3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Freitag, 24. September 2021, Nr. 222
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 30.07.2021, Seite 15 / Feminismus
Pride in Ungarn

»Budapest Pride« mobilisiert Massen

15_BM_Neu.JPG
Pride-Parade in Budapest (24.7.2021)

Budapest. Zehntausende haben am Sonnabend in der ungarischen Hauptstadt für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten demonstriert. Die Organisatoren des seit 26 Jahren alljährlich stattfindenden »Budapest Pride« sprachen von einer Rekordbeteiligung, etwa 30.000 Menschen seien dabeigewesen. Angesichts des im Juni auf Betreiben der ultrarechten Regierung beschlossenen Gesetzes gegen homosexuelle und transgeschlechtliche Menschen und der diesbezüglichen »Propaganda« von Ministerpräsident Viktor Orban hätten viele Menschen »ihre Unterstützung für die LGBTQ-Gemeinde« zeigen wollen, erklärte Sprecherin Johanna Majercsik gegenüber AFP.

Vieles deutet darauf hin, dass LGBTQ-Rechte eines der wichtigsten Wahlkampfthemen werden. Orbans wahrscheinlicher Herausforderer bei der Parlamentswahl im Frühjahr 2022, Gergely Karacsony, rief am Samstag abend zu Toleranz auf. »Wir sind alle nach dem Bild des Schöpfers erschaffen worden, und obwohl wir nicht gleichartig sind, sind wir gleichwertig«, betonte Karacsony beim Schlussfest der Pride. Der linksliberal-»grüne« Politiker ist seit 2019 Bürgermeister von Budapest. In diesem Herbst entscheiden Ungarns Oppositionsparteien, ob sie ihn bei der Parlamentswahl als Orbans Gegenkandidaten unterstützen. Seine Chancen stehen sehr gut.

Laut dem neuen Gesetz dürfen Kinder in Ungarn keinen Zugang zu Informationen über Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit haben – sei es im Schulunterricht oder über Publikationen. Zudem ist Werbung verboten, in der Homosexuelle oder transgeschlechtliche Menschen »als Teil der Normalität« dargestellt werden. Seit das Gesetz erlassen wurde, gab es örtlichen Medienberichten zufolge mehrere homofeindlich motivierte Angriffe.

Die EU leitete als Reaktion auf das Gesetz ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Budapest ein. Orban kündigte wiederum ein Referendum an, bei dem die Ungarn über den Inhalt dieses Gesetzes abstimmen sollen. Zudem erließ der Regierungschef am vergangenen Freitag eine Verordnung, in der dem ungarischen Staat verboten wird, EU-Coronahilfen anzunehmen, falls Brüssel deren Bewilligung von der Abschaffung des Gesetzes abhängig macht. Dem Land könnten dadurch 7,2 Milliarden Euro aus dem EU-Aufbaufonds entgehen. (dpa/AFP/jW)

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Ähnliche:

  • Vor Wiederbelebung? AKW-Baustelle bei Njeman in russischer Regio...
    21.07.2021

    Gewagter Stromdeal

    Polnisch-ungarisches Investorenkonsortium prüft offenbar (Weiter-)Bau eines AKW in Kaliningrad. Regierung in Warschau schweigt
  • Sieht alles von Kommunisten unterwandert: Sloweniens Premier Jan...
    06.07.2021

    Ohne Hemmungen

    Slowenien fährt unter Premier Jansa strammen Rechtskurs und arbeitet eng mit BRD zusammen: Jetzt hat das Land die EU-Ratspräsidentschaft übernommen
  • Ein Dialog mit Wladimir Putin, geschweige denn eine Aufnahme von...
    26.06.2021

    Hardliner schotten EU ab

    Merkel und Macron scheitern bei Gipfel mit Vorstoß zur Annäherung an Russland. Türkei weiterhin Türsteherin

Regio:

Mehr aus: Feminismus

Nur noch bis 26. September: 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!