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Aus: Ausgabe vom 15.09.2021, Seite 3 / Schwerpunkt
Medizinischer Fortschritt

Zaghafte Fortschritte

Kampf gegen HIV und AIDS: Wirksame Therapien, aber nach wie vor kein Impfstoff
Von Markus Bernhardt
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Eine HIV-Infektion kann mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden – wenn man gesicherten Zugang dazu hat

Am 5. Juni dieses Jahres jährte sich die erste wissenschaftliche Erwähnung des Krankheitsbildes AIDS zum 40. Mal. Galt eine HIV-Infektion damals als sicheres Todesurteil, konnten Mitte der 1990er Jahre wirksame Therapien gefunden werden, die die Ausbreitung des HI-Virus im Körper stoppen und so den Ausbruch von AIDS verhindern konnten. Mittlerweile unterscheidet sich das Leben von HIV-Infizierten unter wirksamer Therapie kaum mehr von dem von anderen. Die sogenannten antiretroviralen Medikamente ermöglichen ein weitgehend normales Leben, und regelmäßig eingenommene »Prep«-Medikamente sorgen für einen sehr guten Infektionsschutz.

Seit Mai dieses Jahres sind in Deutschland Depotspritzen zugelassen, die die regelmäßige Tabletteneinnahme überflüssig machen. Die Injektionen sind jedoch bisher nur als Erhaltungs- und nicht als Ersttherapie zugelassen. Sie dürfen erst zum Einsatz kommen, wenn die Viruslast im Blut der Patienten durch eine vorherige HIV-Kombinationstherapie auf unterhalb der Nachweisgrenze gesenkt wurde.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen HIV gestaltet sich trotz aller auch in diesem Bereich zu verbuchenden Erfolge noch immer als schwierig. So teilte etwa der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson kürzlich mit, dass sich ein Impfstoffkandidat bei einer großangelegten klinischen Studie in südafrikanischen Staaten nur als »wenig wirksam« herausgestellt habe und der Schutz vor einer Infektion mit dem Virus nur 25 Prozent betrage. Medienberichten zufolge habe das US-Pharmaunternehmen Moderna kürzlich eine eigene Studie mit zwei Impfstoffkandidaten angekündigt. Diese basieren, wie bereits der Coronaimpfstoff des Konzerns, auf der mRNA-Technologie.

Vor allem arme Länder hoffen auf die Entwicklung eines Impfstoffes. Kürzlich kritisierte die Deutsche Aidshilfe, dass bei HIV und AIDS »die globale Ungerechtigkeit (…), welche die Coronapandemie erneut gezeigt hat«, schon lange zu beobachten sei. So hätte 2019 »ein Drittel der 38 Millionen Menschen mit HIV, darunter viele Kinder, keine lebensrettenden HIV-Medikamente« bekommen, nur weil »Geld oder der politische Wille« fehlten.

Anlässlich des diesjährigen Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember ist eine virtuelle Konferenz des »Aktionsbündnisses gegen AIDS« geplant. Das Motto: »Global Health Champion Germany?! Von HIV bis SARS-CoV-2 – Was haben wir (nicht) gelernt?« Dort soll debattiert werden, welchen Stellenwert die nächste Bundesregierung dem Thema »globale Gesundheit« zukünftig beimessen muss.

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