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Aus: Ausgabe vom 06.07.2021, Seite 2 / Ausland
Krieg in Afghanistan

Afghanische Soldaten fliehen

Taliban übernehmen weitere Bezirke. BRD schiebt weiterhin ab
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Trainieren Einsatz gegen die Taliban: Afghanische Soldaten bei einer Militäroperation im Bezirk Zhari (Kandahar, 25.1.2021)

Nach Kämpfen zwischen der afghanischen Armee und den Taliban sind mehr als 1.000 Soldaten aus Afghanistan ins benachbarte Tadschikistan geflohen. 1.037 Soldaten hätten in der Nacht zum Montag die Grenze überquert, »um ihr Leben zu retten«, teilte das tadschikische Komitee für nationale Sicherheit mit.

Die Taliban hätten »volle Kontrolle« über sechs Bezirke in der Provinz Badachschan im Nordosten Afghanistans erlangt. »Unter Berücksichtigung des Prinzips guter Nachbarschaft« sowie der »Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Afghanistans« sei den Soldaten der Grenzübertritt gestattet worden, hieß es in einer von der tadschikischen Nachrichtenagentur Chovar verbreiteten Mitteilung des Sicherheitskomitees.

Die Taliban hatten am Wochenende bedeutende Gebietsgewinne im Norden des Landes verzeichnet. Die Provinzen Badachschan und Tachar wurden fast vollständig von den Islamisten erobert, nur noch in den Provinzhauptstädten liegt die Kontrolle bei den afghanischen Streitkräften. Berichten zufolge gelang den Taliban zudem die Einnahme von strategisch wichtigen Bezirken außerhalb der südafghanischen Großstadt Kandahar sowie in der Provinz Helmand – beides traditionell Hochburgen der Taliban.

Angesichts der Lage in Afghanistan mehren sich in Deutschland die Forderungen nach einem Stopp der Abschiebungen in das Land. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International appellierte am Montag an die Bundesregierung, keine Menschen mehr nach Afghanistan zurückzuschicken. Eine für diesen Dienstag geplante Sammelabschiebung wurde von Julia Duchrow, Vertreterin der deutschen Amnesty-Sektion, kritisiert. Kaum seien die letzten Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan zurück auf deutschem Boden, »schickt die Bundesregierung Menschen in genau dieses Land zurück, das weit weg davon ist, auch nur ein Mindestmaß an Sicherheit und Stabilität zu bieten«, so Duchrow.

Der sozialdemokratische Bundesaußenminister Heiko Maas sieht in Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan allerdings weiterhin kein Problem. »Bisher gab es sicherlich eine Zunahme von Gewalt, die es auch in der Vergangenheit gegeben hat«, sagte Maas am Montag in Madrid. »Bei dem, was wir bisher an Informationen haben, halte ich die bisherige Praxis aber nach wie vor für vertretbar.« (AFP/dpa/jW)

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