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Aus: Ausgabe vom 19.07.2021, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Große Dummheit

Zu jW vom 13.7.: »Ein Anschlag auf finanzielle Basis der DKP«

Der Deutsche Freidenkerverband, dessen Mitglied ich bin, betrachtet den Protest gegen die Nichtzulassung der DKP zur Bundestagswahl als Bürgerpflicht aller demokratisch und rechtlich gesinnten Menschen. Dieser Pflicht möchte ich mich stellen. Herrn Marco Wanderwitz, den »Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder«, wird das nicht wundern, gehöre ich als eine Künstlerin, die aus der DDR kommt, doch zu den teilweise in einer Form »Diktatursozialisierten«, die auch noch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind. Aber wer redet denn hier früh und spät von Demokratie, wenn es doch eigentlich um Antikommunismus geht, die nach Thomas Mann Grundtorheit der Epoche, der aber eben auch immerwährende Demokratiegefährdung bedeutet? Die Riesenzahl der Opfer, Rosa und Karl inbegriffen, zeugt davon. Von den Kriegführern wurde Rosa Luxemburg die »Blutige« genannt – und Patrik Köbele ist laut MDR einer der schärfsten Kritiker des Systems Merkels. Die Kritiker hier wollen keine Kriegführer sein, benehmen sich aber wie solche. Angesichts der furchtbaren Verfolgungen und Verfolgungsgeschichten in Deutschlands schlimmster Zeit, dem Faschismus, ist es undenkbar, die in den Regeln des Völkerrechts und deutschem Grundgesetz allen Staatsbürgern garantierten Rechte einfach so auszuhebeln. Das insbesondere, weil die Toleranzgrenze bei den dem deutschen Faschismus sehr geneigten Gruppierungen von AfD, NPD, Identitären etc. erschreckend groß ist. Natürlich ist sehr durchscheinend, warum das Ganze: Die DKP schreibt ohne Wenn und Aber »Frieden mit Russland und China« auf ihre Fahnen und Plakate. Und genau das passt den Verboteverpassern nicht. Ich will Solidarität mit Russland und China und mit den Genossen und Genossinnen der DKP, die schon viel durchgestanden haben und das hier durchstehen werden.

Gina Pietsch, per E-Mail

Dreiste Märchen

Zu jW vom 16.7.: »Kampagne gegen Kuba«

Herzlichen Dank für Ihre Hinweise, wie wir von Nachrichtenagenturen und Medienkonzernen durch ständige Falschmeldungen und Verschweigen tatsächlicher Ereignisse manipuliert werden. Sie sollten diesem Thema weiterhin Raum geben! Das ist um so wichtiger, als sowohl der öffentlich-rechtliche Rundfunk als auch die privaten Medienkonzerne seit einiger Zeit eine Kampagne gestartet haben, um vor Verschwörungserzählungen insbesondere in Onlinemedien zu warnen. Dass die unverschämtesten Märchen in den Nachrichtensendungen der etablierten Medien verbreitet werden, sollten wir uns bewusst machen. So wurden kürzlich in den Nachrichtensendungen des WDR ohne Belege die Behauptungen von Behördenvertretern lanciert, dass im Zusammenhang mit den bevorstehenden Bundestagswahlen Cyberattacken Russlands oder Chinas zu erwarten seien. Das ist pure Propaganda und dient dem Aufbau eines Feindbildes in der Bevölkerung. Ich erinnere auch an die Diskreditierung des chinesischen Unternehmens Huawei durch unbewiesene Behauptungen von Spionagetätigkeit, um dem Unternehmen bei der Vergabe von Aufträgen für den Aufbau des »5G«-Netzes zu schaden.

Klaus Gröhnke, per E-Mail

Teure Rechnung

Zu jW vom 16.7.: »Flutkatastrophe im Westen«

Erneut haben wir eindrucksvoll erlebt, welche Auswirkungen der Klimawandel haben kann. Hier und auch an vielen anderen Orten auf der Welt trägt die Aufheizung des Klimas zu Wetterextremen und in der Folge zu schwersten Schäden bei. So werden ganze Dörfer weggespült und Städte überflutet. Autos schwimmen wie Spielzeuge in den Fluten. Schlammfluten und Schutt füllen die Straßen, Häuser stürzen ein. Menschen sterben. In den Wochen vorher liefen in Baden-Württemberg Keller und Unterführungen mit Wasser voll, Hagelkörner in der Größe von Tennisbällen hinterließen Dellen in Karosserien oder zerschmetterten Fenster, Dächer wurden abgedeckt, und es kam zu Schlammfluten und Überschwemmungen. Die Landwirte klagen über Totalausfälle der Ernte, und die Übersterblichkeit aufgrund der Hitzewellen wird größer. Diese Folgen des menschengemachten Klimawandels sind an sich schon bedrohlich, und das Problem verschärft sich, je länger die Politik wirksame Maßnahmen aufschiebt. Gravierend hinzu kommt, dass die politischen Entscheider aktiv dazu beitragen, die Klimakrise zu verstärken. So rollt eine Versiegelungswelle über uns hinweg, die alles in den Schatten stellt, was wir aus der Vergangenheit kennen. Grünflächen wie Parks, Wälder, Gärten, Wiesen und Äcker werden mit Beton und Asphalt überbaut. Dies verstärkt die Aufheizung der Städte und fördert die beschriebene katastrophale Entwicklung wie die Häufung von Starkregen und Überschwemmungen. Die Retentionsflächen in den Flussauen wurden immer mehr zugebaut. Die ökologische Renaturierung der Flüsse stockt. Wir tun also gerade das Gegenteil von dem, was vernünftigerweise erforderlich wäre: Grünflächen zu erhalten und zu sichern bzw. ihren Anteil auszudehnen und Bäche und Flüsse zu renaturieren. Das bezahlen Menschen nun mit ihrem Leben oder durch exorbitante Schäden, welche die Volkswirtschaften und die Steuerzahler immer stärker belasten. Trotzdem können CDU und FDP politisch mit ihren Verzögerungen beim Klimaschutz punkten. Die AfD leugnet den Klimawandel immer noch. Das kommt uns alle sehr teuer zu stehen.

Conrad Fink, Freiberg am Neckar

Wir tun gerade das Gegenteil von dem, was vernünftigerweise erforderlich wäre: Grünflächen zu erhalten und zu sichern. Das bezahlen Menschen nun mit ihrem Leben.

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