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Aus: Ausgabe vom 16.07.2021, Seite 16 / Sport
Beim Fanwalt

Blauer Montag

Von René Lau
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Es ist noch nicht so lange her, dass die Deutsche Fußballiga (DFL) in der ersten und zweiten Liga auf Druck der Fanszenen die unsäglichen Montagsspieltage abgeschafft hat. Es war also davon auszugehen, dass sich das Thema erledigt hat. Dachte man. Im Osten der Republik gibt es aber einen regionalen Fußballverband namens Nordostdeutscher Fußballverband (NOFV), der einen Fernsehvertrag mit der Firma »Ostsport.tv« abgeschlossen hat und den obendrein als Premiumprodukt für die Vereine der Regionalliga Nordost verkauft. Nicht nur, dass kein Verein mehr als vorher (nämlich knapp 15.000 Euro pro Saison) bekommt, hält der Vertrag für die Fans außerdem sechs verschiedene Anstoßzeiten pro Spieltag bereit. Dabei ist vom Freitag abend über Samstag und Sonntag um 14 Uhr und 16 Uhr bis Montag abend alles dabei.

Präsident des NOFV, der dieses grandiose Vertragswerk zu verantworten hat, ist Hermann Winkler, seit Januar auch Vizepräsident des DFB. Er war es auch, der sich bereits für die Zeit nach der Pandemie für die Beibehaltung personalisierter Tickets ausgesprochen hat. Was hat ein Fan von so einem Funktionär wohl zu erwarten? Nichts.

Die Fanszenen der oberen Ligen haben nicht jahrelang gegen Montagsspiele gekämpft, damit diese jetzt durch die Hintertür in der Regionalliga wieder eingeführt werden. Fanrechte sind unteilbar. Und die Fanszenen werden sich das auch nicht gefallen lassen. Die großen Szenen, die es in erheblicher Anzahl im Nordosten gibt, wehren sich bereits. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Vereinen im Nordosten mit Amateuren spielt, denen es kaum möglich sein dürfte, an Montagsspielen regelmäßig teilzunehmen.

Der NOFV sollte in sich gehen und das Vertragswerk im Sinne der Vereine und Fans korrigieren. Gerade jetzt, nach der schier endlosen Pandemie, haben die arg gebeutelten Vereine im Nordosten und deren Fans Besseres verdient. Kein Fan hat es verdient, sich an sechs verschiedene Anstoßzeiten bei lediglich zehn Spielen an einem Spieltag zu gewöhnen oder daran, am Montag abend durch die Republik zu gurken, um pünktlich am Dienstag morgen auf der Arbeit oder in der Schule zu erscheinen.

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