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Aus: Ausgabe vom 09.06.2021, Seite 8 / Ansichten

Sonnenkönig des Tages: Jens Spahn

Von Michael Merz
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Looking for Freedom: Jens Spahn

Hach, wie angenehm wäre es, sich mal nicht mit Jens Spahn beschäftigen zu müssen. Doch der Mann ist der personifizierte Unfall – es ist unmöglich, wegzuschauen. Am Dienstag legte der Bundesgesundheitsminister gleich früh im ARD-»Morgenmagazin« los. Er wollte, dass die SPD vor ihm auf die Knie geht: »Da, wo ich herkomme, unter Partnern, sagt man Entschuldigung, wenn man sich verrannt hat.« Das war einerseits eine Beleidigung der Bevölkerung von Ahaus, die sicher nicht per se der Klüngelwirtschaft und des Untertanentums verdächtig ist. Andererseits: Warum auch? Die Sozis hatten nach den Recherchen des Spiegel, laut denen Spahns Ministerium für eine Milliarde Euro Schrottmasken kaufte, sie ohne Standardtests unter anderem an Obdachlose, Hartz-IV-Bezieher und Behinderte austeilen wollte, den Rücktritt des Ministers gefordert. Was den SPDlern vorgeworfen werden kann, ist, dass sie schon früher hätten darauf kommen können. Denn das Arbeitsministerium war in Spahns Pläne eingeweiht. Zugute zu halten ist, dass es sich dagegen verwahrte – »geräuschlos« sei das vonstatten gegangen, wie Spahn das am Mittwoch umschrieb. Nun, es ist wohl nicht bei den Plänen geblieben – in Pflegeeinrichtungen sollen laut Spiegel wohl einige Millionen der unbrauchbaren Masken angekommen sein. »Die vom Bund waren besonders beschissen«, zitiert Die Zeit Beschäftigte.

Der Ausweg, den sich Spahn am Mittwoch selbst vorzeichnete, klingt beängstigend. Er kündigte an, sich nun auf das Thema der Coronaimpfungen fokussieren zu wollen. Bitte nicht! Der Impfstoff ist bereits jetzt Mangelware, Spezialspritzen sind nicht vorrätig. Spahn will aber lieber in Werbung für die Kampagne investieren: »Wollen wir eine Impfquote von über 75 Prozent erreichen, müssen wir mindestens noch 15 Millionen Menschen überzeugen.« David Hasselhoff hat er schon dafür engagiert. Kein Scherz.

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