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Aus: Ausgabe vom 02.06.2021, Seite 16 / Sport

Zurück im Ring!

Von André Dahlmeyer
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Meistert die Pandemie bislang bestens: Cruz Azuls José Corona mit der Ligatrophäe (30.5.2021)

Einen wunderschönen guten Morgen! In Mexiko wird seit der Saison 1943/44 Profifußball gekickt. Am Sonntag wurde im Finalrückspiel der 105. Meisterschaft der Primera División der 104. Meister ermittelt. Das vorvergangene Campeonat, das Torneo Clausura 2020, war wegen der Coronapandemie abgebrochen worden. Bei dem aktuellen Torneo Guard1anes Clausura 2021 handelte es sich um die 50. Blitzmeisterschaft der Mariachis, seit das Format geändert wurde. 60 Erstligateams hat der mexikanische Fußball bis dato gesehen, von Anfang an dabei und anscheinend unabsteigbar sind nur zwei Teams: Club América und CD Guadalajara. Während anfangs mit zehn Mannschaften gespielt wurde, stieg die Anzahl in der Saison 1986/87 auf 21 Vereine. Aktuell partizipieren 18 Klubs an der Primera División.

Seit dem 8. Jänner spielten die jeder gegen jeden, ohne Rückspiel, um die Teilnehmer der sogenannten Liguilla, der Viertelfinals, zu ermitteln. Die ersten vier qualifizierten sich direkt, die Teams von Rang fünf bis zwölf kickten Playoffs, die in den Stadien der besser plazierten ausgetragen wurden. Die reguläre Phase dominierten die Hauptstadtklubs Cruz Azul und América deutlich. Neben Toluca (Rang elf) hatten beide den effektivsten Angriff. Die beste Abwehr stellte klar Cruz Azul. In den Viertelfinals musste man gegen Toluca ran, was beinahe ins Auge gegangen wäre. Auswärts verlor das Blaue Kreuz mit 1:2 und im Rückspiel fiel das entscheidende 3:1 erst in der 93. Spielminute. Auch Santos Laguna rettete sich mit einem Tor in der Nachspielzeit in die Semifinals. América blieb auf der Strecke. Das gleiche Schicksal hatte Klubvizeweltmeister UANL Tigres bereits in den Playoffs ereilt.

In den Finals trafen der sechsmalige Meister Santos Laguna und der achtmalige Meister Cruz Azul aufeinander. Die Heiligen aus dem nördlichen Torreón (Freier und Souveräner Staat Coahuila de Zaragoza, der am Rio Grande an Texas grenzt) hatten ihre Titel in 22 Jahren und immer kürzeren Abständen gesammelt. Die Zementheinis dagegen waren Kult in der 70ern, wo sie allein sechsmal Meister wurden. Zum letzten Mal hatten sie vor über 23 Jahren feiern dürfen. Anfang/Mitte der nuller Jahre sympathisierte ich eine Zeit lang mit beiden Klubs.

Das Stadion der Heiligen heißt Corona. Kann sein, dass sich darunter Tropfsteinhöhlen befinden, wo Fledermäuse von der Decke baumeln, aber genaueres weiß man natürlich nicht. Der Trainer ist Uru, aber sie haben keine Argentinier mehr im Aufgebot und ohne Gaucheske gewinnt man im mexikanischen Fußball keinen Blumenpott. Die vom Blauen Kreuz haben drei Argentinier und zwei Urus in ihren Reihen, man könnte meinen, es handele sich um eine Río-de-la-Plata-Auswahl. Dafür hört ihr 40jähriger Torrumsteher auf den Namen Jesús Corona. Möchten Sie so heißen? Nun, die Elfen von Corona gewannen im Corona-Stadion mit 1:0.

Überraschenderweise machten es die Laguneros im Rückkampf noch mal spannend. Bis zur 51. Minute führten sie durch einen Treffer des Chilenen Diego Valdés, ehe Uru-Torjäger Jonathan Rodríguez der Ausgleich, das Meistertor, gelang. Zuletzt hatte Cruz Azul den Titel im Winter 1997 gewonnen. Der heutige Trainer, der Peruaner Juan Reynoso, war damals Abwehrchef und Kapitän. Seitdem hatte der Verein sechs Finals verloren, einige auf fast surrealistische Art und Weise, weshalb es hieß, dass ein Fluch auf dem Team läge. Der neue Meister Mexikos ist zurück im Ring. Im August und September spielt er auch die Halbfinals der Concachampions. Zuvor kommt es Mitte Juli in Los Angeles zum traditionellen Finale »Meister der Meister« gegen den León FC. Cruz Azul konnte diesen Titel bislang zweimal gewinnen, zuletzt 1973.

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