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Aus: Ausgabe vom 26.07.2021, Seite 8 / Ansichten

Experimentierfeld des Tages: Musikbranche

Von Michael Merz
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Klapper, klirr, klöng – das war selbst der singenden Herrentorte zuviel: Helge Schneider live

Zu den großen Leidtragenden der Maßnahmen gegen die Coronapandemie gehört zweifellos die Musikbranche. Konzerte fehlen. Nicht nur dem Publikum, auch den Künstlern, Bühnenarbeitern, Tontechnikern. Und Gigs im Autokino oder im Onlinestream sind einfach nicht mehr auszuhalten. Neidisch lässt sich auf New York blicken – da hielt es Dave Grohl mit den Foo Fighters Mitte Juni nicht mehr im Homeoffice aus und gab ein Konzert wie in alten Zeiten, ohne Abstand und Masken. Nur vollständig mit Impfschutz Versehene bekamen Einlass, der Madison Square Garden war trotzdem ausverkauft.

Mit Eric Clapton ist so was nicht zu machen. Er will wieder mal Gott spielen und lehnt Vorkehrungen gegen die Virusausbreitung während seiner Auftritte ab. Auf Telegram verkündete er kürzlich, dass er ausschließlich für Geimpfte keine Musik machen werde. Jammern auf hohem Niveau hat der Gitarrist längst kultiviert, im Mai hatte Clapton bereits »desaströse« Reaktionen nach der ihm verabreichten Impfspritze beklagt.

Und Helge Schneider hat sich am Freitag abend auf ein Experiment eingelassen, das im nachhinein als gescheitert betrachtet werden muss. Ähnlich den Autokinokonzerten saßen die Zuschauer diesmal nicht in Blechbüchsen, sondern in Strandkörben vor der Bühne. Das erwies sich als übler Stimmungstöter, ständig stolperten Gastronomiebeschäftigte dazwischen herum, um Getränke zu servieren. Genervt gab Schneider nach 40 Minuten auf, schließlich geht es bei ihm um feinste Nuancen und immer neue Improvisationen. Angesichts des Geklappers fiel ihm aber einfach nichts mehr ein. »Ich muss sagen, das geht mir ziemlich auf den Sack. Ich habe keine Lust mehr«, entfuhr es ihm. Viele dachten noch, das sei ein Gag, doch schließlich mussten sie sich ohne Musik im Strandkorb besaufen.

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