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Hebron: Proteste nach Tod eines Wahlkandidaten bei Festnahme

Foto: Mussa Qawasma/Reuters
Proteste in Ramallah, nachdem der Nisar Banat bei seiner Verhaftung ums Leben gekommen war (24. Juni)

Ramallah. Ein bekannter Kritiker der palästinensischen Autonomiebehörde und diesjähriger Wahlkandidat ist im Zuge seiner Festnahme ums Leben gekommen. Der Gouverneur der Palästinenserstadt Hebron, Dschibrin Al-Bakri, teilte am Donnerstag mit, Polizisten seien am frühen Morgen zum Haus von Nisar Banat in Dura im südlichen Westjordanland gekommen, um ihn zu verhaften. Daraufhin habe sich »sein Gesundheitszustand verschlechtert«, er sei danach im Krankenhaus in Hebron für tot erklärt worden. Die Umstände seines Todes sollten nun untersucht werden.

Angehörige Banats warfen der Polizei nach Medienberichten vor, ihn bei der Festnahme schwer misshandelt zu haben. Hunderte Palästinenser zogen am Donnerstag durch die Straßen Ramallahs und protestierten gegen die Tötung Banats. Viele forderten einen Rücktritt des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Die EU-Vertretung in den Palästinensergebieten stufte Banats Tötung als schwerwiegenden Vorfall ein und forderte eine umfassende Untersuchung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Palästinensische Einsatzkräfte hätten zuletzt vermehrt Menschenrechtsaktivisten und politische Gegner verhaftet und misshandelt.

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Banat wollte in diesem Jahr bei den Parlamentswahlen kandidieren, die Abbas jedoch wieder abgesagt hat. Der Kritiker hatte der Autonomiebehörde immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen und war in der Vergangenheit schon mehrfach verhaftet worden. Abbas hatte die Verschiebung der für den 22. Mai geplanten Wahl Ende April bekanntgegeben. Man habe sich darauf verständigt, die Abstimmung zu verschieben, bis die Teilnahme der Menschen in Ostjerusalem gesichert sei. Einen neuen Termin nannte der 85jährige nicht. (dpa/jW)

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Erschienen am 25.06.2021, Ausland

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