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Aus: Ausgabe vom 19.06.2021, Seite 12 (Beilage) / Wochenendbeilage

Holzfälleromelette

Von Maxi Wunder

Leichter Sommersalat hier, leichtes Sommersüppchen da … Glaubt man den Rezeptkolumnen, darf Essen bei höheren Temperaturen nichts mehr wiegen. Dabei hießt es in dem Ohrwurm des Musicals »Porgy and Bess«: »Summertime, and the living is easy.« The living. Not the eating.

Aber nicht mal »the living« ist für Leute, deren Daddy nicht »rich« ist, im Sommer easy. Ein Großteil der Bevölkerung hat infolge körperlich anstrengender Arbeit einen hohen Kalorienbedarf – zu jeder Jahreszeit. Laut DGB-Statistik arbeiten 74 Prozent der Pflegekräfte sehr häufig körperlich schwer. Im Bau- und Ausbaugewerbe (das in den warmen Monaten Hochkonjunktur hat) sind es 60 Prozent. Und in der Land-, Forst- und Gartenbauwirtschaft sind es sogar 81 Prozent der Beschäftigten, die hart ranmüssen. Da hilft nur eins:

Holzfälleromelett »Frigga«

150 g gewürfelten Speck in einer Pfanne glasig anbraten, dann 125 g gewürfelten Bergkäse oder Hartkäse, zum Beispiel Emmentaler, dazugeben. Wenn der zerlaufen ist, zwölf Eier darüberschlagen und stocken gelassen. Mit frischer Petersilie verfeinern. Frigga wird entweder auf Polenta serviert oder von den Kärntner Holzfällern direkt aus der Pfanne mit Brot gegessen.

Bei der slowenischen Variante (»­Frika«) ersetzt man die Eier durch Kartoffeln. In dünne Scheiben geschnitten, werden sie roh in fettem Speck oder Pflanzenöl gegart und dann mit geriebenem Käse vermischt. Frika wird ebenfalls mit Polenta serviert.

Polenta ist ein Maisgriesgericht, das man nach Packungsanleitung zubereitet und nach Geschmack mit Butter und Muskatnuss verfeinert. Ist der Brei erkaltet und hart geworden, kann man Scheiben davon abschneiden und diese in der Pfanne braten. Vegetariern schmecken sie mit Kräuter-Schmand-Zubereitungen, Veganer bevorzugen Gemüse- oder Pilzsaucen. So ist Polenta eine vielseitige Sättigungsbeilage, aber auch Grundlage für Süßspeisen, nach denen man Bäume ausreißen könnte:

Weintraubenpolenta

50 g Maisgrieß mit 200 ml Wasser, 100 ml Milch und einer Tüte Vanillezucker zwei Minuten aufkochen, dabei ständig rühren. Ca. fünf Minuten bei geringer Hitze weiterkochen und rühren, bis ein sämiger Brei entsteht. Den Brei abkühlen lassen. 250 g kernlose helle und/oder blaue Weintrauben waschen und halbieren. In zwei höhere Gläser erst Trauben, dann Polenta, dann wieder Trauben und als oberste Schichte noch mal Polenta einfüllen. Mit Traubenhälften garnieren und mit Zimtzucker bestreuen.

Im allgemeinen sind Flurschäden natürlich nicht Sinn und Zweck einer guten Ernährung, vielmehr ist es die Gesunderhaltung des menschlichen Körpers. Die steigt bekanntlich mit seiner Bewegung, vorzugsweise an der frischen Luft. Aber wem sage ich das? Zum Beispiel mir selbst, und deshalb verlasse ich jetzt meinen Computerarbeitsplatz und dreh’ ’ne Runde. Vielleicht finde ich unterwegs ein »leichtes Süppchen«.

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