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Aus: Ausgabe vom 05.07.2021, Seite 1 / Titel
Geheimdienst-Komplott

Caracas alarmiert

Washingtons Mordpläne gegen Venezuelas Staatchef: Maduro fordert Erklärung von US-Präsident Biden
Von Volker Hermsdorf
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Sicherheitskräfte in Caracas am 4. August 2018 nach dem Attentat rechter Oppositioneller mit einer Sprengstoffdrohne auf Venezuelas Präsident Maduro

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat den USA vorgeworfen, Mordpläne gegen ihn und weitere Repräsentanten des südamerikanischen Landes zu schmieden. Auf einer Feier anlässlich der Beförderung von Offizieren der präsidialen Ehrengarde erklärte er am Freitag (Ortszeit), ihm lägen Informationen aus Kolumbien vor, dass CIA-Direktor William Burns und der Kommandant des Südkommandos der US-Streitkräfte (Southcom), Craig Faller, in das Komplott verwickelt seien.

Maduro forderte US-Präsident Joseph Biden auf, zu erklären, ob er an den Plänen seines Vorgängers Donald Trump festhalte, politische und militärische Führer Venezuelas zu töten und das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Der Staatschef bezog sich auf das gegen ihn gerichtete Attentat rechter Oppositioneller mit einer Sprengstoffdrohne am 4. August 2018, bei dem sieben Soldaten verletzt worden waren. Laut Venezuelas Generalstaatsanwalt Tarek William Saab hatten die Hintermänner der Aktion von Kolumbien aus gehandelt.

Wie der staatliche venezolanische Fernsehsender VTV am Donnerstag meldete, fordert Maduro zudem, dass Biden klarstellen müsse, ob er von Anschlagsplänen Kenntnis habe, die in Kolumbien und Brasilien von der CIA und Southcom vorbereitet würden. Der für die Koordination aller militärischen US-Operationen in Lateinamerika zuständige Southcom-Kommandant Faller war am 20. Juni mit dem angeblichen Ziel nach Kolumbien gereist, die »Verteidigungs- und Sicherheitsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten zu stärken«. Laut der Onlinezeitung Brasil de Fato, die sich auf Kolumbiens Botschafter in Washington, Francisco Santos, berief, war CIA-Direktor Burns außerdem Ende Juni »für eine heikle Geheimdienstmission« in Bogotá eingetroffen und am vergangenen Donnerstag in Brasilien mit Militär- und Geheimdienstvertretern des faschistischen Präsidenten Jair Bolsonaro zusammengetroffen.

Das Weiße Haus reagierte bisher nicht auf die Frage, welche Rolle der US-Präsident dabei spielt. Das Präsidialamt in Bogotá hatte am 28. Juni allerdings über ein Telefongespräch der Staatschefs Biden und Iván Duque vom selben Tag informiert, bei dem es um »die strategische Allianz beider Staaten« gegangen sei.

Einem Bericht der in Miami erscheinenden rechten Tageszeitung Nuevo Herald zufolge waren parallel dazu Vertreter der venezolanischen Opposition in Washington empfangen worden, um »die gemeinsame Strategie zu koordinieren«, mit der »das Regime von Nicolás Maduro« in einer geplanten neuen Dialogrunde konfrontiert werden soll. Bidens Sonderberater und Direktor für die westliche Hemisphäre beim Sicherheitsrat, Juan Gonzalez, der die Gespräche geleitet hatte, sagte, »das wirkliche Druckmittel, das Guaidós Team und die Oppositionsfront haben, sind die Vereinigten Staaten und die Tatsache, dass die USA, aber auch die internationale Gemeinschaft, die Venezolaner unterstützt, die eine demokratische Zukunft wollen«.

Caracas interpretiert derartige Äußerungen als Drohung. Aus Anlass der für diesen Montag geplanten Militärparade zum 210. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes, rief Nicolás Maduro die Bolivarischen Nationalen Streitkräfte (FANB), deren Oberkommandierender er ist, deshalb zur Alarmbereitschaft auf, um »in höchstem Maße bereit zu sein, den Schutz und die Freiheit der venezolanischen Bevölkerung zu garantieren«.

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