3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Donnerstag, 23. September 2021, Nr. 221
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 13.09.2021, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Konjunkturaussichten

Unterschätztes Risiko

Coronakrise: DIW-Chef warnt vor wirtschaftlichen Rückschlägen, hält höhere Inflationsrate indes für »Basiseffekt«
2020-05--ECONOMY.JPG
Schwierig, stichhaltige Prognosen über die Zukunft der Industrieproduktion zu stellen. (Wuhan, 9.5.2020)

Kapitalisten und ihre Forschungsinstitute mahnen periodisch. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), etwa. Er hält angesichts der andauernden Coronakrise wirtschaftliche Risiken für unterschätzt. »Wir sehen die Lage zu sehr durch die rosarote Brille«, meinte Fratzscher am Sonntag gegenüber dpa in Berlin. Weiter sagte er: »Wenn in China ein Hafen zugemacht wird, weil es dort einen Coronaausbruch gibt, dann ist das auch für die deutsche Wirtschaft ein großes Problem, weil Lieferketten gestört werden.«

Die hiesige Wirtschaft ist nach einem coronabedingten Einbruch im vergangenen Jahr wieder auf Wachstumskurs, getrieben vor allem vom Export. Belastend wirken indes Lieferengpässe bei wichtigen Materialien, Halbleitern für die Autoindustrie zum Beispiel. Ein weiteres Problem: Unternehmensinsolvenzen. »Ich glaube, dass wir da die eine oder andere böse Überraschung erleben werden. (…) Wir müssen immer mal wieder mit Rückschlägen in den nächsten zwei Jahren rechnen«, sagte Fratzscher. Richtig ist aber auch: Bislang zeigt sich die befürchtete Welle an Firmenpleiten nicht in der amtlichen Statistik.

Der DIW-Präsident äußerte sich ferner zur Inflationsrate. Im August lagen die Verbraucherpreise um 3,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. »Die höhere Inflationsrate ist eine willkommene Normalisierung der Preise«, frohlockte Fratzscher. »Nehmen Sie mal die Preisentwicklung von 2019, von 2020 und 2021 zusammen. Dann liegen wir im Durchschnitt deutlich unter den zwei Prozent, die wir als Preisstabilität definieren.« In dem Fall: Kein Grund zur Beunruhigung. Das seien nur Basiseffekte, so der DIW-Chef. (dpa/jW)

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Mehr aus: Kapital & Arbeit

Nur noch bis 26. September: 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!