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Aus: Ausgabe vom 07.07.2021, Seite 8 / Ansichten

Ungeübte des Tages: Piloten

Von Oliver Rast
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Wirken souverän im Cockpit. Nur: Sind sie es auch?

Die Gefahrenquellen sind erkannt: Piloten im Cockpit, Insekten im Triebwerk, Passagiere im Rumpf. Die Normalisierung des Luftverkehrs bereitet Extraprobleme. Davor warnte die Münchner Allianz-Versicherung am Dienstag die interessierte Öffentlichkeit. Denn: Nach über einjähriger Zwangspause muss erst wieder geübt werden. Längst ist von »eingerosteten Piloten« (englischer Fachterm: »rusty pilots«) und »eingemottetem« Fluggerät die Rede, was nun »entmottet« werden muss. Bevor die eingestaubten Mühlen abheben können, müssen sie von allerlei Kleinsttieren befreit werden. Oft ist Grundputz nötig. Antriebs­apparaturen eignen sich nämlich prima als Nistplätze.

Also: Das Restrisiko jeder Fliegerei potenziert sich. Bedienungsfehler, klassisches menschliches Versagen, inklusive. Weiß der Flugkapitän noch um die Funktionen seines Steuerhorns? Korrigiert notfalls sein Ko, vor allem rechtzeitig? Fragen, die zögerliche Flugreisende spätestens jetzt stellen sollten.

»Wenn Leute ihren Beruf anderthalb Jahre teilweise wenig oder gar nicht ausüben können, ist natürlich die mangelnde Praxis mit Sorge zu betrachten«, sagte ein Allianz-eigener Schadenmanager (so heißen die). Schlimmer noch: Erste Leistungschecks bei Dutzenden Piloten liefen schief. Man muss sich drauf einstellen, bei Starts und bei Landeanflügen könnte es derweil stärker ruckeln als gewöhnlich. Eher Ängstliche sollten ihre Medikation dahingehend anpassen – Dosierungsgebot: halbe Valiumpille mehr.

Üben müssen ferner Passagiere: eilig Manieren. Daran scheint’s akut zu fehlen. »Air Rage«, zu deutsch: »Luftwut«, heißt das Phänomen pöbelnder Gäste in der Kabine, denen die flugfreie Auszeit übel aufgestoßen ist. Dringende Bitte: Unterlasst Rabatz im Rumpf! Flieger steuern ist nicht leicht. Schon gar nicht für Ungeübte.

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