3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. September 2021, Nr. 217
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 15.09.2021, Seite 16 / Sport

Ein perfekter Abend

Von André Dahlmeyer
imago1006478838h.jpg
Spieler des Spiels: Miguel Borja (r.) beim Torjubel

Einen wunderschönen guten Morgen! In Südamerika wurde der 9. Spieltag der sogenannten Eliminatorias, der WM-Quali der Conmebol für Katar 2022, ausgekickt. Damit ist auf dem Subkontinent bereits Halbzeit im Rennen um die begehrten Startplätze für die 22. Fußball-WM.

Die Celeste, die Auswahl Uruguays, benötigte im Estadio Campeón del Siglo, der Heimstätte des C. A. Peñarol, die Nachspielzeit, um schließlich doch noch durch einen Treffer des gerade erst eingewechselten Helden Gastón Pereiro einen Dreier gegen Ecuador einzufahren. Damit verdrängten sie die Tricolor vom dritten Tabellenplatz, den diese seit sechs Spieltagen innehatte. Erstmals seit dem Beginn der Pandemie war wieder Publikum (15.000) zugelassen. Am Ende war der Druck für die Gäste zu groß geworden, und der Pass von Nahitan Nández auf Pereiro besiegelte das Unheil.

Die Albirroja Paraguays gewann nach fünf Remis erst zum zweiten Mal und zum ersten Mal im Stadion Verteidiger-des-Chaco in Asunción. Das Opfer beim 2:1-Erfolg der Guaraníes war erneut (Rückspiel) die venezolanische Vinotinto. Das Team des argentinischen Trainers und Bielsa-Schülers Eduardo Berizzo traf zum Auftakt jeder Halbzeit, erst Héctor Martínez, dann »Kaku« Romero. Jhon Chancellor gelang der Ehrentreffer. Venezuela hält mit nur einem Punkt die Rote Laterne und empfängt im Oktober Brasilien. Paraguay erwartet Argentinien.

Kolumbien fuhr beim 3:1 gegen Chile im tropischen Barranquilla den einzigen Sieg des Dreifachspieltags ein. Die Cafeteros von Reinaldo Rueda zeigten sich inspiriert. Schon nach 19 Minuten tauschte Miguel Borja einen Penal in ein Tor um, und eine Minute danach stellte wiederum Borja sogar auf 2:0. Als alles nach einem Torfestival ausschaute, gelang Jean Meneses nach der Pause der Anschlusstreffer für die Roja, ehe Luis Díaz eine Warholstunde vor Schluss sagte, dass die Chose nun gelaufen sei. Kolumbien hält damit den Playoff-Platz (fünf Tore hinter Ecuador), die Chilenen sind bereits sechs Punkte zurück, eine WM-Qualifikation ist unrealistisch.

Amerikameister Argentinien spielte seit längerer Zeit mal wieder im Monumental, dem Stadion von River Plate, und empfing dort am Ufer des Río de La Plata Bolivien. Erstmals spielten die Silberländer wieder vor Publikum. Die 25.000 Zuschauer erlebten eine rauschende Messi-Gala und eine Albiceleste, die Überschallfußball von der ersten bis zur letzten Minute gegen sehr starke Altiplanos zelebrierte. Immer wieder gab es Sprechchöre für Trainer Lionel Scaloni, für Messi, Di Maria oder Rodrigo de Paul.

Die Argentinier haben sich in ihre Selección verliebt, das gab es seit über einem Vierteljahrhundert nicht mehr, es ist kaum zu fassen. Es war ein perfekter Abend und das erste Tor für Argentinien wie ein Märchen. Nach Zuspiel von de Paul tunnelte Messi den Verteidiger Luis Haquín und plazierte die Pille vom Halbmond mit Drall neben den linken Pfosten des zu weit vor seinem Kasten lauernden Carlos Lampe. Jubelorgien auf den Tribünen! Messi gelangen noch zwei weitere Treffer. Ein Pass ins Tor (64.), dem mehrere Doppelpässe im gegnerischen Strafraum vorausgegangen waren, und ein Abstauber (88.), nachdem Lampe einen Weitschuss von Leandro Paredes nur abklatschen konnte.

Ein vierter Treffer wurde Messi wegen Abseits aberkannt. Damit ist Lionel mit 79 Länderspieltoren noch vor Pelé (77) der erfolgreichste Schütze Südamerikas aller Zeiten. Ein Rekord mehr. Anschließend feierten die Argentinier mit ihren Fans den Triumph der Copa América nach. Zusammengefasst: Es war zum Heulen. Brasilien gewann mit 2:0 gegen Peru (acht Spiele, acht Siege, erst zwei Gegentreffer), aber wen interessiert schon Brasilien?

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Nur noch bis 26. September: 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!