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Aus: Ausgabe vom 06.07.2021, Seite 8 / Ansichten

Abschiebeweltmeister des Tages: Heiko Maas

Von Sebastian Carlens
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Ja, da kiekste: Heiko Maas wundert sich über die Welt.

Parlamentswahlen sind freudlose Veranstaltungen. Alles, was im Wahlkampf erzählt worden ist, fällt rascher der kollektiven Amnesie anheim, als Angela Merkel »äh« sagen kann. Und außerdem fügt sich hinterher sowieso eine ganz große Koalition zusammen – in welcher Konstellation auch immer. »Rot-Grün«, »Schwarz-Grün-Gelb« oder »Grün-Gelb-Rot«: Laut additiver Farbenlehre ergibt dies stets einen unangenehmen matschbraunen Farbton.

Wenigstens ein Gutes könnte die Wahl im Herbst denn doch haben: Heiko Maas wird danach hoffentlich nicht mehr Außenminister sein. Aber wir werden sein Geschwätz noch knappe drei Monate zu ertragen haben. Wie dieses: Seit 20 Jahren bombt der Westen in Afghanistan bekanntlich Demokratie, Brunnen und Mädchenschulen herbei – derart erfolgreich, dass vor wenigen Tagen die letzten deutschen Soldaten abgezogen werden konnten. »Ihr Einsatz war nicht umsonst«, teilte Maas vor zwei Wochen mit. Nun sind es zwei paar Schuhe, andere oder sich selbst zu belügen: Die Kriegsgegner, die islamistischen Taliban, sind auf dem Vormarsch, vermutlich haben sie bald das ganze Land im Griff. Maas führt die Öffentlichkeit darüber in die Irre. Schlimmer noch, und das macht ihn gefährlich: Er glaubt selbst an seine Propaganda.

So ist das kriegsverwüstete Land in seinen Augen für missliebige Migranten weiter eine Art »sicheres Herkunftsland«: »Bei dem, was wir bisher an Informationen haben«, halte er Abschiebungen aus der BRD dorthin »nach wie vor für vertretbar«, so der Außenminister am Montag.

Einzelpersonen machen keine Geschichte, das weiß jeder Marxist. Doch diese Personalie ist, das kann man ohne Übertreibung feststellen, eine Fehlbesetzung, wie sie die deutsche Sozialdemokratie kein zweites Mal überleben dürfte. Bis zum 26. September heißt es also: Daumen drücken, dass der Mann auf den letzten Metern nicht noch einen Krieg anzettelt.

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