3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. September 2021, Nr. 223
Die junge Welt wird von 2582 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 26.07.2021, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

jW_Leserbriefe_Standart.jpg

Demenz beenden

Zu jW vom 22.7.: »Rufe nach Klimaschutz«

»Not lehrt Denken!« sagte einst Ernst Bloch in seinem »Prinzip Hoffnung«. Man möchte den Wissenschaftlern dieser Welt, den »Naturwissenschaftlern« wie den »Humanwissenschaftlern«, zurufen: Vereinigt euch! Überwindet die von unserem System euch nach dem Motto »Teile und herrsche!« aufgezwängten Schranken und lernt, »interfakultativ« euer Wissen so zu vermitteln, dass es »jeder« versteht. Tretet in die Öffentlichkeit! Die Menschen, die vor allem damit beschäftigt sind, ihre aktuelle Existenz, einschließlich der Existenz ihrer Familien, zu sichern und sich »nicht um alles kümmern können«, die aber dennoch den vor Ort Betroffenen tatkräftige Hilfe leisten, brauchen eure Hilfe. Denn die von uns im Vertrauen in ihre Kompetenz gewählten Politiker verstehen allem Anschein nach nichts, bevor sie nicht selber Angst um ihr eigenes Überleben haben müssen (…). Es ist das Psychologen und Neuropsychologen bekannte allzu menschliche Phänomen der Befangenheit in der eigenen Wahrnehmung aufgrund mangelnder eigener Erfahrung, von dem sie betroffen zu sein scheinen, zu dem auch die »Katastrophendemenz« gehört. Denn dafür, dass die uralte Hybris, dass der Mensch sich »die Erde untertan« machen solle, oder die nach wie vor gängige Meinung, dass »der Markt alles regeln« könne, entlarvt sind, sprechen die aktuellen Fakten ebenso wie die Erkenntnisse der Wissenschaft.

Josie Michel-Brüning, Wolfsburg

Wahr und falsch

Zu jW vom 17.6.: »Esoterik mit revolutionärem Gestus«

(…) Den Anspruch auf einen »revolutionären Gestus« erheben nur Dummköpfe, sich damit zu befassen ist Zeitvergeudung. Was Marx, Engels und viele andere wissenschaftlich erarbeitet haben, sind wahre Aussagen über die Welt (…). Wenn Forschungsergebnisse zeigen, dass Veränderungen die Welt erträglicher (machen), dann ist die Entscheidung dazu eine Frage der Vernunft. Dass die herrschende Klasse, die die bestehende Ordnung geschaffen hat, deren Veränderung ablehnt, ist verständlich. Deshalb animiert sie lieber zu blöden Diskursen (…). Als erstes ist festzustellen, dass die Aktionsziele der Pandemieleugner (…) nichts als Lug und Trug sind. Dass diese Gruppen in der Lage sind, teilweise mehr als 10.000 Personen zu mobilisieren, wirft als erstes die Frage auf, warum Medien, politische Parteien und Organisationen nicht in der Lage sind, ihre Verleumdungen zu widerlegen und gesellschaftlich unmöglich zu machen, und außerdem unfähig sind, die Motivationen der Demoteilnehmer sowie Geldgeber und Organisatoren einzuordnen. Das schaffen sie nicht, weil sie es nicht wollen. (…) Es geht doch darum, dass die Gesellschaft der nächsten Generation das Wissen vermittelt, das es braucht, um sich auf dieser Erde und in dieser Gesellschaft vernünftig verhalten zu können. Wenn man es nicht schafft, durchzusetzen, dass das von den Schulen vermittelte Wissen dem Stand der Forschung entspricht, wird man weder die Beschränkungen bei der Nutzung der Natur durchsetzen können, die es braucht, damit sie für den Menschen weiterhin in ausreichendem Maße erhalten bleibt, noch in der Lage sein, qualifizierte Arbeitskräfte zur Ausbildung in Gewerbe, Handel und Industrie heranzuziehen, ganz zu schweigen von Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Forschung. Von all dem hat die jetzige Erwachsenengeneration die abstrusesten Vorstellungen (…).

Reiner Schulz, Potsdam

Billige Atombombe

Zu jW vom 20.7.: »Auf der Zielgeraden«

(…) Die ahistorische Sichtweise des Versicherungsvertreters aus dem Westen – jetzt Ministerpräsident von Thüringen – ist noch ein eingewachsenes Ergebnis westdeutscher Politikberegnung und Schulbildung. Dort kam bestimmt nicht vor, dass die Gründung der »rheinischen Republik« seinerzeit gegen die Verträge von Jalta und Potsdam auf Betreiben der Westmächte zustande gekommen war – quasi die Gründung eines »Unrechtsstaates«. Und der Rest Deutschlands hing wie ein vertrockneter Wurstzipfel politisch und ökonomisch in der Luft. Sollte man nun zum Gegner überlaufen? Sollte man es nicht wenigstens versuchen, den Sozialismus? Dass ein Land eine Mauer um eine Stadt zieht, von der die US-Amerikaner meinten, sie sei die »billigste Atombombe« – vor der Mauerziehung (also Westberlin als »Pfahl im Fleisch« der DDR; jW) –, sollte doch zu mehr Denken führen. (…) Es gab die Hallstein-Doktrin, Embargos, das Abwerben von Fachkräften, die mit Steuergeldern der DDR-Bürger ausgebildet worden waren. Dass Westberlin von der Bonner Politik wiederholt als eigenes Hoheitsterritorium missbraucht wurde, sollte sich auch herumgesprochen haben. (…) Da kann man doch froh sein, dass es bei einer »Mauer« blieb. Einfach mal danke sagen …

Eberhard Wetzig, Pirna

Feind sponsern

Zu jW vom 23.7.: »Poker um Pipeline«

(…) Russland soll vorgeschrieben werden, einen Teil seines Erdgases über die Ukraine nach Westeuropa zu liefern, obwohl mit Nord Stream 2 eine viel günstigere Verbindung besteht. Hintergrund ist die Abhängigkeit der russlandfeindlichen ­Ukraine als Vasallenstaat der NATO von Einnahmen, die die NATO-Länder nicht bereit sind zu leisten. Russland soll also seinen Feind unterstützen, der den US-europäischen Kriegstreibern als Stützpunkt und Militärbasis dient. Wer erdenkt so etwas und teilt es dann auch noch der Welt laut mit?

Peter Richartz, Solingen

Angriff auf Grundrechte

Zu jW vom 13.7.: »›Ein Anschlag auf finanzielle Basis der DKP‹«

Der schäbige Angriff auf die DKP ist eine schwerwiegende Verletzung des Grundgesetzes, das den Parteien, also auch der DKP, die Stellung von Mitwirkenden bei der politischen Willensbildung des Volkes zuweist (Artikel 21 Absatz 1), und damit eine grobe Missachtung der ansonsten vielgerühmten freiheitlichen demokratischen Grundordnung dieses Staates. So begann 1933 der Weg in den Faschismus. Wehret den Anfängen!

Prof. Gregor Schirmer, per E-Mail

Die uralte Hybris, dass der Mensch sich ›die Erde untertan‹ machen solle, oder die nach wie vor gängige Meinung, dass ›der Markt alles regeln‹ könne, sind entlarvt.

Aktionsabo »Marx für alle« für drei Monate

Die Bundesregierung und der deutsche Inlandsgeheimdienst wollen der Tageszeitung junge Welt den »Nährboden entziehen« unter anderem wegen ihrer marxistischen Weltanschauung. Mit unserem Aktionsabo  »Marx für alle« möchten wir möglichst vielen Menschen diese wissenschaftliche Sichtweise nahebringen und 1.000 Abos für die Pressefreiheit sammeln.

Das Abo kostet 62 Euro statt 126,80 Euro und endet nach drei Monaten automatisch.

Letzte Möglichkeit: Drei Monate Aktionsabo »Marx für alle« für 62 Euro!