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Enteignen oder nicht

Von Rafik Will
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Macht euch ins Hemd! Enteignungen sind der Alptraum der Immobilienkonzerne (Proteste in Frankfurt am Main, 18.6.2021)

Am kommenden Sonntag wird in Berlin an den Wahlurnen auch über die Enteignung großer Wohnungsunternehmen abgestimmt. In den Umfragen gibt es seit einiger Zeit eine stabile Mehrheit für ein »Ja« zum Volksbegehren und zur Enteignung.

Die Frage, woher die Mittel dafür kommen sollen, die Unternehmen wollen schließlich entschädigt werden, ist berechtigt. Abgesehen davon verlieren Enteignungen als Mittel zur gesellschaftlichen Umgestaltung ihre angestrebte Wirkung, wenn die Enteigneten mit großzügigen Ausgleichszahlungen rechnen können.

Paul Welch Guerra und Erika Harzer dürften in ihrem Feature  »Unsere Häuser, unsere Stadt. Enteignung als Ausweg aus der Wohnungskrise?« (DLF 2021; Di., 19.15 Uhr, DLF) die Enteignungen großer Vermieter gegen Geld wohl aus einer anderen Perspektive kritisieren. Ein Riesenzaun an der Grenze zu Polen soll die Schweinemäster in Brandenburg vor der »Afri­kanischen Schweinepest« schützen. Das klappt aber nicht – sie ist längst da. Barbara Eisenmanns  »Das iberische Schwein« (NDR/DLF 2011; Di., 20 Uhr, NDR Kultur) handelt von der marktgerechten Umformung und Ausbeutung der Natur am westlichen Rand Europas.

Vito Pinto versucht in »Helene Fischer – Seismograph der Sehnsucht« (RBB/SWR 2018; Mi., 19 Uhr, RBB Kultur) das ultimative Schlagerfan-Feeling zu erleben, scheitert aber daran und widmet sich der (Eigen-)Analyse. Gwendoline Soublin entwirft im Hörspiel »Pig Boy 1986–2358. Replay der Menschwerdung« (NDR/SRF 2021; Ursendung Mi., 20 Uhr, NDR Kultur) mögliche Zukunftsentwicklungen in der Welt der Schweine. Charly Kowalczyks Beitrag »Legale Ausbeutung« (RB 2021; Mi., 22 Uhr, MDR Kultur u. a.) läuft in der Reihe »ARD Radiofeature«, es geht um »Deutschlands unsichtbare Arbeitssklaven aus Osteuropa«.

Die Superrecognizer gibt es nicht nur im visuellen, sondern auch im akustischen Bereich. Belinda Cannone schlägt ihnen in »Vom Rauschen und Rumoren der Welt« (WDR 2021; Ursendung Fr., 19 Uhr, WDR 3, Wdh. Sa., 17 Uhr, WDR 5) vor, sich als Geheimagenten zu versuchen. Vom langjährigen HR-Hörspielchef Christoph Buggert läuft das preisgekrönte Stück »Vor dem Ersticken ein Schrei« (WDR/BR 1977; Fr., 21 Uhr, Bayern 2). »Unter allen Deutungen der Situation, in der wir leben, ist die für mich einleuchtendste, dass wir uns in einen Zustand der totalen Desorientierung hineinbewegen«, sagt er dazu.

Was haben Papst und Syphilis miteinander zu tun? Um es zu erfahren, empfiehlt es sich, Oskar Panizzas  »Das Liebeskonzil« (BR 2014; Teil 1/2 Sa. 15 Uhr, Bayern 2) zu hören.

Ein historisches Feature kommt von Ernst Schnabel mit »Lidice – das schweigende Dorf« (NDR 1961; Teil 1/2 Sa., 18 Uhr, DLF Kultur), wenig später folgt auf FSK das »Antifa Info« (Sa., 19.30 Uhr). Eine Geschichte aus den Pariser Vororten erzählt Hakim Djaziri in »Neben der Spur« (SR/RB 2021; Ursendung Teil 1/2 So., 17 Uhr, SR2 Kulturradio), zur gleichen Zeit läuft auf FSK »Radio Azadi« (So., 17 Uhr).

Schließlich gibt es ein Krimidoppelpack, nämlich Andrea Gettos Umsetzung von Dror Mishanis Roman  »Die schwere Hand« (NDR 2019; So., 19 Uhr, NDR Kultur) und die Inszenierung von Jutta Profijts erstem Hörspieltext »Der Ausbruch« (MDR 2021; Ursendung Mo., 22 Uhr, MDR Kultur) durch Regisseurin Dunja Arnaszus.

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