1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Sa. / So., 12. / 13. Juni 2021, Nr. 134
Die junge Welt wird von 2546 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 15.05.2021, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Popcorn und Cola

Von Maxi Wunder

Jetzt also doch! Vom 9. bis 20. Juni kommen die Filme der 71. Berliner Filmfestspiele in 16 Open-Air-Kinos auch fürs Publikum. Der Frühsommer eignet sich sowieso viel besser für ein Filmfest als der arschkalte Berliner Februar. Wie hat man Cannes und Locarno immer beneidet. Der Pandemie sei Dank haben wir nun auch ein »Summer Special«.

Um das Filmevent künftig aus der Schnöselecke der Cineasten zu locken, schlägt die Coole Wampe für 2022 schon mal die massenfreundliche Vorführung von Kultfilmen vor, Sektion »Mitmachkino«:

Zum Beispiel »Cabaret« mit anschließender Karaokeshow: Wer singt am schönsten »Willkommen, bienvenu, welcooome!«? Die »Rocky Horror Picture Show«: kollektives Reiswerfen, Punks dürfen ihre Hunde mitbringen. »Hellzapoppin’« von Henry C. Potter: Jeder und jede als Koch oder Kellnerin verkleidete Zuschauerin darf während der berühmten Swingtanzszene auf der Bühne live mittanzen. »Once upon a time in the West« (»Spiel mir das Lied vom Tod«): Beim Einlass erhalten alle eine Mundharmonika zum Mitblasen des berühmten Themas von Ennio Morricone. Nach »Grand Budapest Hotel« von Wes Anderson wird eine Reise in die Sächsische Schweiz verlost. Und nicht zu vergessen: »V wie Vendetta«. Die Festspiele könnten sich die Rechte an den Guy-Fawkes-Masken besorgen und die statt Tickets verkaufen. Big Deal! Und alle brüllen mit: »Ein Volk sollte nicht seine Regierung fürchten, die Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben!« Yes!

Für Mitmachfilme eignet sich neben der Waldbühne die Parkbühne ­Wuhlheide mit Zuschauerkapazitäten von bis zu 17.000 Leuten. Eine schöne Gelegenheit, mal wieder DDR-Filmpreziosen zu zeigen: »Paul und Paula«, »Der Dritte«, »Einer trage des anderen Last«, »Spur der Steine«, »Solo Sunny«. Eintrittsvoraussetzung: ein DDR-Pass oder zehn Mark der DDR. Beides berechtigt zur Mitnahme eines Westbürgers und zu einer Jumbotüte

Popcorn:

Sechs EL Öl in einem großen Topf stark erhitzen. Sechs EL Zucker einrühren, Herd ausstellen. Sofort 100 g Popcornmais in den Topf geben, kurz verteilen und Glasdeckel drauf. Den Popvorgang durch den Deckel beobachten, eventuell umrühren. Wenn es aufhört zu knallen, ist das Essen fertig. Die Popkörner in eine andere Schüssel geben und lüften lassen, damit sie nicht matschig werden.

Dazu selbstgemachte Cola:

Für einen Liter Sirup aus Colakraut (Artemisia abrotanum bzw. Eberraute) aus dem gut sortierten Gartencenter braucht man fünf Teelöffel der Triebe und der jungen Colakrautblätter, zwei Biozitronen, 500 g Zucker und einen Liter Wasser. Das Colakraut kleinhacken. Die Zitrone in Scheiben schneiden und zusammen mit dem Kraut in eine hitzebeständige, große Schüssel geben. Wasser und Zucker in einem Topf verrühren und die Mischung sprudelnd aufkochen lassen. Das heiße Zuckerwasser in die Schüssel mit den Zitronen und dem Kraut geben. Schüssel abdecken, abkühlen lassen und für drei ­Tage in den Kühlschrank stellen. Flüssigkeit durch ein sauberes Tuch filtern. Alles noch mal aufkochen, wieder abkühlen lassen und in sterile Flaschen füllen. Den Sirup mit kaltem Mineralwasser mischen. Manche gießen ihn in Rum.

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Ähnliche:

  • Völkerfreundschaft: Erich Honecker (l.) und Fidel Castro bei ein...
    06.05.2021

    Adenauers Alptraum

    BRD gegenüber sozialistischem Kuba traditionell konfrontativ. DDR war ein solidarischer Partner des Inselstaates
  • Albert Norden, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, organisie...
    20.04.2021

    »Ein Stück Aufklärung«

    Vorabdruck. Über die Schauprozesse der DDR gegen die Naziverbrecher Oberländer und Globke, die in der BRD Karriere machten. Ein Gespräch zwischen Egon Krenz und Friedrich Wolff

Regio:

Mehr aus: Wochenendbeilage