3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Dienstag, 28. September 2021, Nr. 225
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 06.09.2021, Seite 8 / Ansichten

Kuschelalarm des Tages: Brauner und Laschet

Von Michael Merz
imago0132919786h.jpg
Auf Tuchfühlung: Thomas Brauner und Armin Laschet

In Trantütigkeit stehen die Personenschützer von Armin Laschet ihrem Chef in nichts nach. Ohne daran gehindert zu werden, ergatterte sich der in der Querdenker-Blase als »Busfahrer« bezeichnete Thomas Brauner in Erfurt seine 15 minutes of fame. Mit einem Hechtsprung enterte er die Wahlkampfbühne des CDU-Kanzlerkandidaten, brüllte in Laschets Mikrofon irgendwas mit Kindern und Schule – das sind zuverlässig wirksame Stichworte in der Aufmerksamkeitsökonomie der Pandemieleugner. Der Mann, der Kanzler werden will, reagierte mit verständnisvoller Engelsgeduld, und bei der Nähe, die er zuließ, hätte nur noch gefehlt, dass Brauner und er innig knutschen.

Busfahrer ist Brauner – der Name scheint Programm – übrigens schon seit letztem Jahr nicht mehr. Nachdem er Kinder in seinem Linienbus in Sömmerda dazu aufgefordert hatte, ein »bundesweites Zeichen« zu setzen und die Masken abzunehmen, war er seinen Job los. Nun hat er mehr Zeit für das weite Feld der Querdenker-Propaganda und Filmchen im Netz: Er belästigt Supermarktkunden, die eine Maske tragen, ruft dazu auf, »für das Deutsche Reich zu kämpfen«, verbreitet Theorien, dass die Erde eigentlich flach statt rund sei und gurkt regelmäßig mit Autokonvois durch Berlin.

Dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach gefiel es gar nicht, dass Laschet am Freitag so auf die Pelle gerückt wurde. Er twitterte, dass »sich von einem Querdenker ohne Maske mit 20 cm Abstand anschreien« zu lassen »keine Bürgernähe« sei, »sondern einfach dumm«. Doch Laschet verteidigte seinen Kuschelmoment. Lauterbach »vergiftet das Klima«, hielt der CDU-Mann am Wochenende bei einer seiner nächsten Reden gegen. Man müsse doch den »Menschen zuhören«. Klar, das Hätscheln war schon Unionstaktik bei den Pegida-Rassisten. Die gaben ihre Stimmen dann aber doch lieber der AfD.

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Mehr aus: Ansichten

Letzte Möglichkeit: Drei Monate Aktionsabo »Marx für alle« für 62 Euro!