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Aus: Ausgabe vom 28.09.2021, Seite 7 / Ausland
Pandemiebekämpfung Vietnam

Druck aus dem Westen

Abwanderung angedroht: Vietnam will strenge Pandemierestriktionen lockern. Vakzinlieferung aus Kuba
Von Stefan Kühner
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Verschärfte Ausgangssperre: Polizeipatrouille in Ho-Chi-Minh-Stadt Ende August

Nach dem jüngsten Ausbruch der Coronapandemie in Viet­nam hat die Regierung beschlossen, zehn Millionen Dosen des Abdala-Vakzins aus Kuba zu beschaffen. Abdala ist einer der Impfstoffe, die in dem sozialistischen Inselstaat hergestellt werden.

Eine erste Teillieferung von 1,05 Millionen Dosen konnte Staatspräsident Nguyen Xuan Phuc nach seinem Besuch in Kuba bereits am Sonnabend mit nach Vietnam nehmen. Das berichtete die vietnamesische Nachrichtenagentur VNA. Am Rande der UN-Generaldebatte in New York hatte Phuc zusätzlich mit dem Pharmakonzern Pfizer die Lieferung von 31 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins für Erwachsene und weitere 20 Millionen Dosen für Kinder ausgehandelt, sobald dieses für letztere zugelassen wird.

Vietnam mit einer Bevölkerung von 98 Millionen Menschen versucht derzeit mit allen Kräften sein Impfprogramm zu beschleunigen. Obwohl die Zahl der täglichen Impfungen 700.000 erreicht hat, ist die Impfquote von 7,6 Prozent laut der Nachrichtenagentur Reuters vom Sonnabend eine der niedrigsten in der gesamten Region.

Mit Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich die pandemische Lage in Vietnam in den vergangenen drei Monaten zugespitzt. Am Sonnabend wurden 9.682 neue Fälle gemeldet. Insgesamt hat das Land mehr als 746.600 Fälle mit 18.400 Todesopfern zu verzeichnen. Erstmals lag die Zahl der Neuinfektionen allerdings drei Tage in Folge unter 10.000 und weckt Hoffnungen auf eine Lockerung des Lockdowns.

Nachdem es im Juli erste starke Coronaausbrüche in Hanoi, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt gegeben hatte, reagierte die Regierung schnell und konsequent mit Ausgangssperren, Schließungen der Schulen und zuletzt auch Fabriken. Im August waren zeitweilig 30 Prozent der Textilproduktionsstätten lahmgelegt. In einigen der industriellen Sonderzonen, in denen besonders viele Fabriken angesiedelt sind, war zeitweilig damit begonnen worden, auf dem Gelände Unterkünfte einzurichten, damit die Belegschaften dort schlafen und abgeschirmt leben konnten. Durch diese Maßnahmen sollte nicht nur die Ausbreitung des Virus unterbunden, sondern auch die Arbeitsfähigkeit der Betriebe erhalten werden.

Der Druck auf das Land, das bis zum Sommer noch auf ein Wirtschaftswachstum von vier Prozent gehofft hatte, den konsequenten Lockdown zu beenden, war groß in den vergangenen Wochen. Schwer wogen beispielsweise die Drohungen westlicher Konzerne, die Produktion aus Vietnam abzuziehen. Der US-Sportartikelhersteller Nike hat diesen Schritt bereits vollzogen. Teile der Fabrikation seien nach China oder Indonesien verlagert worden, meldeten verschiedene Nachrichtendienste am Freitag.

Anfang September erklärte laut Reuters der Vorsitzende der Europäischen Handelskammer, Alain Cany, dass europäische Investoren in Vietnam ihre Projekte in andere Länder verlagern wollen, wenn die Beschränkungen durch das Coronavirus noch länger andauern. »Was unsere Mitglieder jetzt brauchen, ist ein klarer Fahrplan für die Beendigung der vietnamesischen Maßnahmen und die Beseitigung der Hindernisse für ihre Geschäftstätigkeit, der ihnen einen vorhersehbaren Weg für die Planung der Wiedereröffnung ihrer Geschäfte bietet.«

Das Land plant nun, die Beschränkungen ab der kommenden Woche zu lockern, da die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen sei. Erstmals soll es Bewohnerinnen und Bewohnern in Hanoi wieder erlaubt sein, in der Stadt spazierenzugehen. Die Unternehmen dürfen außerdem die Produktion wiederaufnehmen, um die Wirtschaft zu stützen, sagte Vietnams Premierminister Pham Minh Chinh am Sonnabend.

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