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Aus: Ausgabe vom 27.09.2021, Seite 2 / Ausland
Handelskrieg

Huawei-Finanzchefin wieder frei

Einigung mit US-Justiz: Chinesische Managerin darf aus Kanada ausreisen
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Endlich wieder zu Hause: Meng Wanzhou bei ihrer Ankunft am Flughafen von Shenzhen am Sonnabend

Nach fast drei Jahren ist die in Kanada festgehaltene Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationskonzerns Huawei, Meng Wanzhou, freigekommen. Meng konnte nach einer Einigung mit der US-Justiz das Land verlassen und traf am Samstag abend in China ein, wie chinesische Medien meldeten. Zuvor hatte ein kanadisches Gericht das Auslieferungsverfahren gegen sie eingestellt und ihre Kautionsauflagen aufgehoben. Im Gegenzug ließ die Volksrepublik zwei inhaftierte Kanadier frei.

Die Huawei-Finanzdirektorin war im Dezember 2018 auf Betreiben der USA bei einer Zwischenlandung in Vancouver festgesetzt worden. Die US-Justiz warf Meng Bankenbetrug im Zusammenhang mit den Iran-Sanktionen vor und verlangte ihre Auslieferung. Mengs Anwälte sprachen dagegen von Verfahrensmissbrauch. Die chinesische Regierung warf den USA vor, dem Huawei-Konzern schaden zu wollen.

Am Freitag billigte ein US-Gericht dann eine Übereinkunft Mengs mit der Staatsanwaltschaft. Wie ein Vertreter des Justizministeriums vor einem Bundesgericht in New York sagte, wurde eine Art Bewährungsverfahren vereinbart. Die Vorwürfe gegen die Spitzenmanagerin sollen demnach ausgesetzt und im Dezember 2022 ganz fallengelassen werden, wenn Meng sich an die Auflagen hält. Ein Gericht in Vancouver stellte daraufhin das Auslieferungsverfahren gegen Meng ein.

Die chinesische Regierung bezeichnete die Anschuldigungen gegen Meng am Sonnabend erneut als haltlos und sprach von »politischer Verfolgung«. »Der sogenannte Betrugsvorwurf gegen Meng Wanzhou ist frei erfunden«, zitierte der Sender CCTV eine Sprecherin des Außenministeriums.

Der Fall hatte für eine diplomatische Krise zwischen China und Kanada gesorgt. Wenige Tage nach Mengs Festnahme nahmen die chinesischen Behörden zwei Kanadier fest. Der Geschäftsmann Michael Spavor und der Exdiplomat Michael Kovrig wurden im März wegen Spionagevorwürfen vor Gericht gestellt. Spavor wurde im August wegen Spionage und der illegalen Weitergabe von Staatsgeheimnissen zu elf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil gegen Kovrig stand noch aus. Am Samstag morgen trafen beide im westkanadischen Calgary ein und wurden am Flughafen von Premierminister Justin Trudeau in Empfang genommen, wie im Sender CTV zu sehen war. (AFP/jW)

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