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Aus: Ausgabe vom 15.07.2021, Seite 5 / Inland
Geldnot in der Pandemie

Run auf Studienkredite

Schnelles Geld, drohende Verschuldung? Linke und DGB üben harsche Kritik
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Finanznot in Pandemie: Studierende protestierten im August 2020 in Hannover gegen ausbleibende Hilfe des Staates

Die sogenannten Coronanothilfen der Bundesregierung haben für einen sprunghaften Anstieg bei den Studienkrediten gesorgt. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Studienkredittest 2021 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervor. Die Zahl der Neukredite kletterte 2020 um mehr als 60 Prozent auf 53.000. Insgesamt beziehen derzeit 90.000 Studierende in Deutschland Gelder aus einem Studienkredit oder Bildungsfonds. Das entspricht einem Anteil von drei Prozent.

Haupttreiber sind laut Studie die staatlichen KfW-Studienkredite. Der Marktführer verbuchte mehr als drei Viertel aller neuen Verträge für sich. Im Vorjahr 2019 gab es allein bei der früheren Kreditanstalt für Wiederaufbau 18.000 Abschlüsse, 2020 waren es rund 40.000. Als Gründe nennt die Studie geänderte Vertragsmodalitäten. So konnte der KfW-Studienkredit bis Ende 2021 zinsfrei genutzt werden. Außerdem konnten wegen Corona erstmals Studierende aus dem Ausland befristet den Kredit in Anspruch nehmen. Dies wurde in 16.000 Fällen genutzt. Nach Auskunft der Kreditanbieter werden derzeit von Banken und Bildungsfonds monatlich rund 48 Millionen Euro an Studierende ausgeschüttet.

Eine ernste Warnung kam von der Partei Die Linke: »Der KfW-Studienkredit ist keine Unterstützung, sondern ein Damoklesschwert über der beruflichen Zukunft der Studierenden«, zitierte die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch die hochschulpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Nicole Gohlke. Die spricht von einer Verschuldungsfalle. »Dass Studierende in der Coronakrise zurück zu den Eltern flüchten müssen oder händeringend stabile Nebenjobs suchen, offenbart die Dringlichkeit einer BAföG-Öffnung«, sagte Gohlke.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) schloss sich der Kritik an. »Studienfinanzierung über Kredit – das ist das Gegenteil von Chancengleichheit. Der sprunghafte Anstieg bei den Kreditverträgen ist beschämend«, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. (dpa/jW)

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