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Aus: Ausgabe vom 10.07.2021, Seite 5 / Inland
Luftfahrt

Beschäftigte drehen Kranich den Rücken zu

Verdi warnt vor Kürzungswelle bei Lufthansa. Mitarbeiter wechseln wegen Lohndumpings zur Konkurrenz
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Setzen sich in Bewegung, wenden sich vom Konzern ab (Frankfurt am Main, 17.2.2021)

Die Gewerkschaft Verdi sieht die Lufthansa weiter in einer angespannten Lage. Zugleich machte Bundesvorstand und Lufthansa-Aufsichtsrätin Christine Behle ihre Unterstützung für die geplante Kapitalerhöhung deutlich. »Die Strecken, die die Lufthansa fliegt, kann sie derzeit kostendeckend fliegen, Gewinne können aber noch nicht erzielt werden«, sagte Behle am Freitag in Berlin zu dpa.

Auf der Hauptversammlung Anfang Mai hatten die Aktionäre dem Unternehmen grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 5,5 Milliarden Euro in den nächsten Jahren gegeben. Mit den neuen Anteilen sollen vorrangig stille Beteiligungen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes abgelöst werden, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr angekündigt hatte. Dieser Teil der Staatshilfe ist für das Unternehmen nicht billig, sondern kostet im laufenden Jahr vier Prozent und im kommenden Jahr schon fünf Prozent Zinsen. Offen ist, inwieweit sich der Bund über den WSF an einer Kapitalerhöhung beteiligen würde. Der Bund hatte die angeschlagene Lufthansa im vergangenen Sommer mit Milliardenhilfen unterstützt. Der WSF ist seitdem mit 20 Prozent an der Lufthansa beteiligt. Der Großteil der Hilfen bestand aus einer sogenannten stillen Beteiligung.

Behle sagte, der Aufsichtsrat unterstütze eine Kapitalerhöhung. Eine solche wäre für das Unternehmen ein »wichtiger Schritt, um die Bilanz nachhaltig zu stärken und die Stabilisierungsmaßnahmen zurückzahlen zu können«. Sie sei zuversichtlich, dass sich viele Aktionäre und unter ihnen viele Beschäftigte an einer solchen Maßnahme beteiligen würden. Den Vorstand ermahnte Behle, dieser dürfe den Bogen beim Sparen an den Personalkosten nicht überspannen. »Der Anteil der Personalkosten liegt bei unter 20 Prozent.« Das sei im Vergleich zu den Gesamtkosten wenig. »Hier nur auf Kosten der Beschäftigten zu sparen, könnte das Unternehmen allein nicht sanieren. Es gibt schon eine Abwanderung von Beschäftigten und damit einen Verlust von Kompetenz, weil andere Unternehmen besser bezahlen.«

Zudem fordert die Gewerkschaft flankierende Maßnahmen für den Klimaschutz, etwa durch einen Mindestpreis für Flugtickets in Höhe von 40 Euro. Fliegen müsse nachhaltiger werden, hatte Behle bereits am Mittwoch gegenüber dpa erklärt. »Für 9,99 Euro am Wochenende nach Barcelona zu fliegen, um dort Party zu machen, das muss ein Ende haben. Das ist ein wahnsinniger Tourismus zu Lasten des Klimas.« Sie verwies auf entsprechende Pläne in Österreich und auf die Ertragslage der Fluggesellschaften. »Wir erwarten nach der Coronapandemie, dass der Wettbewerb noch ruinöser wird.«

Der Konzern will den Betrieb im Spätsommer wieder flächendeckend aufnehmen. »Wir haben entschieden, dass wir bis September nahezu alle Flugziele wieder anbieten«, hatte Netzplaner Heiko Reitz dem Wirtschaftsmagazin Capital in einem Interview am Donnerstag gesagt. Allerdings solle dies zunächst nicht in der gleichen Frequenz mit zum Teil mehreren Flügen pro Tag auf einer Strecke gelten. (dpa/jW)

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