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Aus: Ausgabe vom 22.09.2021, Seite 16 / Sport

Doch da ist noch Argentinien

Von André Dahlmeyer
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Vorbereitung des Rekordweltmeisters: Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und Polen vor dem Turnier (2.9.2021)

Einen wunderschönen guten Morgen! In Litauen läuft seit dem 12. September und noch bis zum 3. Oktober der 9. FIFA Futsal World Cup, die Hallenfußball-WM. Erstmals ausgetragen wurde sie 1989 in den Niederlanden. Die aktuelle ist die dritte, die in Europa stattfindet. Rekordweltmeister ist mit fünf Titeln Brasilien, der Titelverteidiger heißt Argentinien. Spanien gelangen bislang zwei Coups (2000 Guatemala, 2004 Taiwan). Zudem unterlagen die Stiertöter dreimal (1996, 2008, 2012) gegen Brasilien im Finale. Bei der letzten WM vor fünf Jahren in Kolumbien hatten jedoch überraschend erstmals Argentinien und Russland das ­Endspiel erreicht, das die ­Silberländer mit 5:4 für sich entschieden. Bis dahin hatten sie nur einmal das Spiel um Platz drei erreicht und verloren.

Die Litauer mussten bei ihrer Heim-WM Lehrgeld bezahlen. Gekickt wurde in sechs Vierergruppen. Bereits das 0:3 in Kaunas gegen Gruppensieger Kasachstan besiegelte das frühzeitige Aus der am Ende punktlosen Gastgeber. Für die große Überraschung in dieser Gruppe sorgte die Vinotinto Venezuelas um ihren Star Henry Gutiérrez, die erstmals an einer WM teilnahm und sich gleich auf Anhieb ungeschlagen für die Achtelfinals qualifizierte. Der Ausgleich gegen die Kasachen fiel in der letzten (40.) Minute. Das letzte Spiel der Gastgeber gegen Costa Rica (2:6) sahen sensationelle 3.532 Zuschauer. Beide sind ausgeschieden.

Auch für Vizeweltmeister Russland war die Gruppenphase nach Siegen gegen Ägypten (9:0), Usbekistan (4:2) und Guatemala (4:1) eher eine Art Betriebsausflug. Trotz lediglich eines Sieges ließen die Usbeken am Ende aufgrund des besseren Torverhältnisses Guatemalteken und Ägypter hinter sich.

Auch Portugal und Marokko setzten sich in ihrer Gruppe ungeschlagen durch. Das abschließende Match zwischen beiden in der Svyturio-Arena von Klaipeda (2011 fanden dort Spiele der Basketball-EM statt) endete 3:3. Der Ausgleich für Marokko gelang Bilal Bakkali erst kurz vor Schluss. Schießbude der Gruppe waren die Solomon Islands, einziger Vertreter der OFC (Ozeanische Fußballkonföderation), zum vierten Mal dabei (das hintereinander), die punktlos (4:22 Tore) wieder nach Hause rudern durften.

Brasilien waren bei der letzten WM zwar 29 Treffer in der Gruppenphase gelungen, doch bereits im Achtelfinale war gegen den Iran nach Sechsmeterschießen Endstation. Dieses Mal walzten sie den Vietcong (9:1), Tschechien (4:0) und Panama (5:1) nieder. Den Tschechen reichte ein Sieg gegen Panama zum Weiterkommen.

Paraguay, vor fünf Jahren Viertelfinalist (ebenfalls vom Iran eliminiert), bezog im Auftaktmatch gegen Spanien (0:4) Dresche, die sich gewaschen hatte. Doch die darauf folgenden Siege des Teams um Kapitän Juan »Cholo« Salas gegen Angola (4:1) und im »Endspiel« gegen Japan (2:1) in der Arena Vilnius reichten für Gruppenplatz zwei. Spanien gewann alle Spiele und mandelt sich zu einem ernsthaften Titelkandidaten auf.

Doch es gibt immer noch Argentinien. Das von Trainer Matías Lucuix dirigierte Dream-Team begeisterte mit Siegen gegen die USA (11:0, vier Treffer von Weltmeister Alan Brandi Cuasnicú), Serbien (4:2) und den Iran (2:1). Den zweiten Platz sicherte sich der Iran, bei der letzten WM Überraschungsdritter, der Serbien und die Staaten bezwang. Thailand, Vietnam, Serbien und Japan qualifizierten sich als beste Gruppendritte ebenfalls für die Achtelfinals, die an diesem Mittwoch starten und am Freitag zu Ende gehen werden. Mit dabei sind noch alle Europäer (außer Litauen), alle Südamerikaner, alle Asiaten sowie Marokko.

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