1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Freitag, 25. Juni 2021, Nr. 144
Die junge Welt wird von 2552 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 07.05.2021, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Krisengewinner

Post im Höhenrausch

Bonner Dax-Konzern steigert Umsatz auf Rekordniveau. CEO Appel streicht zehn Millionen Euro ein
imago0097787590h.jpg
Krisengeschäft: Läuft bombig für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Frank Appel (Bonn, 10.3.2020)

Der Konzern ist der Krisengewinner par excellence: Deutsche Post. Der Umsatz des Bonner Dax-Unternehmens legte im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf 18,86 Milliarden Euro zu, hieß es am Mittwoch aus der Firmenzentrale. Rekord, »das stärkste Auftaktquartal aller Zeiten«. Ausschlaggebend für den Höhenflug ist das weiterhin boomende Paketgeschäft, das bei den Erlösen 45 Prozent über dem Vorjahresniveau lag.

Nicht nur das. Gleichzeitig übertrafen alle übrigen vier Konzernsparten das Vorjahresergebnis. »Die Fokussierung auf den E-Commerce und der Ausbau unserer Logistiknetze haben sich ausgezahlt«, frohlockte Finanzchefin Melanie Kreis am Mittwoch in einer Stellungnahme. Zwar werde sich das Wachstum im Privatkundengeschäft im Laufe des Jahres auf hohem Niveau wieder normalisieren, einen zusätzlichen Schub verspreche sich die Konzernspitze jedoch vom Handel mit Geschäftskunden, der sich derzeit deutlich erhole. »Deshalb verstärken wir die Investitionen in unsere Infrastruktur, um höhere Sendungsmengen weiter optimal bedienen zu können«, erklärte der Vorstandschef der Deutschen Post, Frank Appel, am Mittwoch gegenüber dpa.

So stieg nach vier Quartalen mit schrumpfenden Erlösen nun erstmals wieder das Transportvolumen in der Luft- und Seefracht um 18,8 beziehungsweise 8,8 Prozent. Auch die sogenannte Expresszustellung, die 2020 allein durch die verstärkte Nachfrage von Privatkunden zulegte, verzeichnete im ersten Quartal 2021 ein Umsatzplus von zehn Prozent. Der Betriebsgewinn des Konzerns vervierfachte sich im ersten Quartal 2021, wie bereits vor einem Monat bekanntgegeben, auf 1,9 Milliarden Euro. Der operative Cashflow fiel mit 1,2 Milliarden Euro sogar noch besser aus als im April angekündigt.

Kaum überraschend: Ferner stieg der Aktienkurs der Deutschen Post nach Bekanntgabe der Quartalszahlen stark an. Am Mittwoch erreichten die Papiere einen Kurs von 49,84 Euro bei einem Tagesplus von 2,31 Prozentpunkten.

Von der Arbeitskraft der Beschäftigten und der Kundenlaune profitiert vor allem einer: der CEO Appel höchstselbst. Grundgehalt, Boni, Versorgungszusagen, unter dem Strich bezog er im Coronajahr über zehn Millionen Euro Gage – und damit das höchste Gehalt unter den Dax-30-Chefs.

Klar ist auch: Kunden blechen für den Konzernerfolg, durch gestiegene Gebühren etwa. Nicht immer lief alles aus Unternehmenssicht glatt. Beispiel: Die Erhöhung des Portos für Standardbriefe der Deutschen Post für den Zeitraum von 2016 bis 2018 war rechtswidrig gewesen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende Mai 2020 die Genehmigung der Portoerhöhung von 62 auf 70 Cent durch die Bundesnetzagentur aufgehoben. Lockerlassen will der Konzern dennoch nicht. Im Gegenteil. In der Welt am Sonntag vom 25. April legte sich Appel die Argumentation für eine neuerliche Portoerhöhung zurecht. »Tatsache ist, dass die Briefmengen im vergangenen Jahr dramatisch zurückgegangen sind und dass wir einen Tarifvertrag mit steigenden Lohnkosten abgeschlossen haben.« Im Herbst dieses Jahres werde sich Appel zufolge entscheiden, ob insbesondere Privatkunden mehr für den Briefversand berappen müssen. (dpa/AFP/jW)

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Mehr aus: Kapital & Arbeit