete. Londoño gab zu verstehen, dass er sich trotz der Morde und der Verfolgung von ehemaligen Kämpfern an das Friedensabkommen halten werde.

Nach Angaben der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (GEP) wurden seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens 296 ehemalige Kombattanten getötet. Die Stiftung für Frieden und Versöhnung (Pares) ihrerseits hat seit dem 24. November 2016 bis September dieses Jahres 675 Morde an sozialen Führern und Menschenrechtsverteidigern gezählt.

Aus den USA kam unterdessen das Zeichen, die FARC von der Liste ausländischer Terrororganisationen zu streichen. Die US-Regierung habe den Kongress am Dienstag über den geplanten Schritt informiert, berichtete AFP unter Berufung auf Kreise des Abgeordnetenhauses. (jW)

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