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Aus: Ausgabe vom 08.07.2021, Seite 2 / Inland
Coronapolitik

Delta-Variante dominiert Europa

Verbreitung des Coronavirus durch Fußball-EM nachgewiesen
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Abstände unmöglich: Fußballfans während der Europameisterschaft (2.7.2021)

Die Europäische Gesundheitsbehörde (ECDC) hat erhebliche Steigerungen an Coronainfektionen im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft festgestellt. Bis zum Ende der dritten Woche des Turniers habe es in sieben Ländern mehr als 2.500 Fälle gegeben, die sich mit der EM in Verbindung bringen ließen, hatte die ECDC auf Anfrage der Deutschen Presseagentur bestätigt. So seien in Schottland 1.991 Fälle auf die EM zurückzuführen, in Finnland waren es zuletzt 436. Angesichts der Pandemielage sei diese Entwicklung jedoch »nicht unerwartet«, sagte ECDC-Direktorin Vicky Lefevre laut einer Mitteilung von Mittwoch. Es sei letztlich eine »politische Entscheidung, welches Risiko man bereit ist zu tolerieren«.

Die Bundesregierung möchte derweil verstärkt in der Bevölkerung für den Impfschutz werben. Um viele Krankheitsfälle im Herbst und Winter zu vermeiden und eine breite Immunität in der Bevölkerung zu erreichen, seien Radio- und Fernsehspots geplant, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Coronainfektionen sei am Sonntag seit Wochen erstmals leicht gestiegen, so der Sprecher. Sie schwanke derzeit bei um die fünf Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Wer nicht ausreichend geimpft sei, müsse mit einer Ansteckung und möglicherweise mit einer Folgeerkrankung rechnen, verlautbarte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch im Morgenmagazin der ARD. Die Infektionszahlen würden in den Wintermonaten wieder steigen. Noch in diesem Monat könne jedoch jedem eine erste Impfung verabreicht werden, der dies wünsche. Bisher würde nicht fehlendes Wissen, sondern ein Mangel an Gelegenheiten von der Impfung abhalten. Es sei daher notwendig, niedrigschwellig auf Sport- oder Marktplätzen Impfungen anzubieten, so Spahn.

Mit Blick auf eine Debatte um mögliche Lockerungen sagte der Minister, er halte es für schwierig, konkrete Zielpunkte zu benennen. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Dienstag gesagt, es gebe »rechtlich und politisch keine Rechtfertigung mehr für irgendeine Einschränkung«, sobald alle Menschen in der Bundesrepublik ein Angebot für eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten hätten. Ähnlich hatte sich zuvor auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, geäußert. (dpa/AFP/jW)

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Hagen R. aus Rostock ( 8. Juli 2021 um 08:55 Uhr)
    Wenn alle Impfwilligen ihren Impfschutz haben, ist es in der Tat sinnvoll, alle Coronabeschränkungen aufzuheben. Damit die Gesellschaft die nötige Immunität erreicht, die die Pandemie beendet, werden dann noch weitere Infektionen nötig sein. Diese lassen sich mit Maßnahmen nur verzögern, aber nicht verhindern. Ein Vermeiden von Ansteckungen ist dann nur noch bei Risikogruppen wie ungeimpften Älteren sinnvoll. Allerdings ist dieser Zeitpunkt noch nicht dann erreicht, wie Heiko Maas behauptet, wenn jeder ein Impfangebot erhalten hat. Er ist acht Wochen später erreicht, wenn jeder die Chance auf einen vollen Impfschutz hat (zwei Wochen nach der Zweitimpfung). Das weiß auch Herr Maas, nur ist das leider erst nach der Bundestagswahl. Lieber hebt er schon jetzt Reisebeschränkungen für Megahotspots wie Großbritannien auf (Inzidenz von 280), weil das offenbar populärer erscheint.

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