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Aus: Ausgabe vom 24.07.2021, Seite 8 / Ansichten

Bandit des Tages: Falschmünzer

Von Oliver Rast
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Man muss schon genau hingucken – Befund: Sieht echt aus (Erfurt, 30.3.2017)

Krisenverlierer gibt es viele, etwa die Falschmünzer. Gaststätten waren verrammelt, Arenen publikumslos, bisweilen stand das öffentliche Leben still. Blütenmacher hatten gewissermaßen Absatzprobleme, einige sollen Gerüchten zufolge kurz vor dem Bankrott stehen. Denn: Wo sollen sie ihre zumeist in mühevoller Kleinarbeit kreierten Geldwertzeichen einlösen? Und noch etwas kommt für dieses traditionelle Milieu des Banditentums erschwerend hinzu: Durch die Coronakrise ist das Zahlen mit Bargeld für viele unattraktiver geworden. Und die Aussichten sind schlecht. Eine bargeldlose Zukunft dürfte einer ganzen Zunft von mehr oder weniger künstlerisch begabten Gaunern das Handwerk legen. Wie von selbst.

Ein Trend, der belegt ist: Die Bundesbank veröffentlichte am Freitag Zahlen zum Umlauf von Falschgeld hierzulande. Demnach seien im ersten Halbjahr 2021 rund 21.400 unechte Euro-Scheine aus dem Verkehr gezogen worden. Immerhin 13 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2020. Die Behördenbanker führen exakt Buch, wissen folgendes: Der Anteil falscher 20-Euro-Scheine lag bei 41 Prozent, der falscher Fuffziger bei 39 Prozent. Hunderter, die bei einer Echtheitskontrolle durchgefallen sind, kamen beim Ranking auf sechs Prozent.

Es mag beruhigen, weil es gar nicht so einfach ist: Für den Durchschnittsbürger ist das Risiko gering, mit fingierten Banknoten in Kontakt zu kommen. Auch dafür hat die Bundesbank einen statistischen Wert parat – konkret: Rechnerisch kamen fünf Fakescheinchen auf 10.000 Einwohner. Da muss man schon einen Glückstreffer landen. Einen Tip gefällig? Bitteschön: Mutmaßliche Penunzen aus der Fälscherwerkstatt einfach zirkulieren lassen. Bei Abgabe folgt der ersatzlose Einzug durch Behörde und »Währungshüter«. Es gibt nicht einmal einen Finderlohn. Lohnt also nicht.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Uwe H. aus Gteding (24. Juli 2021 um 08:58 Uhr)
    Sehr zum Missfallen wird hier nicht die »Inzidenz« angegeben, die wäre nämlich »riesige« 50!

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