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Aus: Ausgabe vom 09.11.2021, Seite 2 / Inland
Neue Synagoge Potsdam

Jüdisches Leben

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Der Bau der neuen Potsdamer Synagoge kann nun beginnen. Das alte Gotteshaus war in der Pogromnacht der Nazis am 9. November 1938 zerstört worden. Zur Grundsteinlegung plazierten Kinder am Montag eine kupferne Dokumentenrolle in der Erde (Foto). Die Regierung von Brandenburg wird in Zusammenarbeit mit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland bis 2024 ein Synagogen- und Gemeindezentrum errichten. Das Land finanziert den Bau mit rund 13,7 Millionen Euro. (dpa/jW)

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  • Leserbrief von Roland Winkler aus Aue (10. November 2021 um 12:39 Uhr)
    Wo es Gedenkenden ernst und ehrlich mit Gedenken ist, das gibt es noch. Gedenken ohne denken, erinnern, lernen, bewahren, weitergeben, mahnen, wirklich aufarbeiten verkommt zu formalen Ritualen. Auch das finden wir. Wie zeitgemäß ist es, wo längst Brandstifter, Nazis, Faschisten mit ihrer Ideologie, mit Gewalt, Mord und ihrer Symbolik gesellschaftliche Realität sind? Pogromartiges ist nichts Fernes, Fremdes mehr. Warnungen davor verklingen wie leere Worte, in den Wind gesprochen. Faschismus wird Nationalsozialismus genannt. Was war daran Sozialismus? Antifaschismus wird als linksextrem diffamiert. Warum und wozu dient das? Wissen Gedenkende überall, was sie reden und wie nahe die Gefahr ist? Warum nicht an jüdische Menschen erinnern, die klare Worte zu Rassismus hatten. Karl Marx: »Menschen werden nicht als Rassisten geboren, sie werden zu solchen (gemacht). Und wer das ändern will, muss sich um das ›Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse‹ kümmern, das sie prägt.« Max Liebermann: »Die braunen Horden marschieren durch das Brandenburger Tor. Man kann gar nicht so viel fressen,wie man kotzen möchte … Ich lebe nur noch aus Hass. (…) Ich schaue nicht mehr aus dem Fenster dieser Zimmer – ich will die neue Welt um mich herum nicht sehen.« Max Horkheimer: »Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.« Theodor W. Adorno: »Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.« Das wären zeitgemäße Gedanken für unsere »neue Welt«, die uns umgibt. Eine Welt, in der Menschen auf der Flucht an Mauern, Grenzen, Meeren in den Tod getrieben werden, Menschen heute und jetzt ihrer Freiheit, Menschenrechte beraubt werden und öffentliches Gedenken nichts sehen will, einstige Helden verstummt scheinen.

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