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Aus: Ausgabe vom 14.10.2021, Seite 8 / Inland

Wuppertalerin des Tages: Elke Heidenreich

Von Emre Şahin
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V – E + F = 2? Heidenreich beim Nachdenken

Im Land der Dichter und Denker ist wieder was los, sagten mir die »Trends in Deutschland« meines Fake-Twitter-Profils. In der Talkshow »Markus Lanz« sei etwas vorgefallen. Hätte ich ohne soziale Medien niemals mitbekommen, weil ich Talkshows und vor allem die von Lanz niemals anschauen würde. Alles was ich über ihn noch weiß, ist, dass er als Moderator von »Wetten, dass …?« mies versagt hat, 230.000 Menschen 2014 eine Petition für seine Entlassung beim ZDF unterschrieben haben (ich liebe euch) und dass selbst seine »Switch reloaded«-Parodie mehr Fans hatte, als er selbst.

Das Video zur Sendung angeklickt, musste ich zu meiner Überraschung feststellen, dass Talkshow-Weltmeister Wolfgang Bosbach gar nicht dabei war. Dafür aber Elke Heidenreich in einem Bademantel. Eigentlich sollte sie nur über ihr neues Buch »Hier geht’s lang!« reden, doch sie machte den Titel schnell zum Programm. Unter anderem drosch sie auf Sarah-Lee Heinrich ein, die neugewählte Kobundessprecherin der Grünen-Jugend.

Am Wochenende waren alte Äußerungen und Tweets von Heinrich bekannt geworden, die die heute 20jährige mit 14 abgesetzt hatte, darunter auch antisemitische. Heidenreich über Heinrich: Sie könne nicht sprechen, habe keine Sprache, und überhaupt könne man nichtweiße Menschen (Heinrich ist schwarz) fragen, wo sie herkommen. Denn – so Heidenreich – sie sehe sofort, »die kommt nicht aus Wanne-Eickel oder Wuppertal«. Auch »einen netten dunkelhäutigen Taxifahrer« frage sie gerne, wo der herkomme. Warum sie ausgerechnet an einen Taxifahrer denkt, sei mal dahingestellt.

Okay, Heinrichs Tweets waren nicht cool, aber der Shitstorm über eine damals 14jährige ist einfach nur lächerlich. Wenn man ihr unbedingt etwas ankreiden möchte, dann, dass sie ernsthaft glaubt, Klimagerechtigkeit und Soziales sei mit den Grünen zu machen. Zwinkersmiley!

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