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Aus: Ausgabe vom 10.06.2021, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Besonders perfide

Zu jW vom 7.6.: »NATO startet ›Baltops‹-Übung«

NATO-Generalsekretär Stoltenberg hat unzweifelhaft eine neue Runde im Desinformationskrieg gegen Russland eingeläutet. Das ist nur wenige Tage vor dem 80. Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion besonders perfide. Die NATO zündelt seit langem an der Westgrenze Russlands. Dass man dort angesichts der Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs besonders empfindlich gegenüber jeder neuen Bedrohung ist, ist eigentlich selbstverständlich. Der Krieg mit seinen riesigen Opfern war zu schmerzhaft, um ihn und seine Lehren vergessen zu können. In den letzten drei Jahrzehnten ist die NATO unmittelbar an die Westgrenzen Russlands herangerückt. Wenn Moskau den einzigen Verbündeten, den es westlich der russischen Grenzen noch gibt, also Belarus, stabilisieren will, nennt Stoltenberg das »destabilisierendes Handeln Russlands«, das es rigoros zu beantworten gälte. Wie weit ist es von dieser perfiden Verdrehung der Tatsachen eigentlich noch bis zu der triumphierenden Mitteilung: »Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen«?

Joachim Seider, per E-Mail

Kurswechsel dringend erforderlich

Zu jW vom 8.6.: »Linke verjubelt SED-Erbe«

Die Kritik am selbstgefälligen statt selbstreflexiven Umgang der Linkspartei mit dem Debakel in Sachsen-Anhalt hat leider ihre Berechtigung. Zum einen hätte man wissen müssen, dass gerade in einer tiefen Krise simple Slogans nicht ziehen, da es in einer solchen Situation vor allem darauf ankommt, ernsthaft aufzutreten und den Menschen ein möglichst konkretes Angebot anhand eines starken Programms zu machen. Zum anderen ist bei der Linken mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht überhaupt gar kein Angriffsmodus gegenüber der AfD zu erkennen, obwohl deren Vertreter am Sonntag noch einmal im TV direkt nach der Wahl demonstrativ betont haben, insbesondere um die Arbeiterschaft und damit genau dieselbe Zielgruppe zu buhlen. Deshalb bedarf es im Karl-Liebknecht-Haus dringend eines Kurswechsels mit einem wesentlich prägnanteren Erscheinungsbild, zumal der Partei, was ebenfalls für eine gewisse »Schläfrigkeit« ausgerechnet im Jahr einer Bundestagswahl spricht, immer noch eine echte Social-Media-Strategie fehlt!

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Interessen des Kapitals

Zu jW vom 8.6.: »Linke verjubelt SED-Erbe«

Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sind gelaufen. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hat den politischen Interessenvertretern des Kapitals wieder ihre Stimme gegeben und sich für ein »Weiter so« entschieden. Wann begreift das Volk, dass die bürgerlichen Parteien nur die Interessen des Kapitals vertreten? Aber egal, wer nun in Sachsen-Anhalt regiert, es bleibt alles beim alten.

Joachim Becker, per E-Mail

Kapitalismushörig

Zu jW vom 4.6.: »Im Höhenflug«

Das sind die Grünen von heute: die gleichen Themen auf dem Programm wie andere Parteien. Sie schmiegen sich an die Bürgerparteien, um ihnen Stimmen abzujagen. Für Kampfeinsätze, für NATO, für Waffenproduktion und Waffenlieferungen in Kampfgebiete! Ich habe die Grünen – war selbst mal Gründungsmitglied – 30 Jahre zu spät verlassen. Wir haben als komplette Friedens-AG 1997 den Grünen den Rücken gekehrt. Ich schäme mich, noch bis 1997 dabeigewesen zu sein! Die Grünen sind kapitalismushörig geworden. Ihr hehres Ziel, den Klimawandel aufzuhalten, wird doch nichts. Das machen die »Gabidalisten« doch nicht mit. Zum Glück gibt es am 26. September noch eine Alternative bei der Bundestagswahl!

Gerd Weißmann, Regesbostel

Fünfprozentpartei

Zu jW vom 17.5.: »Nachhilfelehrer des Tages: Die FDP-Führung«

Die FDP hat 2021 vom Unternehmer Georg Kofler – man stelle sich vor: wegen dessen Angst vor den Grünen – eine dreiviertel Million Euro als Spende erhalten. Wem sich da nicht die Frage aufdrängt, wen die FDP – sollte sie überhaupt in Regierungsverantwortung kommen – denn (…) vertreten will … Die vielen Millionen Arbeitnehmer, die in prekären Arbeitsverhältnissen und unter unsäglichen Bedingungen ihre Groschen verdienen, dürften wohl kaum zur Klientel dieser abgehobenen Partei gehören. Themen wie die Abschaffung der kalten Progression, drastische Besteuerung Besserverdienender, eine angemessene Reichensteuer und vor allem eine gesellschaftlich gerechtfertigte Sondersteuer für Unternehmen, die in der gegenwärtigen Pandemie zu den Krisenprofiteuren (…) gehörten und immer noch gehören. Da hören sich die Themen auf dem Parteitag der FDP wie Entkriminalisierung von Drogen recht lächerlich an. Ist das das die einzige Verpflichtung einer Fünfprozentpartei gegenüber der Bevölkerung? Was sagt sie zu ihren Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber sozial Entrechteten in diesem Land – und vor allem zur Umverteilung von Vermögen von oben nach unten?

Rudi Eifert, Langenhagen

Falscher Begriff

Zu jW vom 5.6.: »Der Preis der Hegemonie«

Das Wort Hegemonie ist hier aus meiner Sicht völlig fehl am Platze! Damit verbinde ich imperiale Macht über andere Völker und Staaten. Wer hingegen sein Land gegen äußere Einmischung und Sanktionen verteidigt, muss Bündnisse eingehen und zusammenarbeiten, um den wirklich hegemonialen mörderischen Absichten des NATO-US-EU-geführten »Westens« mit einer gewissen Stärke Paroli zu bieten und die Kriegstreiber in die Schranken zu weisen, die sich gerade wieder im großen Wirtschaftskrieg um Rohstoffe und in geostrategischen Machtkämpfen befinden und es nicht geschafft haben, den asiatischen Raum unter ihre Kontrolle zu bringen. Für diese Außenpolitik Russlands kann man nur dankbar sein! Friedenssicherung ist und bleibt das oberste Ziel zum Schutz vor allem auch seiner Bevölkerung. Anders in der BRD, wo das Kriegsgeschrei immer größer wird und man zum Fremdschämen genötigt wird. Und wo man nicht nur mit Ramstein als Drehscheibe für völkerrechtswidrige Drohnenangriffe und mit US-Atomwaffen in Büchel die Sicherheit der eigenen Bevölkerung aufs Spiel setzt, sondern in Pandemiezeiten im Rahmen der US-Manöver ganze Heerscharen quer durchs Land ziehen lässt. (…)

Jana Gleichmann, per E-Mail

Egal, wer nun in Sachsen-Anhalt regiert, es bleibt alles beim alten.

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  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart (10. Juni 2021 um 13:40 Uhr)
    »Egal, wer nun in Sachsen-Anhalt regiert, es bleibt alles beim alten.« – Was haben Sie erwartet? Hat sich irgendwo in der Welt jemals wirklich was verändert? Kann sich zwischen den zwei mächtigen wählbaren Parteien in den USA jemals etwas verändern? Wird sich irgendwo im Westen unter den »Kartellparteien« durch die scheindemokratischen »Wahlen« je etwas verändern?

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