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Aus: Ausgabe vom 19.11.2021, Seite 8 / Ansichten

Diplomat des Tages: James Mattis

Von Matthias István Köhler
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Beliebt ist er, weil er Klartext spricht: Der frühere Pentagon-Chef James Mattis im Mai in Washington

Im Jahr 2017 wollte der damalige US-Präsident Donald Trump seinen syrischen Amtskollegen Baschar Al-Assad umbringen lassen. Er tat es nicht, weil sein Verteidigungsminister James »Jim« Mattis ihm davon abriet. Am Donnerstag hat der General a. D. trotzdem den Henry-Kissinger-Preis von der American Academy in Berlin bekommen, er hat ansonsten reichlich andere Leistungen vorzuweisen.

Verliehen wird die Auszeichnung – benannt nach einem Kriegsverbrecher – seit 2007 jährlich an einen anderen Kriegsverbrecher oder eine »amerikanische oder europäische Persönlichkeit aus der internationalen Diplomatie«. Gewürdigt werden »herausragende Verdienste um die transatlantischen Beziehungen«.

Die hat Mattis ohne Zweifel. Er brachte Krieg und Elend, vor allem im Nahen Osten, war in zentralen Positionen bei US-Armee und NATO. Der ledige Katholik gilt als »verheiratet mit dem Marine Corps«. Beliebt ist er, weil er Klartext spricht. Legendär ein Auftritt 2005 in San Diego, wo er nach seiner Zeit in Afghanistan und dem Irak dem ­Pu­blikum erklärte: »Eigentlich macht es sogar Spaß, sie zu bekämpfen.« Und: »Es macht Spaß, ein paar Leute zu erschießen.« US-Medien nennen ihn zärtlich einen »verrückten Hund«.

Leichenberge säumen seinen Weg, schön und gut, aber der Spitzname »Mad Dog« allein wird für Trump Grund genug gewesen sein, ihn zu seinem Verteidigungsminister zu machen. Die Liebe zum Reality-TV-Star im Weißen Haus hielt nicht lang. Mattis’ Ernennung hatten US-Medien als Signal der Kriegsbereitschaft gewertet. Folgerichtig nahm er seinen Hut, als Trump ankündigte, einen Teil der US-Truppen aus Syrien abzuziehen – auch ein General hat seine Ehre. Gratulation also an die American Academy in Berlin. Eine bessere »Persönlichkeit aus der internationalen Diplomatie« hätte sie nicht finden können.

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